Funk Global Risk Consensus

Ready for the unexpected? – die Coronakrise relativiert

Wien (OTS) - Jedes Jahr führen namhafte Unternehmen und Institute Umfragen und Analysen durch, um die Stimmungen im wirtschaftlichen Umfeld zu untersuchen. Ein spezieller Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, mit denen Unternehmen aktuell konfrontiert sind. Zudem werden Risiken identifiziert, die im folgenden Geschäftsjahr als besonders besorgniserregend eingestuft werden. Daraus werden die Top 10 Risiken ermittelt und anschließend medial verbreitet. Die Resultate einzelner Studien sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da diese tendenziell durch voreingenommene Fragestellungen und Auswertungen beeinflusst werden können. Ein "Studien-Bias" ist auch in solchen Fällen nicht auszuschließen.

Um den Marktteilnehmern einen neutralen Überblick zu verschaffen, ist es sinnvoll, den "Studien-Bias" bestmöglich zu eliminieren. Hier setzt der Funk Global Risk Consensus an. Für den Funk Global Risk Consensus werden fünf jährlich wiederkehrende Studien und Risikoreports konsolidiert und ausgewertet. So wird sichergestellt, dass eine verlässliche und vergleichbare Datenbasis vorliegt. Die Studienauswahl umfasst Arbeiten von Rück- und Direktversicherern, Beratungsgesellschaften, wissenschaftlichen Instituten und dem World Economic Forum (WEF). Die getroffene Auswahl garantiert Vielfältigkeit und ermöglicht eine ausgewogene Auswertung.

Die ersten beiden Plätze für das Jahr 2020 nehmen Cyber-Risiken und ändernde Regulierungen ein. Diese wurden in den Studien am häufigsten gelistet und als besonders kritisch eingestuft. Auf den Plätzen drei, vier und fünf folgen eine ungünstige Marktentwicklung, Fachkräftemangel und Politische Risiken.

Die Basis zum Ranking 2020 bilden die Studien mit dem Erhebungszeitraum Q4 2019. Im Kontext zu der aktuellen Coronakrise sei die Frage erlaubt, wie dann das Risiko einer Pandemie in diesen renommierten Rankings positioniert wurde. Eine Pandemie wurde von keiner der genannten Studien als großes Risiko angesehen. Die Studie des WEF hatte allerdings das Risiko einer Pandemie im Bereich der Auswirkungen an zehnter Stelle genannt, die Eintrittswahrscheinlichkeit war jedoch als so gering eingestuft worden, dass dieses Risiko nicht näher beleuchtet wurde.

Das Risiko Pandemie wurde in früheren Jahren stärker gewichtet, jedoch immer unmittelbar nach einer Pandemie (Schweinegrippe, Vogelgrippe, SARS, Ebola). Mit der Zeit wurde dann der Wert der Eintrittswahrscheinlichkeit kontinuierlich reduziert. Dies zeigt, dass auch Spezialisten schnell vergessen, der Fokus rasant wechselt und latente Risiken in Vergessenheit geraten können.

Das Risiko der Pandemie wird sowohl im Bereich der Auswirkungen als auch im Bereich der Wahrscheinlichkeit in Zukunft wieder deutlich an Relevanz dazugewinnen.

Eintrittswahrscheinlichkeit - Scheingenauigkeit mit Folgen
Die SARS-Cov-2-Pandemie hat die Gesellschaft und somit auch die Unternehmen völlig überraschend getroffen. Eine der möglichen Ursachen für den Überraschungseffekt ist die Risikobewertung im Zuge des Risikomanagements, die unter anderem oft anhand von Eintrittswahrscheinlichkeiten erfolgt.

Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit ist eine der größten Herausforderungen im Risikomanagement-Prozess. Eintrittswahrscheinlichkeiten sind oft nur scheingenau und führen meist zur Unterschätzung von Risiken. Deshalb ist zu unterscheiden, ob eine Eintrittswahrscheinlichkeit als klein beurteilt wird oder im Risikobericht nicht beurteilt werden kann.

Es bedarf also eines Umdenkens und der Einsicht, dass wir zukünftige extreme Ereignisse nicht vorhersagen können und uns deshalb im Rahmen der unternehmerischen Möglichkeiten auf diese vorbereiten müssen. Ergänzend dazu sollten Risikoaspekte bei unternehmerischen Entscheidungen verstärkt berücksichtigt werden. So könnte zum Beispiel eine Lieferantenentscheidung aus Risikoüberlegungen zu Gunsten eines inländischen Anbieters ausfallen, statt auf einen kostengünstigeren Anbieter in einem fernen Land zu setzen.

Welche Risiken mit massiven globalen Auswirkungen werden wie die Pandemie potentiell unterschätzt?

