trend: Doskozil fordert 1.700 Euro netto gesetzlichen Mindestlohn

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil verlangt die prompte gesetzliche Verankerung von 1.700 Euro netto Mindestlohn, um aus der Corona-Depression zu kommen

Wien (OTS) - „Man muss jetzt den Mindestlohn von 1.700 Euro netto umsetzen. Jetzt müsste das gesetzlich verankert in die Wirtschaft getragen werden“ fordert Burgendlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) im Freitag erscheinenden Wirtschaftsmagazin „trend.“ Um das Land aus der Corona-Depression zu führen, mache es keinen Sinn, „wenn die Regierung Unternehmen unterstützt, denen es prächtig geht“, Sinn mache es in erster Linie, „die Kaufkraft zu stärken. Dieses Geld bringt Konsum, bringt Arbeitsplätze. Bringt österreichische Arbeitskräfte statt solche aus dem EU-Ausland“. Der burgenländische Landeshauptmann, der 1.700 Euro netto Mindestlohn im Landesdienst bereits umgesetzt hat, hält diese Maßnahme aktuell „für die mit Abstand wichtigste und richtigste politische Maßnahme.“

Einwände der Wirtschaft

Einwände der Wirtschaft, 1.700 Euro Mindestlohn seien standortschädlich, entgegnet Doskozil vehement. „Das ist doch eine große Schmähparade“ wird er vom „trend“ zitiert. Seine Argumentation:
„Eine Mechanikerstunde in der Werkstatt kostet mehr als 100 Euro. Bei einer 40-Stunden-Woche macht das hochgerechnet 16.000 Euro Bruttoumsatz im Monat. Der Mindestlohn kostet brutto mit allen Beiträgen 3.200 Euro. Da frage ich mich schon, warum ein Mechaniker nicht 1.700 Euro verdienen soll.“ Beim jetzigen Lohniveau müssten die Menschen „pfuschen gehen, um zu überleben.“ Der Mindestlohn sei dagegen Anreiz, „wieder arbeiten zu gehen.“
Im Gegensatz zu führenden Wiener Parteigenossen ist der mit absoluter Mandatsmehrheit regierende Doskozil mit der Diskussion um Arbeitzeitreduktion auf 30-Stunden „sehr unglücklich“. „Das soll sozialdemokratische Arbeitsmarktpolitik sein? Das ist ein Hohn“ sagt er im morgigen „trend“. Er falle mit dieser Position jedoch sicher nicht der Parteivorsitzenden in den Rücken, aber: „Man muss nicht bei jedem Blödsinn mitlaufen.“

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