Grüne/Rössler/Waitz zur EU-Biodiversitätsstrategie: Unsere Natur kann nicht mehr warten

EU-Strategie ergänzt nationales Biodiversitätsprogramm

Wien (OTS) - Der Schutz der Natur und die Wiederherstellung der Ökosysteme ist laut EU-Biodiversitätsstrategie der einzige Weg, um den Verlust der biologischen Vielfalt als eine der größten Bedrohungen für die Menschheit aufzuhalten.

Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, sagt: “Wir erleben das größte Artensterben seit den Dinosauriern - jeden Tag sterben 150 Arten an Tieren und Pflanzen aus. Die Strategie der Kommission ist gut, schwächelt aber im Bereich Klimaschutz und naturnaher Waldwirtschaft. Ein gut geschützter Wald trägt wesentlich zum Klimaschutz und Trinkwasserhaushalt bei. Die Passagen im Vorschlag sind ein starkes Indiz, dass die Lobby der Holzindustrie und Großwaldbesitzer eingriffen und damit die ansonsten gute Strategie verwässert haben. Wir werden im EU-Parlament intensiv an ambitionierten und verpflichtenden Maßnahmen und Umsetzungen für die Mitgliedstaaten arbeiten.”

„Die EU-Kommission hat die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Ökosystemen erkannt, auf einer limitierten Erde kann es kein grenzenloses Wachstum geben. Deshalb müssen wir Lebensstil, Konsum und Wirtschaft den natürlichen Kapazitäten anpassen“, kommentierte Astrid Rössler, Umweltsprecherin der Grünen, die heute präsentierte EU-Biodiversitätsstrategie.

Die EU-Biodiversitätsstrategie fordert die Erweiterung von Schutzgebieten und die Erhöhung der Schutzstandards. Es sollen ökologische Korridore eingerichtet und Maßnahmen zur Wiederherstellung der Biodiversität ergriffen werden. Ein besonderer Fokus liegt auf nachhaltiger Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Böden und dem Ausbau der biologischen Landwirtschaft: Der Pestizideinsatz soll halbiert, Belastungen durch Düngemittel reduziert, die Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erhöht und das Bodenökosystem wiederhergestellt werden. Weitere Maßnahmen sind die Pflanzung von drei Milliarden zusätzlicher Bäume, größere Anstrengungen zur Wiederherstellung von Fließgewässern zu unternehmen, die Städte verstärkt zu begrünen und Schadstoffe wie Pharmazeutika, gefährlichen Chemikalien, städtische und industrielle Abwässer und andere Abfälle wie Müll und Plastik zu reduzieren.

„Die Kommission reagiert damit auf den dramatischen Verlust an Lebensräumen und Artenvielfalt. Wir haben im aktuellen Regierungsprogramm ein sektorenübergreifendes Biodiversitätsprogramm vereinbart, das den Empfehlungen der heute präsentierten EU-Strategie in vielen Punkten entspricht. Erste Initiativen wurden bereits ergriffen: Wir haben im letzten Umweltausschuss einen Notfallplan gegen das Artensterben in Flüssen und die Einrichtung eines Biodiversitätsfonds auf den Weg gebracht.“, erklärt Rössler. Dass es sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene mehr finanzielle Mittel für den Schutz der Biodiversität braucht, bestätigt auch die Kommission, die in diesen Maßnahmen einen Jobmotor verortet.

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