Unterbruch des Internets

  • durch Infrastrukturschäden (z.B. gleichzeitiger Ausfall mehrerer Unterwasserkabel und folglich limitierte Kapazität) welche wohl dann von den Staaten kontrolliert wird und nicht mehr frei verfügbar wäre)
  • massive Cyberangriffe, die mehrere ISPs funktionsuntüchtig macht
  • Software Bugs, die mehrere ISPs funktionsuntüchtig macht

Ausfall der Kommunikationsinfrastruktur

  • ähnlich wie beim Unterbruch des Internets
  • Ausfall vieler Satelliten (z.B. Sonnensturm, Meteorschauer)

Stromausfall in den größten globalen Wirtschaftszentren

  • durch Cyberangriffe
  • Infrastrukturschäden (z.B. Sonnensturm, welcher weltweit viele Transistoren zerstört)

Ausbruch eines Supervulkans

  • kontinentale Zerstörung und einhergehende Erdbeben
  • vulkanische Winter mit mittelfristigen Ernteausfällen
  • Auswanderungswellen

Globaler Schädlingsbefall

  • rasche Ausbreitung eines Schädlings/Pilzes/Bakteriums welcher große Bestände von Kulturpflanzen befällt und zu massiven Ernteausfällen führt

Funk Global Risk Consensus

Unternehmen schätzen eine fundierte und neutrale Basis für ihre eigene Risikobeurteilung. Der Funk Global Risk Consensus bietet diese Grundlage. Die unternehmensspezifischen Konsequenzen lassen sich nach genauer Analyse direkt in der Risiko- und Versicherungsstrategie umsetzen. Dass unsere Gesellschaft trotz "smart data", Digitalisierung und vielen genialen Köpfen auch in Zukunft mit eher unwahrscheinlichen negativen Überraschungen leben muss, lehrt uns die aktuelle Krise.

Erfasste Studien und jeweiliges Studienziel

Folgende fünf Studien werden für den Funk Global Risk Consensus ausgewertet:

  • AGCS (Allianz Global Corporate Solutions): Allianz Risk Barometer - Befragung von 2700 Risikomanagement-Experten in 102 Ländern. Ziel: Die wichtigsten Betriebsrisiken 2020 bestimmen.
  • WEF (World Economic Forum zusammen mit Marsh & Mc Lennan und Zurich Insurance Group, National University of Singapore, Oxford Martin School - University of Oxford, Wharton Risk Management and Decision Processes Center - University of Pennsylvania): The Global Risks Report - Als Grundlage dient der Global Risks Perception Survey welcher von 800 Mitgliedern des WEF ausgefüllt wurde. Zusätzlich wurden weitere 200 Mitglieder der Global Sharpers Community befragt. Ziel: Nachhaltige Lösungen für die wichtigsten Risiken finden.
  • BCI (Business Continuity Institute): BCI Horizon Risk Scan – Befragung von über 9000 Mitgliedern in über 100 Ländern. Ziel: Firmen widerstandsfähiger machen.
  • PwC: Annual Global CEO Survey - 3501 CEOs aus 83 Territorien wurden für die Ausgabe 2020 befragt und 1581 für die Auswertung genutzt.
  • NC State University und Protiviti (Research conducted by NC State University's ERM initiative and Protiviti): Executive Perspective on Top Risks 2020 - Befragung von 1063 Board Members und Executives weltweit. Ziel: Vereinfachte Handhabung von Risiken für Unternehmen ermöglichen.

Systematik

Um den Funk Global Risk Consensus so neutral wie möglich zu gestalten, werden die erfassten Risiken aus den fünf ausgewerteten Studien in eine Rangliste gebracht. Da in jeder Studie bereits eine Bewertung aufgrund der Anzahl der Nennungen vorhanden ist, verwendet Funk ein einfaches Punktesystem, um die Risiken zu bewerten. Ist ein Risiko bei einer Studie auf Platz eins wird es mit 10 Punkten bewertet, ist es auf Platz 10 mit einem Punkt. Danach werden die Punkte der Risiken von allen Studien zusammengezählt. Dadurch entsteht eine neutrale Rangliste im Funk Global Risk Consensus, da so nur Risiken die in mehreren Studien auf den vorderen Plätzen genannt werden es auch im Funk Global Risk Consensus auf die vorderen Plätze schaffen.

Über Funk

Funk ist der größte inhabergeführte Versicherungsmakler und Risk Consultant im deutschsprachigen Raum und gehört zu den führenden Maklerhäusern in Europa. 1879 in Berlin gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute 1.320 Mitarbeitende an weltweit 35 Standorten. Über das eigene internationale Netzwerk „The Funk Alliance“ ist Funk weltweit präsent. Als Systemhaus für Risikolösungen betreut Funk Unternehmen aller Branchen in Fragen des Versicherungs- und Risikomanagements sowie der Vorsorge. Für sie entwickelt Funk individuelle Konzepte und optimiert die Absicherung aller betrieblichen Risiken – konsequent am Bedarf orientiert.

Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.funk-austria.com

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Sandra Stankovic, MA
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