Regner: Schluss mit der Ausbeutung von Saisonkräften!

EU-Parlament fordert mehr Kontrolle und verpflichtende Mindeststandards

Wien (OTS/SK) - "Wie schlimm die Arbeitsbedingungen von ErntehelferInnen, LeiharbeiterInnen und Saisonkräften sind, ist in der Corona-Krise noch einmal deutlich geworden. Wenn sich in einem der größten Schlachthöfe Europas über 700 Menschen mit Corona infizieren, ist das kein unglücklicher Zufall. Die Probleme sind nicht neu, aber während einer Pandemie besonders gravierend: In den maroden Sammelunterkünften mangelt es an allem, Schutzmaßnahmen für COVID-19 gibt es vielfach nicht und am Ende bleibt nur ein Hungerlohn über. Die Umsetzung der bestehenden Regeln ist lax, es fehlt an Kontrollen. Die Schattenseiten in der Fleischindustrie und Gemüseernte werden immer größer: Es kann nicht sein, dass ein günstiger Preis mehr wert ist als die Gesundheit und Würde der Menschen, die das Gemüse ernten oder im Schlachthof arbeiten. Deshalb fordern wir im EU-Parlament, diese Ausbeutung mitten in Europa endlich zu stoppen", sagt SPÖ-Europaabgeordnete und Gewerkschafterin, Evelyn Regner. ****

Im EU-Parlament wird heute eine Resolution über den Schutz von Saisonkräften sowie grenzüberschreitenden ArbeitnehmerInnen abgestimmt. "Wir brauchen verpflichtende Mindeststandards für den Arbeitsschutz, die Entlohnung und die Unterbringungen sowie mehr Kontrollen der Arbeitsinspektorate. Nur so werden sich die Arbeitsbedingungen wirklich verbessern. Außerdem müssen die ArbeitnehmerInnen, egal ob aus anderen EU-Staaten oder Drittländern, über ihre Rechte informiert werden", so Regner, Mitglied im Beschäftigungsausschuss, und ergänzt: "Hier kommt auch der neu geschaffenen EU-Arbeitsbehörde ELA eine zentrale Aufgabe zu, die Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten zum Schutz der Beschäftigen zu intensivieren. Dazu gehört auch die Einführung einer europäischen Sozialversicherungsnummer, die sowohl die Absicherung der ArbeitnehmerInnen als auch die Kontrolle der Behörden erleichtern würde. Wir SozialdemokratInnen machen uns dafür stark, dass die Verträge mit Subunternehmen verboten werden. So müssten die ArbeitgeberInnen ihren Verpflichtungen auch wirklich nachkommen und könnten sich nicht ständig an der nächsten Stelle abputzen. Das wäre ein wichtiger Fortschritt für eine echte Besserstellung der Beschäftigten." (Schluss) bj

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