SPÖ und GRÜNE fordern verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln: „WienerInnen sollen wissen, was auf ihrem Teller landet“

Lebensmittelaktionsplan „Wien isst G.U.T.“ ist weiterer Schritt in Richtung Klimamusterstadt

Wien (OTS/SPW-K) - Die Landtagsabgeordneten Nina Abrahamczik, Josef Taucher, Erich Valentin (alle SPÖ) sowie Ursula Berner und Rüdiger Maresch (GRÜNE) haben heute, Donnerstag, einen Resolutionsantrag zum Lebensmittelaktionsplan „Wien isst G.U.T.“ im Wiener Landtag eingebracht. Darin fordern sie die verpflichtende und kontrollierte Kennzeichnung von Lebensmitteln, insbesondere von tierischen Produkten, sowie einen verantwortungsvollen nachhaltigen Umgang damit.

Bereits im Mai 2019 beschloss der Wiener Landtag einen Resolutionsantrag, der das österreichische Parlament dazu aufforderte, die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden zu verbieten. Im Jänner 2020 bekannte sich die Stadt Wien zu einem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und gab den Startschuss für die Wiener Lebensmittelinitiative „Wien isst G.U.T.“ (Gesund/Umwelt- und Klimafreundlich/Tierfair). Die Initiative ist eine Ergänzung zu bestehenden Programmen wie ÖkoKauf, dem Wiener Klimaschutzprogramm KliP, der Smart City Strategie uvm. und verstärkt die Bestrebungen der Stadt, gesunde, leistbare und nachhaltige Nahrungsmittel auf die Teller der Wienerinnen und Wiener zu bringen, und gleichzeitig Umwelt-, Klima- und Tierschutz voranzutreiben.

„In einer Zeit, in der industrielle Nahrungsmittel maßgeblich unsere Esskultur bestimmen, braucht es gerade heute ein stärkeres Bewusstsein dafür, woher unsere Lebensmittel kommen und welche Auswirkungen ihr Konsum auf Tier, Mensch, Klima und Umwelt hat. Der Wiener Lebensmittelaktionsplan ‚Wien isst G.U.T.‘ ist ein wichtiger Hebel, um den Sinn für Nachhaltigkeit zu stärken. Wir müssen Konsumentinnen und Konsumenten bewusst machen, dass die Entscheidung für die ‚richtigen‘ Lebensmittel auch bei ihnen liegt. Das gelingt nur durch eine entsprechende Kennzeichnung von Lebensmitteln.
Das Wohl der Tiere und der Schutz des Klimas liegen in unserer Hand und können durch richtige Entscheidungen aktiv beeinflusst werden. Wir wollen, dass die Wienerinnen und Wiener wissen, was auf ihrem Teller landet“, erläutert SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher die Hintergründe.

Für den Umweltausschussvorsitzenden und SPÖ-Landtagsabgeordneten Erich Valentin ist die Resolution ein weiterer Schritt, Klimamusterstadt zu werden: „Wien ist das erste Bundesland, das ein Klimaschutzprogramm ins Leben gerufen hat. Zwei Klimaschutzprogramme haben wir bereits absolviert, ein drittes ist gerade in Fertigstellung. Wir haben unsere Klimaziele klar in der Smart City Rahmenstrategie festgelegt und setzen mit dem Wiener Lebensmittelaktionsplan den nächsten großen Schritt in Richtung Klimamusterstadt. Klimaschutz ist Lebensqualität und Lebensqualität bedeutet, dass wir die Menschen in Wien mitnehmen, indem wir dafür Sorge tragen, dass hochwertige und nachhaltig produzierte Lebensmittel unter besonderer Rücksichtnahme des Tierwohls auf dem Speiseteller landen. Die Stadt Wien trägt hier große Verantwortung.“

„Der richtige Umgang mit Lebensmitteln hat in vielerlei Hinsicht direkten Einfluss auf uns und unsere Umwelt. Es spielt also eine große Rolle, woher wir unsere Lebensmittel beziehen und unter welchen Bedingungen Tiere gehalten werden. Tierquälerische Haltungsformen sind klar abzulehnen und dürfen nicht toleriert werden“, sagt Tierschutzsprecherin und SPÖ-Landtagsabgeordnete Nina Abrahamczik. Und weiter: „Das Töten von Küken aufgrund ihres Geschlechts oder die Haltung von Tieren auf Vollspaltenböden haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.“

„Mit der Corona-Pandemie ist die Produktion und die Herkunft vor allem von tierischen Lebensmitteln noch mehr ins Zentrum gerückt. Der Tönnies-Skandal in Nordrhein-Westfalen mitsamt seinen sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen macht uns bewusst, dass nicht nur das Tierwohl im Zentrum stehen, sondern auch die Produktion und Verarbeitung ökologisch, nachhaltig und für die Beschäftigten gesund und sozial gerecht sein muss. Darauf schauen wir in Wien“, so der Tierschutzsprecher der Grünen Wien, Landtagsabgeordneter Rüdiger Maresch.

„Je billiger produziert und je weiter transportiert wird, umso höher ist in der Regel der Preis für Umwelt und Tiere. Denn unser aller Umgang mit Lebensmitteln hat einen direkten Einfluss auf Klima und Umwelt und auf das Wohl der Tiere. Wir sind es unseren Kindern schuldig, für ihre Gesundheit und für den Umwelt- und Klimaschutz, G.U.T. zertifizierte Ware zu verarbeiten und in öffentlichen Institutionen wie Schulen und Kindergärten anzubieten. Hier werden täglich circa 80.000 Kinder versorgt. Ich wünsche, dass alle diese Kinder biologisch angebautes pestizidfreies Gemüse essen können und Fleisch aus fairer Tierhaltung bekommen. Mit Zertifizierungen wie G.U.T. kann die Stadt die Landwirtschaft unterstützen, sich Richtung noch mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln", so die Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen Wien, Landtagsabgeordnete Ursula Berner.

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