Grüne/Voglauer: Nationales Glyphosat-Verbot wird endlich auf den Weg gebracht

Grüne begrüßen Weiterleitung des Antrages zum Glyphosat-Verbot

Wien (OTS) - Nachdem Mediziner, Umweltschutzorganisationen und die Grünen seit Jahren vor einer möglichen krebserregenden Wirkung von Glyphosat warnen, hat Nationalratspräsident Sobotka den notwendigen Schritt gesetzt, damit das weltweit am häufigsten eingesetzte Pestizid in Österreich verboten werden kann. „Die Entscheidung, den im Dezember eingebrachten Antrag zur Notifizierung an die Europäische Kommission zu schicken, werte ich als richtiges Signal. Die Zeit drängt, denn das wahrscheinlich krebserregende Pflanzengift hat auf unseren Äckern, im Grundwasser und auf unseren Tellern nichts verloren,“ kommentiert Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, den heute gesetzten Schritt des Vertreters des Parlaments.

Der Nationalrat hatte bereits im Sommer 2019 ein nationales Glyphosatverbot beschlossen. Aufgrund eines Formfehlers trat das Gesetz jedoch nicht in Kraft: Es hätte noch im Entwurfsstadium an die Europäische Kommission notifiziert werden müssen. Mit den Stimmen der Grünen wurde das Glyphosatverbot im Dezember 2019 erneut im Nationalrat bekräftigt. Die nun erfolgte Notifizierung des zeitgleich eingebrachten Antrags war ein längst überfälliger Schritt. „Eine langjährige Forderung der Grünen wird damit im ersten Schritt erfüllt. Bereits 2017 erwirkten die Grünen im Kärntner Landtag einen Beschluss zum Totalverbot von Glyphosat in Kärnten – es war der erste dieser Art in Österreich. Die Kommission stimmte einem Teilverbot zu. Dieses ist nun seit 1.1.2020 in Kraft“, sagt Voglauer und weiter: „Wie die Kommission nun urteilen wird, ist offen. Vorbild ist für uns Luxemburg, wo ab 31.12.2020 Glyphosat verboten ist. Ein Verbot in Österreich wäre ein Meilenstein für den Schutz der Artenvielfalt und den Gewässerschutz,“ zeigt sich Voglauer zuversichtlich.

Die Zukunft der Landwirtschaft liegt im Schutz der Biodiversität. Das bedingt eine rasche Umkehr bei der Anwendung von Pestiziden. „Gerade die Woche der Artenvielfalt zeigt, wie schlecht es um unsere Landwirtschaft und Umwelt steht. Dass Massensterben nützlicher Insekten auf unseren Wiesen und Äckern ist durch viele Studien belegt. Eine vielfältige Landwirtschaft mit reicher Fruchtfolge und biologischer Wirtschaftsweise ist die Antwort, wenn es darum geht, in Zukunft bäuerliche Betriebe auch ökonomisch abzusichern,“ ist Voglauer überzeugt.

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