Ö1-„Kunstradio“-Produktion „Phnom Penh FM: Re / Disc / Over“ von Sopheak Sao erhält Prix Palma Ars Acustica 2020 der EBU

Wien (OTS) - Die Jury des Prix Palma Ars Acustica hat heuer ex aequo die Ö1-„Kunstradio“-Produktion „Phnom Penh FM: Re / Disc / Over“ der kambodschanischen Filmemacherin und Künstlerin Sopheak Sao und die Radioarbeit „Ror-bu“ der Künstlerin Veronika Svobodová, produziert von Český rozhlas Czech Radio (CR), ausgezeichnet. Beide Stücke sind am 9. August in „Radiokunst – Kunstradio“ (23.00 Uhr) im „Ö1 Kunstsonntag“ zu hören.

Der internationale Prix Palma Ars Acustica wird jährlich von der Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunk Union (EBU) vergeben wird und ist mit 2000.- Euro dotiert. Das Gewinnerstück wird von allen teilnehmenden Radioprogrammen gesendet und erfährt somit eine weite Verbreitung in Europa.

Entstanden ist die Radiokunstarbeit „Phnom Penh FM: Re / Disc / Over“ der kambodschanischen Dokumentarfilmerin und Künstlerin Sopheak Sao 2019 im Rahmen des Projektes „re/dis/cover“, das von der österreichischen Bildenden Künstlerin Gertrude Moser-Wagner in Kooperation mit der Medienwerkstatt Wien, dem Weltmuseum Wien und dem Meta House Phnom Phen, unterstützt durch das Goethe Institut, initiiert wurde. Die Radiokunstcollage „Phnom Penh FM: Re / Disc / Over“ basiert auf einem Live-Mitschnitt eines Abends im Meta House Phnom Penh, in Zusammenarbeit mit den deutschen Musikproduzenten Chris Zippel (Genuine), Jan Mueller (Prof. Kinski) und Meta House Gründer Nico Mesterharm.

Sao beschäftigt sich mit der Rolle der Frau in der kambodschanischen Gesellschaft, von den legendären Apsara-Tänzerinnen, die auf den Bas-Reliefs des Weltkulturerbes von Angkor Wat abgebildet sind, den Bäuerinnen auf den Reisfeldern, den Kindersoldatinnen der „Killing Fields“ bis hin zur modernen, couragierten Geschäftsfrau, Mutter und Aktivistin. Zu Wort kommen kambodschanische Frauen verschiedener Altersgruppen. Junge Khmer-Künstlerinnen, Bloggerinnen und Aktivistinnen, die Sao Sopheak im Laufe ihrer zehnjährigen Karriere als Filmemacherin kennengelernt hat. Ebenfalls zu hören sind kambodschanische Fernsehstars, Frauen aus den Bergstämmen im Nordosten des Landes und - posthum - die kambodschanische Rockdiva Kak Channthy, die 2018 bei einem Autounfall ums Leben kam. Kak Channthy und Sopheak Sao teilten die Leidenschaft für den kambodschanischen Rock'n'Roll der 1960er Jahre, den sie - wie 80 Prozent der Gesamtbevölkerung, geboren nach 1979 - nur von Audioaufnahmen, Bändern oder Radiosendungen kennen. Aufgrund des Völkermords der Roten Khmer (1975-79) und drei Jahrzehnten Bürgerkrieg gibt es im Land fast kein Original-Vinyl mehr. Die Lieder des „Kambodschanischen Elfen“ Sin Sisamouth und seiner Zeitgenossen, die meist von den Kommunisten getötet wurden, erinnern noch immer an die Zeiten, als Kambodschas König Sihanouk sein Land zur „Schweiz Südostasiens“ entwickeln wollte und die kambodschanische Popkultur auf dem gesamten Subkontinent sehr beliebt war. „Phnom Penh FM: Re / Disc / Over“ versucht zu erforschen, wie die Khmer heute auf eine Art und Weise leben, die den Geist und die Musik der „Goldenen Ära“ ehrt, zu hören sind unter anderem Audioausschnitte aus Sopheak Saos Filmen, Feldaufnahmen, überarbeitete Plattensamples oder Live-Scratching.

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