Voices of Climate Change: Der Wald stirbt

Wien (OTS) - Im Rahmen des Projekts „Voices of Climate Change“ des Klimavolksbegehren kommen drei VertreterInnen der Forstwirtschaft zu Wort, die berichten, wie die Klimakrise ihre Wälder zerstört.

Vereinzelte Bäume sind kein Wald mehr

Wissenschaftlerin Maria Neumüller sieht die fatalen Folgen der Klimakrise am Wald ihrer Eltern im Mühlviertel: 70% davon ist tot. „Es sind Millionen Bäume, die durch die Dürre, durch die steigende Hitze und durch die Schädlinge gerodet werden müssen. Es ist eine Katastrophe.“ Hinzu kommen der emotionale Schaden und die psychische Belastung der Menschen, die für die nachfolgenden Generationen etwas aufgebaut haben und jetzt zusehen müssen, wie alles kaputt geht. Für eine rasche Veränderung braucht es laut Maria Neumüller politische Rahmenbedingungen. „Es darf sich kein Politiker auf andere ausreden. So funktioniert das nicht.“ Mit dieser Aussage wählt die Wissenschaftlerin, die erst im Vorjahr einen Bericht über das Waldsterben im Mühlviertel verfasst hat, sehr deutliche Worte, die es angesichts der katastrophalen Lage in den Wäldern auch braucht.

Videomaterial & Bilder: https://klimavolksbegehren.at/vocc-maria-neumueller/

Naturkatastrophen treffen den Wald durch die Klimakrise in ungeahntem Ausmaß

Als Bernhard Funke vor vier Jahren den Forstbetrieb Waldviertel-Voralpen übernommen hat, hat ihn sein Vorgänger bereits vor der Zerstörungskraft der Natur gewarnt. Durch die Klimakrise nimmt diese aber ungeahnte Ausmaße an. In den Bergen werfen Stürme die Bäume um, unter immer stärkeren Schneelasten knicken Föhren und Fichten ein. Im Flachland fehlt der Regen und der Borkenkäfer erledigt den Rest. Im Forstrevier Droß mussten in drei Wochen 14 Hektar umgeschnitten werden – das sind 20 Fußballfelder, die der Borkenkäfer zerstört hat. Umso wichtiger ist es für Funke, an die Zukunft seines Waldes zu denken und auf die Veränderungen zu reagieren. „Ich bin jedes Mal überrascht, wenn ich hier wieder in die Gegend komme. Nach zwei Monaten erkenne ich sie nicht wieder, weil der halbe Wald weg ist. Das ist etwas, was ich den Leuten mitgeben möchte – der Klimawandel ist hier bereits angekommen“, schließt Funke.

Videomaterial & Bilder: https://klimavolksbegehren.at/vocc-bernhard-funcke/

Baumarten sterben der Reihe nach aus

Forstwirtschaftsmeisterin Sandra Tuider betreut seit gut zwanzig Jahren einen 350 Hektar großen Forstbetrieb in Thernberg im Bezirk Neukirchen in Niederösterreich. Dort beobachtet sie, dass verschiedene Baumarten der Reihe nach aussterben. „Es ist unser tägliches Brot, dass wir mitbekommen, dass Baumarten verschwinden.“ Die fehlenden Niederschläge und die anhaltende Trockenheit sorgen bei den Bäumen für einen dauerhaften Stress und führen in weitere Folge dazu, dass sich die Bäume nicht mehr gegen Schädlinge wehren können. Sandra Tuider führt die nächste große Konsequenz aus, die wir in unserer Generation spüren werden: „In den Gebieten, wo der Wald großflächig stirbt, verschwindet auch das Wasser. Erst das Oberflächenwasser und in weiterer Folge das Grundwasser.“ Dennoch ist sie davon überzeugt, dass alle einen Beitrag für die Umwelt leisten können. „Das mindeste aber ist, das Klimavolksbegehren zu unterschreiben. Das ist unser kleinster Beitrag, um Druck auf die Politik auszuüben“, so die Forstwirtschaftsmeisterin.

Videomaterial & Bilder: https://klimavolksbegehren.at/vocc-sandra-tuider/

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