Kucher: „Wenn Kassenfinanzierung weiter verschleppt wird, schlittern wir von einer Gesundheitskrise in die nächste“

Wien (OTS/SK) - In Gefahr sieht SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher unser starkes öffentliches Gesundheitssystem. „Wenn die Regierung die Finanzierung unseres Gesundheitssystems weiterhin verschleppt, dann werden wir von einer Gesundheitskrise in die nächste schlittern.“ Alle Krisen-Maßnahmen der Regierung waren im Vergleich zur Schweiz oder Deutschland zu spät, zu bürokratisch und zu wenig. “Wenn die Finanzen der Krankenkassen nicht rasch ausgeglichen werden, drohen für die PatientInnen Selbstbehalte und Leistungskürzungen“, so Kucher. Er fordert von Anschober die Offenlegung der Zahlen, „damit wir wissen, wie groß das Finanzloch bei den Kassen ist. Eine komplette Intransparenz herrscht da“, kritisiert Kucher, und „dass bei der selbsternannten Transparenzpartei, den Grünen“. ****

Enttäuscht zeigt sich Kucher darüber, dass der Gesundheitsminister entweder nichts aus der Krise gelernt oder sich nicht stärker gegen die ÖVP und die Interessen ihrer Spender durchsetzen kann: „Es waren definitiv nicht die vielen Pressekonferenzen, die bei uns Zustände wie etwa in Italien oder in Spanien verhindert haben. Nur Dank unseres guten öffentlichen Gesundheitssystems und der vielen Beschäftigten, die im Kampf gegen die Corona-Krise 24 Stunden am Krankenbett, in den Ordinationen, Apotheken für uns alle da waren, konnten wir so gut durch die Krise kommen. Leider folgten darauf keine konkreten Maßnahmen: weder eine Bonuszahlung und faire Gehälter für die Corona-HeldInnen, noch eine Stärkung des öffentlichen Gesundheitssystems. Das Gegenteil ist der Fall“, so Kucher.

Kucher fordert in dem Zusammenhang auch mittels Antrag die Abschaffung des PRIKRAF (Privatkrankenanstaltenfonds) in der derzeitigen Form. „Bevor man diesen Fonds unter Schwarz-Blau I eingeführt hat, hat die Finanzierung ja auch gut über Einzelverträge von der Sozialversicherung mit Privatkliniken funktioniert“, so Kucher und fügt hinzu: „Während Kurz und Strache uns erzählt haben, wie dringend notwendig Kürzungen im öffentlichen Gesundheitssystem sind, haben sie gewinnorientierte Privatkliniken mit Millionen versorgt. Gleichzeitig haben sie die Krankenkassen zerschlagen und bei den Unfallkrankenhäusern gekürzt.“

Zum SPÖ-Antrag für eine Gratis-Impfung und der heute von der Regierung beschlossenen Gratis-Grippe-Impfung für Kinder und Jugendliche, sagt Kucher: „Das kann nur ein erster Schritt sein, die Gratis-Grippe-Impfung muss unbedingt auch auf ältere Menschen ausgedehnt werden. Denn besonders bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen kann eine Grippe tödlich verlaufen.“ (Schluss) sl/ls

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