„Orientierung“ über die Pandemie und das Virus der Verschwörungen

Am 24. Mai um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 24. Mai 2020, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Die Pandemie und das Virus der Verschwörungen
Falschmeldungen verbreiten sich rasant, Mythen geistern durch die Untiefen des Internets. Das Virus scheint unfassbar, Verschwörungsmythen wirken für manche Menschen greifbarer. Tiefes Misstrauen gegenüber Regierenden sowie Wissenschafterinnen und Wissenschaftern spielt extremen Positionen in die Hände und oft sind antisemitische Parolen zu hören. Böse Mächte – so eine Auslegung – könnten hinter der Verbreitung des Virus stecken und lange bevor ein Impfstoff entwickelt wurde, sind viele schon von seiner Gefährlichkeit überzeugt. In mehreren Ländern – etwa in den USA, in Deutschland und in Polen – demonstrieren Menschen gegen Corona-Maßnahmen. Für Aufregung sorgte ein Aufruf von Erzbischof Carlo Maria Viganò. Die Corona-Pandemie solle genutzt werden, um eine „Weltregierung“ zu schaffen, hieß es da etwa. Einer der Unterzeichner ist der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die Deutsche Bischofskonferenz zog eine klare Grenze, distanzierte sich von diesem Aufruf. Bericht: Christian Rathner.

Im „Orientierung“-Studiogespräch aus Stuttgart zugeschaltet: Michael Blume, Religionswissenschafter und Beauftragter gegen Antisemitismus der Landesregierung Baden-Württemberg

Brasilien: Bischof Erwin Kräutler über einen „menschenverachtenden“ Präsidenten
Rund um Großstädte Brasiliens werden Massengräber angelegt. Fast 300.000 Menschen gelten offiziell als infiziert, fast 20.000 Tote sind bis dato zu beklagen, die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Derzeit breitet sich das Coronavirus auch in der Region Amazonien aus. In der Stadt Altamira am Rio Xingu – ein Nebenfluss des Amazonas – ist der inzwischen emeritierte 80-jährige Bischof Erwin Kräutler aus Vorarlberg seit Jahrzehnten aktiv. Die Pandemie hat auch ihn zur Vorsicht gezwungen. Als „Eremit“ – wie er selbst sagt – erlebt er die aktuelle Situation relativ isoliert von seiner Gemeinde. Kräutler wird emotional, wenn er über Jair Bolsonaro, den Präsidenten Brasiliens, spricht. Dieser sei eine „menschenverachtende Figur“. Bolsonaro verharmlost die Corona-Pandemie bisher regelmäßig. Kräutler verweist auch auf den Zusammenhang zwischen Pandemie und Umweltzerstörung; besonders die Ureinwohner Amazoniens seien bedroht. Bericht: Klaus Ther.

Caritas-Präsident Landau: „Sozialen Lockdown verhindern“
Er leitet nun auch die Geschicke der katholischen Hilfsorganisation Caritas auf europäischer Ebene: Michael Landau wurde am vergangenen Dienstag zum Präsidenten von Caritas Europa gewählt. Große Aufgaben könne man nur gemeinsam bewältigen, meint er. Die Caritas Europa hat 49 Mitglieder und ist in 46 europäischen Staaten präsent. Michael Landau wurde im Oktober 1992 in Rom zum Priester geweiht. Vor 25 Jahren wurde er Direktor der Caritas Wien, seit 2013 ist er Präsident der Caritas Österreich. Am 23. Mai wird er 60 Jahre alt. Ein Team der „Orientierung“ hat Michael Landau getroffen und mit ihm – angesichts der Corona-Pandemie – über sozialpolitische Herausforderungen gesprochen. Landau fordert eine Sozialmilliarde, denn jetzt müsse man „einen sozialen Lockdown Österreichs verhindern“. Bericht: Zoran Dobrić.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003