Kaiser/ Czernohorszky/ Winkler: „Kindern weitere Freiräume schaffen!“

Drastische Einschränkungen für Kinder längerfristig nicht vertretbar, Forderung nach Wiederaufnahme des Sportunterrichts

Wien (OTS) - „Kinder brauchen Platz zum Spielen mit Freunden und sie brauchen einen Alltag, der nicht von drastischen Einschränkungen geprägt ist. Der Lockdown war und ist für Kinder sehr belastend – das hat erst letzte Woche eine Umfrage der Kinderfreunde gezeigt. Deshalb müssen jetzt deutliche Schritte gesetzt werden, um Kindern möglichst viel von ihrem gewohnten Leben zurück zu geben“, betonten heute Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, Wiens Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Burgendlands Bildungslandesrätin Daniela Winkler. „Von allen notwendigen Maßnahmen, die bisher gesetzt wurden, waren Kinder ganz besonders betroffen. Jetzt geht es darum, den Fokus verstärkt auch auf ihre Bedürfnisse zu lenken.“

Erste Cluster-Analysen der AGES hätten gezeigt, dass bislang keine Cluster in Schulen nachgewiesen werden konnte. „Hier muss rasch weiteruntersucht und eine wissenschaftlich fundierte Expertise zur Infektionshäufigkeit in Kindergärten und Schulen erstellt werden“, so Kaiser, Czernohorszky und Winkler. „Es kann nicht sein, dass man die Entwicklungsbedürfnisse von Kindern einfach ignoriert, nur weil man nicht genügend Daten hat.“ Darauf aufbauend müsse es klare Handlungsempfehlungen des Bundes für Einrichtungen und Eltern geben, „die praktikabel und umsetzbar sind und auch im Einklang mit den Kinderrechten stehen.“ Das Kindeswohl und vor allem das seelische Wohl von Kindern dürfe nicht hinter wirtschaftlichen Interessen stehen – „gerade jetzt, wenn wir unser gesellschaftliches Leben wieder hochfahren!"

Sportunterricht wieder aufnehmen

So sei es nicht nachvollziehbar, dass der Bewegungs- und Sportunterricht mit wenigen Ausnahmen bis zum Schuljahresende nicht mehr stattfinden dürfe, so Landeshauptmann Peter Kaiser und Stadtrat Jürgen Czernohorszky. „Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben den größten Bewegungsdrang: Sport komplett aus den Schulen zu verbannen, ist Unfug!“

Bewegung – vor allem im Freien – sei für Kinder enorm wichtig. „Wenn SportlerInnen in Kleingruppen und mit Abstand wieder trainieren können, geht das auch für SchülerInnen!“ so Peter Kaiser und Jürgen Czernohorszky. „Bewegung und Sport in Schulen sollte sich deshalb zumindest an den derzeit geltenden Richtlinien/Empfehlungen für den Vereinssport für Kinder ab 10 Jahren orientieren – wie zum Beispiel Gymnastik auf Sportplätzen oder Läufe im Wald etc. Praktikable Lösungen für den Bereich der Volksschule fehlen derzeit leider völlig.“

Freiheit versus Sicherheit müsse sinnvoll im Einklang stehen, daher wäre es laut Kaiser, Czernohorszky und Winkler notwendig, klare Aussagen von Bundesseite zu folgenden Themen zu bekommen:

- Empfehlungen für Bewegungs- und Sportunterricht mit praktikablen Lösungen, differenziert nach Schulstufen – spätestens für den Beginn des nächsten Schuljahres

- Die Entscheidung über sportliche Aktivitäten soll in die Autonomie an die Schulen verlagert werden was auch jetzt noch rückwirkend den Sportunterricht ermöglichen würde

- Ein generelles Überdenken der Regeln im Volksschulbereich betreffend Bewegungsfreiheit von Kindern

„Im Moment ist vieles, was Lernen für Kinder zum freudigen Erlebnis macht, einfach nicht möglich: Dazu zählen neben Sport auch Gruppenarbeiten, Spielen, Musik oder gemeinsame Projekte“, so Kaiser, Czernohorszky und Winkler. „Hier sind klare politische Aussagen von Bundesseite notwendig, die durchaus revidiert werden dürfen, wenn sich wissenschaftliche Expertisen ändern“, so Kaiser, Czernohorszky und Winkler.

Planung für Sommer wichtig

Zu den wichtige Bedürfnissen von Kindern zählt aber auch eine abwechslungsreiche Gestaltung der Sommerferien: „Wenn darüber diskutiert wird, wie der Tourismus im Sommer organisiert werden kann, darf auf die Kinder nicht vergessen werden. Hier braucht es rasch Klarheit und Konzepte von Bundesseite“, so Kaiser, Czernohorszky und Winkler. „Was ist mit den angekündigten Summer Schools? Wird es Förderprogramme von Bundesseite geben? Familien wollen ihren Sommer planen – kommt da von Bundesseite noch etwas!“

In Wien gebe es auch in diesem Sommer Ferienbetreuung für Kinder, in die man Lernförderung integrieren könne. „Wir werden unser Modell der Summer City Camps jedenfalls mit verstärkter Lernförderung anbieten, weil durch das verkürzte Semester sicher viele Kinder Nachholbedarf haben: Konkret planen wir in Wien zusätzliche Standorte für 6 bis 12-Jährige mit Lernschwerpunkt. Zusätzlich wird es an bestehenden Standorten verstärkte Lernangebote geben.“, betont Jürgen Czernohorszky. „Und wir haben dem Bund bereits mehrfach angeboten, dieses Modell auch bundesweit als best practice zur Verfügung zu stellen.“ Darüber hinaus biete Wien Kindern und Familien kostengünstige Urlaube in ganz Österreich an, die vom Verein Wiener Jugenderholung (WIJUG) organisiert werden.

„Nach den für Familien sehr belastenden Wochen, wollen wir im Besonderen Kinder und Jugendliche mit einer umfassenden Ferienbetreuung soweit als möglich und unbelastet wieder in einen normalen Alltag begleiten“, betont Landesrätin Daniela Winkler. Für die bevorstehenden Sommermonate wird im Burgenland aufgrund einer gesetzlichen Regelung in jeder Gemeinde eine Ferienbetreuung angeboten. Dazu braucht es eine Lockerung und Anpassung der Maßnahmen. Bewegung und Sport wichtige Aspekte für die Ferienbetreuung. Mit der Maskentragepflicht und dem Mindestabstand, wie er zum Beispiel in Freibädern gefordert wird, wird keine sinnvolle Betreuung möglich sein. Unter Berücksichtigung der bislang guten Entwicklung brauchen wir daher für die Kinder- und Jugendbetreuung eine angepasste Lockerung der geltenden Maßnahmen. Da viele Eltern in den letzten Wochen ihr Kontingent für Urlaub und Freistellung großteils ausgeschöpft haben, kommt der Ferienbetreuung heuer besondere Bedeutung zu!“ (Schluss)

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