Künstliche Intelligenz kann in punkto Lesbarkeit Nachrichten- Journalisten nicht das Wasser reichen

Neue US-Studie bei NeuroIS-Fachkongress der FH-OÖ belegt höhere Stimmigkeit, Prägnanz und Verständlichkeit.

Eine aktuelle – auf der Basis von Eye-Tracking-Daten von amerikanischen Wissenschaftlern publizierte – Studie zeigt jedoch, dass die Lesbarkeit von Nachrichten echter Menschen signifikant höher eingestuft wird als maschinell generierte Nachrichten. Die Lesbarkeit wurde dabei anhand von Kriterien wie Stimmigkeit, Prägnanz und Verständlichkeit gemessen
René Riedl, Professor für Digital Business und Innovation an der Fachhochschule Oberösterreich

Steyr (OTS) - Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua präsentierte Ende Mai mit Xin Xiaowei den ersten künstlichen 3-D Nachrichtensprecher. Auch wenn Deep Learning bei der Erzeugung von künstlicher Mimik hilft: Das Resultat bleibt ein künstliches Wesen, das nur annähernd wirkt wie ein Mensch. Auch das maschinelle Verfassen von Texten gewinnt in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt stark an Bedeutung.

Eine aktuelle – auf der Basis von Eye-Tracking-Daten von amerikanischen Wissenschaftlern publizierte – Studie zeigt jedoch, dass die Lesbarkeit von Nachrichten echter Menschen signifikant höher eingestuft wird als maschinell generierte Nachrichten. Die Lesbarkeit wurde dabei anhand von Kriterien wie Stimmigkeit, Prägnanz und Verständlichkeit gemessen“, sagt René Riedl, Professor für Digital Business und Innovation an der Fachhochschule Oberösterreich am Rande des diesjährigen NeuroIS Retreats.

Hirnaktivierungsmuster ermöglichen Vorhersage, ob Fake-News als solche erkannt werden

Mehrere Arbeiten beim diesjährigen NeuroIS Retreat befassten sich zudem mit den neurophysiologischen Korrelaten von richtigen Informationen und von Falschinformationen („Fake News“). Kanadische Forscher präsentierten dazu beispielsweise eine Studie, die sich mit den neurophysiologischen Prozessen von Menschen, die auf Social Media mit Falschinformationen konfrontiert werden, befasste. Mittels Elektroenzephalographie (EEG) und Stimulus-Material, das sich unter anderem auf den US-Präsidenten Donald Trump bezog, konnte gezeigt werden, dass es auf der Basis von Hirnaktivierungsmustern möglich ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt vorherzusagen, ob eine Fake-News-Headline von der Leserschaft fälschlicherweise für korrekt gehalten wird.

Corona pushte Kongress durch weitere Internationalisierung

Die Forscher-Community rund um die Querschnittsmaterie Neurowissenschaft und Informatik ist durch die Corona-Krise gewachsen. Beim heurigen, dreitägigen Kongress, der von 2. bis 4. Juni online abgehalten wurde, nahmen 72 Forscher aus 15 Ländern teil. Es gab

  • 41 Präsentationen
  • 731 Kommentare in MS Teams
  • 25 Stunden Video-Calls

Das Online-Format der Konferenz stellte die Organisatoren und Teilnehmer jedoch vor neue Herausforderungen. Die Technik wurde mit allen Speakern vorab getestet. „Schwierig bei der Programmerstellung war auch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeitzonen, in denen sich die Teilnehmer befanden“, so Riedl. Während ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Europa und Nordamerika stammte, waren auch Personen aus Taiwan, Südkorea und Hawaii vertreten, deren Zeitunterschied vom Control Room im neuen FH III Gebäude in Steyr berücksichtigt werden musste.

Weitere Themen am NeuroIS Retreat: Forscher aus Deutschland präsentierten eine Untersuchung, die auf der Basis von Gehirndaten zeigt, dass die Interaktion mit Websites mit blauem Hintergrund zu niedrigem kognitiven Verarbeitungsaufwand bei den Usern führt und zudem konnte nachgewiesen werden, dass das Blau mit positiven Gefühlen und Ästhetik assoziiert war. Die daraus resultierende Implikation für die Praxis ist einfach: Blau gestaltete Websites können einen wirksamen Beitrag dazu leisten, Websites positiv wahrzunehmen.

Eine Arbeit befasste sich mit Sicherheits-Warnungen im Online Bereich. Diese Thematik hat nicht nur unter Wissenschaftlern hohe Relevanz, sondern auch in der Praxis, weil Cybersecurity zu einem bestimmenden Thema in der Gesellschaft geworden ist. Die Wissenschaftler konnten auf der Basis von Gehirndaten zeigen, dass die Missachtung von Sicherheits-Warnungen unter anderem darin begründet liegt, weil Benutzer bei der Konfrontation mit Security-Notifications sehr emotional und wenig rational reagieren.

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