ÖBOG tritt für Einhaltung der österreichischen Arbeits- und Sozialstandards ein

Individuelles Fehlverhalten darf nicht für Verunglimpfungen einer ganzen Branche missbraucht werden

Wien (OTS) - Die jüngste Berichterstattung zu arbeits- und sozialrechtlichen Verstößen im Zusammenhang mit Erntehelferinnen und Erntehelfern in Österreich fordert ein klares Bekenntnis der Obst-und Gemüsebranche. Österreich hat hohe gesetzliche Standards, diese gilt es auch von jedem heimischen Betrieb einzuhalten und zu kontrollieren. "Für Verstöße gegen Sozialstandards, für Lohndumping und unzumutbare Umstände bei der Unterbringung gibt es keinerlei Verständnis aus der Branche, diese sollen und müssen zur Anzeige gebracht werden. Genauso wenig Verständnis haben wir aber auch dann, wenn individuelles Fehlverhalten für pauschale Verunglimpfungen einer ganzen Branche missbraucht wird", geben sich Josef Peck und Franz Windisch als Obleute des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse (ÖBOG) überzeugt.

Ein Blick in die Statistik sollte dazu beitragen, die Dinge ins Lot zu rücken: Seit der Einführung der Regelung zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping im Jahr 2011 wurden bis zum 31. Dezember 2019 kumuliert 3.703 Anzeigen wegen Unterentlohnung erfasst. Davon sind lediglich 27 der Landwirtschaft zuordenbar. Fünf rechtskräftige Entscheidungen entfielen im genannten Zeitraum auf den landwirtschaftlichen Sektor. Das sind nicht einmal 0,3% aller rechtskräftigen Entscheidungen.

Breite Information und Unterstützung von Arbeitnehmern und Betrieben zur bestmöglichen Umsetzung der bestehenden rechtlichen Regelungen zu Lohn, Behandlung und Unterbringung werden von der Branche unterstützt. Viele der auf Obst- und Gemüsebetrieben tätigen Fremdarbeitskräfte sind langjährige Mitarbeiter, die auch in der Krise ihre Systemrelevanz und ihre Zuverlässigkeit in der Aufrechterhaltung der Produktions- und Erntetätigkeit bewiesen haben.

Mit der Corona-Pandemie ist das Bedürfnis nach Versorgungssicherheit mit frischem Obst und Gemüse gewachsen. "Dazu braucht es einen Ausbau der arbeitsintensiven Obst- und Gemüseproduktion. Dieser kann wiederum nur mit entsprechenden Arbeitskräften unter Einhaltung aller Regeln erfolgreich verlaufen. Dazu muss Erntetätigkeit auch attraktiver werden und größere Wertschätzung erfahren", unterstreicht Windisch.

"Tatsächliche Nachhaltigkeit gelingt immer nur unter Beachtung von ökologischer, ökonomischer und sozialer Gerechtigkeit für Arbeitnehmer und Betriebe, und die gilt es jeden Tag anzustreben", fasst Peck zusammen.

Der österreichische Branchenverband ist die gemeinsame Vertretung des Obst- und Gemüsesektors und umfasst den amc Austria, die Landwirtschaftskammer Österreich, den Bundes-Obstbauverband, den Bundes-Gemüsebauverband, Bio Austria und den Handelsverband Österreich. (Schluss)

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