Grüne zu Farm-to-Fork: Systemwandel in der europäischen Landwirtschaft eingeleitet

Farm-to-Fork-Strategie fordert mehr Nachhaltigkeit im gesamten Lebensmittelsektor

Wien (OTS) - Am Mittwoch präsentierte die EU-Kommission den Entwurf für die Farm-to-Fork Strategie, welche das gesamte Lebensmittelsystem von der landwirtschaftlichen Produktion, über die Verarbeitung und Vermarktung bis hin zu Konsum und Ernährung nachhaltiger und gesünder gestalten will. Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, meint dazu: „Die Farm-to-Fork Strategie ist einzigartig, weil sie erstmals das Lebensmittelsystem ganzheitlich betrachtet. Der Kommissionsentwurf sieht u.a. ambitionierte Ziele zur Stärkung der Bio-Landwirtschaft, zur Reduktion des Pestizideinsatzes, und zur Lebensmittelkennzeichnung vor. Diese dürfen nun in den Verhandlungen mit EU-Parlament und mit dem Ministerrat nicht verwässert werden.“

Gerade für Österreich, mit seiner kleinteiligen Agrarstruktur, der großen touristischen Relevanz der Landschaftspflege und hohem Bio-Anteil, ist es wichtig, dass das gesamte Landwirtschafts- und Lebensmittelsystem nachhaltiger gestaltet wird. Viele der Ziele in der Farm-to-Fork Strategie unterstützen grüne Anliegen im Hinblick auf Biodiversität im Agrarsystem. Voglauer sieht die im Regierungsprogramm vereinbarten Vorhaben bestätigt und nennt ein Beispiel: „Wir haben die Überarbeitung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz im Hinblick auf Pestizidreduktion vereinbart. Die Farm-to-Fork Strategie sieht nun eine Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2030 vor. Österreich hat also die Chance, beispielhaft voranzugehen und unseren Bäuerinnen und Bauern die Umstellung auf eine europaweite ökologische Landwirtschaft der Zukunft zu erleichtern.“

Clemens Stammler, Regionalsprecher der Grünen, ergänzt: „Wir haben die Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Milch, Fleisch und Eier in verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung vereinbart. Auch die EU-Kommission denkt nun über eine Herkunftskennzeichnung nach, so wie auch über eine Nährwert-Information. Dies würde Transparenz und freie Wahl für die KonsumentInnen schaffen“. Stammler führt weiter aus: „Aus Sicht der ländlichen Regionen ist auch die regionale Beschaffung und die Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ein großes Thema. Um unser lebendiges Dorfleben aufrecht zu erhalten, braucht es regionale Kreisläufe, keine Billigimporte.“

Voglauer und Stammler sind sich einig: „Die EU-Kommission hat einen ambitionierten Entwurf vorgelegt. Noch ist das Papier aber erstens ein Entwurf und zweitens eine Strategie. Nun müssen sich auch die österreichischen VertreterInnen im EU-Parlament und im Rat dafür einsetzen, dass die ökologische Wende in der Lebensmittelversorgung auf EU-Ebene weitergeht. Unser aller Aufgabe wird es dann sein, diese Strategie auf EU-Ebene und in Österreich mit Leben zu füllen und umzusetzen. Nur dann ist sie auch von Wert.“

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