- 18.06.2020, 12:37:38
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- OTS0149
ÖBOG tritt für Einhaltung der österreichischen Arbeits- und Sozialstandards ein
Individuelles Fehlverhalten darf nicht für Verunglimpfungen einer ganzen Branche missbraucht werden
Utl.: Individuelles Fehlverhalten darf nicht für Verunglimpfungen
einer ganzen Branche missbraucht werden =
Wien (OTS) - Die jüngste Berichterstattung zu arbeits- und
sozialrechtlichen Verstößen im Zusammenhang mit Erntehelferinnen und
Erntehelfern in Österreich fordert ein klares Bekenntnis der Obst-
und Gemüsebranche. Österreich hat hohe gesetzliche Standards, diese
gilt es auch von jedem heimischen Betrieb einzuhalten und zu
kontrollieren. "Für Verstöße gegen Sozialstandards, für Lohndumping
und unzumutbare Umstände bei der Unterbringung gibt es keinerlei
Verständnis aus der Branche, diese sollen und müssen zur Anzeige
gebracht werden. Genauso wenig Verständnis haben wir aber auch dann,
wenn individuelles Fehlverhalten für pauschale Verunglimpfungen einer
ganzen Branche missbraucht wird", geben sich Josef Peck und Franz
Windisch als Obleute des Österreichischen Branchenverbandes für Obst
und Gemüse (ÖBOG) überzeugt.
Ein Blick in die Statistik sollte dazu beitragen, die Dinge ins
Lot zu rücken: Seit der Einführung der Regelung zur Bekämpfung von
Lohn- und Sozialdumping im Jahr 2011 wurden bis zum 31. Dezember 2019
kumuliert 3.703 Anzeigen wegen Unterentlohnung erfasst. Davon sind
lediglich 27 der Landwirtschaft zuordenbar. Fünf rechtskräftige
Entscheidungen entfielen im genannten Zeitraum auf den
landwirtschaftlichen Sektor. Das sind nicht einmal 0,3% aller
rechtskräftigen Entscheidungen.
Breite Information und Unterstützung von Arbeitnehmern und
Betrieben zur bestmöglichen Umsetzung der bestehenden rechtlichen
Regelungen zu Lohn, Behandlung und Unterbringung werden von der
Branche unterstützt. Viele der auf Obst- und Gemüsebetrieben tätigen
Fremdarbeitskräfte sind langjährige Mitarbeiter, die auch in der
Krise ihre Systemrelevanz und ihre Zuverlässigkeit in der
Aufrechterhaltung der Produktions- und Erntetätigkeit bewiesen haben.
Mit der Corona-Pandemie ist das Bedürfnis nach
Versorgungssicherheit mit frischem Obst und Gemüse gewachsen. "Dazu
braucht es einen Ausbau der arbeitsintensiven Obst- und
Gemüseproduktion. Dieser kann wiederum nur mit entsprechenden
Arbeitskräften unter Einhaltung aller Regeln erfolgreich verlaufen.
Dazu muss Erntetätigkeit auch attraktiver werden und größere
Wertschätzung erfahren", unterstreicht Windisch.
"Tatsächliche Nachhaltigkeit gelingt immer nur unter Beachtung von
ökologischer, ökonomischer und sozialer Gerechtigkeit für
Arbeitnehmer und Betriebe, und die gilt es jeden Tag anzustreben",
fasst Peck zusammen.
Der österreichische Branchenverband ist die gemeinsame Vertretung
des Obst- und Gemüsesektors und umfasst den amc Austria, die
Landwirtschaftskammer Österreich, den Bundes-Obstbauverband, den
Bundes-Gemüsebauverband, Bio Austria und den Handelsverband
Österreich. (Schluss)
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