„kulturMontag“ am 29. Juni: Staatssekretärin Andrea Mayer live im Studio, neues Precht-Buch, Zukunft der Mode

Außerdem: Martin Traxls Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“

Wien (OTS) - Einen aktuellen Befund zur Situation des österreichischen Kulturbetriebs liefert der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 29. Juni 2020 um 22.30 Uhr. Dazu ist Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer live im Studio. Weitere Themen der Sendung sind u. a. das neue Buch von Starphilosoph Richard David Precht über den Sinn des Lebens sowie die Zukunft der Modebranche post Corona. Anschließend an das Magazin blickt die von Martin Traxl gestaltete Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“ (23.30 Uhr) dem israelischen Künstler beim hyperrealistischen Malen über die Schulter.

Der Kampf der Kultur – Die Aufholjagd der Staatssekretärin

Seit 18. Mai ist Andrea Mayer als neue Kunst- und Kulturstaatssekretärin in Amt und Würden und hat bereits Krisenkompetenz bewiesen. Ausfallszuschüsse für die Filmemacher, Hilfsgelder für gemeinnützige Organisationen, Überbrückungshilfen für freischaffende Künstler, Mehrwertsteuersenkungen im Buch- und Kunsthandel, der Künstlersozialfonds, der Härtefallfonds I und II – erste Gelder in vielfacher Millionenhöhe wurden für die von der Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogene Kulturszene seit dem Antritt der 58-jährigen Amstettnerin bereits locker gemacht. Erst in dieser Woche hat man Unterstützungspakete für die Bundesmuseen und Bundestheater geschnürt. Doch: Greifen die Maßnahmen, kommen die Gelder bei den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern an und wie sieht die Zukunft für die Clubkultur aus, für die es bis dato noch keinerlei Lösungen gibt? Andrea Mayer ist live zu Gast im Studio.

„Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“: Neues von Starphilosoph Richard David Precht

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert unsere Welt im Eiltempo. Für den Philosophen und Bestsellerautor Richard David Precht also höchste Zeit darüber nachzudenken, was Maschinen erlaubt sein darf – und was auf gar keinen Fall. In seinem neuen Buch beschäftigt er sich mit den wichtigsten Fragen rund um das Thema „Künstliche Intelligenz“ – und bezieht dabei auch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen mit ein. Während die drohende Klimakatastrophe und der enorme Ressourcenverbrauch der Menschheit den Planeten zerstören, machen sich Informatiker daran, die Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz voranzutreiben, die vielfach „optimierter“ können soll, was der Mensch kann. Dabei soll den Maschinen sogar eine menschenähnliche Moral einprogrammiert werden. Precht macht eindringlich klar, dass das nicht möglich ist. Im Gespräch mit Clarissa Stadler sinniert er über Mensch und Maschine, über Ängste und Vorurteile, über Sorgen und Wünsche.

Glitzer und Glamour – oder doch das neue Biedermeier? Die Zukunft der Mode

Weltweit wurde auch das Fashion-Business zum Opfer von Covid-19. Die großen Modeketten, aber auch Designer wie der in Wien lebende Bulgare Petar Petrov waren in den ersten zwei Wochen des Lockdowns damit beschäftigt, ihre Unternehmen zu retten. Auf den ersten Schock folgten Gedanken und Überlegungen. Wird die Pandemie das Verhältnis zur Mode ändern, wird sie an Bedeutung verlieren? Was passiert, wenn der asiatische Markt einbricht, der bis dato 30 bis 40 Prozent des Absatzes ausgemacht hat und schlicht die Käuferinnen und Käufer fehlen? Wird es noch Modeschauen geben und wie werden große Labels in Zukunft ihre Bedeutung inszenieren? Ist nach der Pandemie eher Glitzer und Glamour angesagt, wie nach der großen Depression in den USA der 1930er Jahre, oder kommt das neue Biedermeier? Ein Umdenken ist in Zeiten von Corona- und Klima-Krise längst im Gange, sagt die renommierte Design-Historikerin und Mode-Theoretikerin Alison Clarke. Über die Zukunft der Mode hat der „kulturMontag“ mit ihr sowie mit Stardesigner Petar Petrov gesprochen.

Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“ (23.30 Uhr)

Der israelische Künstler Yigal Ozeri versteht es wie kein anderer, hyperrealistische Gemälde von betörender Wirkung zu schaffen:
Porträts junger Mädchen in Anlehnung an die Modefotografie, Bilder von Soldatinnen an der Meeresküste, inszenierte Allegorien im Stile alter Meister. Der Umgang mit dem Licht, die Farbkompositionen, die handwerkliche Brillanz lösen Erstaunen und Zweifel aus. Wie ist eine so täuschende Nachahmung der Realität möglich? Warum kreiert ein Künstler im Zeitalter der Fotografie und der digitalen Bilderflut solche Gemälde? Was bedeutet überhaupt Realismus in der Kunst – oder geht es hier vor allem um Irreführung und Illusion? Der Film von Martin Traxl untersucht die Entwicklung des Künstlers vom abstrakten Maler zum Meister des Hyperrealismus und geht der Entstehung seiner atemberaubenden Werke auf den Grund.

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