Phänomen Einsamkeit: Tabus brechen, offen diskutieren, Lösungsansätze finden

Diskussionsrunde mit Bundesminister Rudolf Anschober und Fachärztin Karin Gutiérrez-Lobos

Wien (OTS) - Social City Wien und Wiener Zeitung eröffnen Eventreihe zum Thema Einsamkeit.

Am Mittwoch, 24.06.2020, diskutierten Rudolf Anschober, Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und Karin Gutiérrez-Lobos, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie zum Thema Einsamkeit. Gemeinsam sind sie der Frage nach dem Sinn, dem Sinnverlust und der Sinnsuche tiefer auf den Grund gegangen und sind dem Tabu der Einsamkeit in einer offenen Diskussion begegnet. Vor allem die Vielfältigkeit der Querschnittsmaterie sowie Tabuisierung und Stigmatisierung von Betroffenen standen dabei im Mittelpunkt. Um allen Interessierten Zugang zu ermöglichen, wurde die Diskussion via Live-Stream, übertragen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober unterstreicht: „Die Probleme, die durch Einsamkeit erzeugt werden, wurden durch die Coronakrise noch sichtbarer – wie zum Beispiel die Sehnsucht älterer Menschen, nach dem Besuch des Enkerls und der Familie. Das Phänomen kann aber auch Jüngere betreffen und tritt in unterschiedlichen Kleidern auf. Das Fehlen von Begegnungen, Umarmungen und Trost kann Menschen jeden Alters treffen.“

„Bedeutungsvolle, wertschätzende Sozialkontakte sind für den glücklichen Menschen wesentlich. Das Vermeiden von Einsamkeit ist ein Überlebensmerkmal der Menschen“, erläutert Neurologin und Fachärztin für Psychiatrie Karin Gutiérrez-Lobos. „Einsamkeit hat jeder von uns schon erlebt. Selbstgewählte Einsamkeit oder bewusstes Alleinsein ist kein Problem. Zum Problem wird Einsamkeit dann, wenn man darunter leidet und man das Gefühl hat, dass etwas mit den eigenen Sozialkontakten nicht stimmt. Leider ist es in unserer Gesellschaft auch nicht schick, Einsamkeit zuzugeben oder darüber zu sprechen. Umso wichtiger ist es, Betroffenen eine Plattform zu geben.“

Kampagne #LauteStimmenGegenEinsamkeit

Dem Event vorangegangen ist die Kampagne #LauteStimmenGegenEinsamkeit der Social City Wien, die erfolgreich auf das Thema Einsamkeit aufmerksam gemacht hat und viele Expert*innen zu Worten kommen ließ. „Einsamkeit ist zu einem zentralen, anonymen Problem unserer Gesellschaft geworden. Doch kaum jemand spricht über Vereinsamung, denn sie löst Scham aus. Mit der Kampagne #LauteStimmenGegenEinsamkeit folgen wir dem Rat vieler Expert*innen und thematisieren ‚Einsamkeit‘ öffentlich“, fasst Emil Diaconu, Geschäftsführer der Social City Wien, die Motivation hinter der Kampagne zusammen. Gemeinsam mit der Wiener Zeitung wurde am Mittwoch zum Abschlussevent geladen, das gleichzeitig eine Eventreihe eröffnet, die sich verschiedenen Dimensionen der Einsamkeit widmen soll.

„Angesichts der enormen gesellschaftspolitischen Herausforderung in einer digitalen, globalisierten und anonymen Welt, möchte wir mit der neuen Diskussionsreihe Menschen eine Plattform der Begegnungen, des Austauschs und eines Miteinanders geben, um psychischen Belastungen, wie dem Gefühl der Einsamkeit, entgegen treten zu können“, begründet Geschäftsführer Martin Fleischhacker das Engagement der Wiener Zeitung.

Gerade die COVID-19 Krise hat verdeutlicht, wie stark das Thema Einsamkeit in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. „Einsamkeit schadet unserer Gesundheit. Einsamkeit verstärkt Armut und Arbeitslosigkeit. Einsamkeit verhindert gesellschaftliche Teilhabe. Einsamkeit schwächt unsere Demokratie“, unterstreicht Projektleiter Johannes Gorbach die Aktualität des Themas. Dass es bereits viele Lösungsansätze gibt, beweist die Kampagne, indem sie viele Fachexpert*innen zu Wort kommen lässt und gezielt Initiativen vorstellt. Zahlreiche soziale Organisationen, engagierte Personen aus dem Gesundheits- und Wirtschaftsbereich sowie Politiker*innen – sie alle sind Teil der Kampagne und illustrieren die vielfältigen Ebenen, auf denen das Phänomen Einsamkeit diskutiert werden muss. Auch der langjährige Unterstützer der Social City Wien, Robert Gulla von der Lukoil Holding zeigt sich begeistert über die Initiative: „Einsamkeit ist nicht zwingend ein freiwilliges Schicksal. Einsamkeit ist für Betroffene ohne Unterstützung oft nur schwer auflösbar und kann auch Gesundheitsfolgen haben. Es liegt in unserer Verantwortung dieses Thema nicht zu tabuisieren und all jene zu unterstützen, die es jetzt am schwersten Haben. Deshalb erheben wir mit unserem langjährigen Partner, der Social City Wien, unsere Stimmen und unterstützen aus Überzeugung die Kampagne #LauteStimmenGegenEinsamkeit.“

Das Team der Social City Wien blickt motiviert in die Zukunft und will auch weiterhin mit verschiedenen Formaten das Thema Einsamkeit thematisieren, vorantreiben und gemeinsam mit engagierten Partner*innen Lösungen erarbeiten.

Das gesamte Video der Podiumsdiskussion finden Sie online unter:

https://www.wienerzeitung.at/einsamkeit

Rückfragen & Kontakt:

Mehr Informationen auf: www.socialcity.at
Pressekontakt: Social City Wien
Johannes Gorbach, +43 676 7534469
johannes.gorbach@socialcity.at

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