„Der Menschendarsteller“: Neues TV-Porträt und vier Spielfilme zum 90. Geburtstag von Otto Schenk am Feiertag in ORF 2

Außerdem am Wochenende: „Otti“-Festspiele in ORF III mit weiteren Filmen, Theater, Oper, Sketches u. v. m.

Wien (OTS) - Anlässlich des 90. Geburtstags von Otto Schenk am 12. Juni 2020 (Details zu umfassenden ORF-Programmschwerpunkt unter presse.ORF.at) präsentiert ORF 2 zu Fronleichnam, am Donnerstag, dem 11. Juni, um 22.00 Uhr, das neue Filmporträt „Der Menschendarsteller“ von Michael Meister (Dakapo in der „matinee“ am Sonntag, 14. Juni, 9.05 Uhr, ORF 2). Darin erzählt der leidenschaftliche Mime, Humorist, Regisseur, Dirigent und ehemalige Intendant, der in Österreich im Rang eines nationalen Heiligtums steht, u. a. über die prägende Gestalt der Großmutter, über den Vater, der nicht den Nazi-Rassengesetzen entsprochen hatte, über seine Verstrickung mit dem Theater und über seine Frau, unter deren Pantoffel er sich am wohlsten fühlt. Auch Wegbegleiterinnen und -begleiter wie u. a. Rudolf Buchbinder, Maria Köstlinger, Arik Brauer und Ruth Brauer-Kvam oder Michael Niavarani kommen zu Wort. Danach steht der Joseph Vilsmaiers 2002 produzierte Tragikomödie „August, der Glückliche“ (22.45 Uhr) auf dem Programm.

Der Feiertag in ORF 2 beginnt bereits ab 9.05 mit Otto-Schenk-Filmen:
Auf „Mein Opa und die 13 Stühle“ folgen mit „Ein Herz wird wieder jung“ (10.35 Uhr) und „Zwei unter einem Dach“ (13.55 Uhr) zwei weiter Komödien.

ORF IIII widmet dem Jubilar ein Schwerpunkt-Wochenende: Am Freitag, dem 12. Juni, stehen die legendären Kammerspiele-Produktionen „Othello darf nicht platzen“ (20.15 Uhr) und „Der verkaufte Großvater“ (22.35 Uhr) auf dem Programm, gefolgt von der die Sketch-Parade „Oft passiert es unverhofft“ (0.30 Uhr). Am Samstag, dem 13. Juni, starten die Geburtstagsfestspiele um 8.15 Uhr mit u. a. einer Ausgabe der Gesprächsreihe „Aus dem Archiv“ mit Otto Schenk und Weggefährten, gefolgt von Sendungen wie u. a. „Otto Schenk liest Märchen“ (9.15 Uhr), „Selten so gelacht“ (10.35 Uhr), „Otto Schenk – So ein Theater“ (15.55 Uhr), „Lacherfolge mit Otto Schenk und Helmuth Lohner“ (20.15 Uhr) oder „Perlen des Humors“ (21.50 Uhr), Filmen wie „Mein Opa ist der Beste“ (12.25 Uhr), „Zwei unter einem Dach“ (17.05 Uhr) und „August der Glückliche“ (18.40 Uhr) oder einem Auftritt beim musikalischen Talkformat „DENK mit Kultur“ (23.00 Uhr). Am Sonntag, dem 14. Juni, zeigt ORF III u. a. Otto Schenks Inszenierungen der Oper „Das schlaue Füchslein“ (7.45 Uhr) und des Operettenklassikers „Die Fledermaus“ (16.45 Uhr), in dem er auch in der Rolle des Frosch mitwirkte, außerdem die Josefstadt-Produktionen „Schon wieder Sonntag“ (13.05 Uhr) und „Sonny Boys“ (21.45 Uhr), das „Porträt eines Unermüdlichen“ (19.05 Uhr) und die 2018 aufgezeichnete Geburtstagsveranstaltung aus den Wiener Kammerspielen: „Alles Gute Otto Schenk! – Die Geburtstagsgala mit Michael Niavarani“ (20.15 Uhr).

Zum Inhalt des neuen TV-Porträts „Der Menschendarsteller – Otto Schenk zum 90. Geburtstag“

Er ist ein leidenschaftlicher Schauspieler, Weltstar der Opernregie, langjähriger Theater-Intendant und Bestseller-Autor mit Rekordauflagen. Vor allem aber steht Otto Schenk im Rang eines nationalen Heiligtums. Er „gehört“ den Österreicherinnen und Österreichern und hat damit den Status eines Publikumslieblings, wie es ihn heute kaum noch gibt. „Ich wollte nie etwas anderes, als dass mir das Publikum folgt. Ob es mich hasst oder liebt, war sekundär“, bekennt Schenk denn auch in einem aktuellen Interview, das er Michael Meister in seinem Coronavirus-bedingten Rückzugsort, an seinem Landsitz im Salzkammergut, gegeben hat. Am 12. Juni feiert der große Menschendarsteller seinen 90. Geburtstag.

Otto Schenk wurde 1930 in Wien geboren, als acht Jahre später das mörderische Nazi-Regime an die Macht kam, fiel die Familie in bittere Armut: Aufgrund der NS-Rassengesetze war der Vater, ein Jurist, mit Berufsverbot belegt worden. Doch umso reicher war die Phantasiebegabung des Otto. Seine italienische Nonna – die Großmutter – war sein erstes Publikum, an dem er sein komödiantisches Talent erprobte. Schon im Alter von drei Jahren gab er seiner „Beobachtungssucht“ mit allen Sinnen nach: Waren Tanten und Onkel bei Familienfeiern zu Gast, konnte er mit olfaktorischem Sensorium, noch lange nachdem die Verwandtschaft das Haus verlassen hatte, erschnüffeln, wer an welchem Sitzplatz gesessen hatte. Nach dem Krieg bekam Schenks Vater seine Würde zurück – und er selbst wurde am Max-Reinhardt-Seminar aufgenommen: einer der glücklichsten Momente in seinem Leben.

Das größte Glück im Leben des Otto Schenk ist jedoch die Ehe mit Renée Michaelis: „Die Renée ist für mich das schönste Geheimnis, das es gibt und immer wieder für mich geben wird. Dieses Geheimnis des selbstverständlichen Liebhabens war für mich Erotik“. Kennengelernt hat Schenk seine Frau als Darstellerin in der legendären Fernsehfamilie Leitner, bei der er Regie führte und die ihn selbst einem breiten Publikum bekannt machte.

Sein untrüglicher Instinkt für Pointen, sein perfekter Sinn für Timing machen Otto Schenk zum begnadeten Komödianten. Und zeitgleich wurde er für die Oper entdeckt. So meint Bühnenpartner Michael Niavarani voll Ehrfurcht: „Der Komiker, der in einer Werberahmensendung mit Alfred Böhm Sketche gespielt hat, inszenierte an der Metropolitan Opera große Wagner Oper“. Um nachzusetzen: „Wir haben uns ineinander verliebt.“

Otto Schenk war Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele und langjähriger Direktor des Theaters in der Josefstadt. Seine Bücher erreichten Rekordauflagen. Gerade eben hat er gemeinsam mit Michael Horowitz den reich bebilderten Band „Schenk. Das Buch“ vorgelegt. Seine Enttäuschung, dass Corona-bedingt die Präsentation dazu abgesagt wurde, kann er nicht verhehlen. Dass er sie bald nachholen kann, wünschen ihm all seine Freunde.

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