ÖH: Auch während Corona muss barrierefreies Studieren möglich sein

ÖH Bundesvertretung und ÖH Uni Wien fordern Onlineprüfungen sowie die Möglichkeit von kontaktlosen und sicheren Einzelprüfungen an Österreichs Hochschulen

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) und die Universitätsvertretung der Universität Wien (ÖH Uni Wien) zeigen sich besorgt über das Fehlen sicherer Prüfungsmöglichkeiten an Österreichs Hochschulen während der Corona-Krise. Besonders für Personen der Corona-Risikogruppe sei dies gefährlich. Die Studierendenvertreter_innen fordern daher: eine selbstbestimmte Wahlmöglichkeit unterschiedlicher Prüfungsmöglichkeiten für alle Studierenden.

“Wir dürfen nicht riskieren, dass Personen der Corona-Risikogruppe vom Lehr- oder Prüfungsbetrieb ausgeschlossen werden. Wir müssen auch während der Corona-Krise für den Abbau von Barrieren an Österreichs Hochschulen sorgen”, sagt Adrijana Novaković vom ÖH Vorsitzteam. Viele Personen der Corona-Risikogruppe wären gezwungen sich für das Wintersemester 2020 beurlauben zu lassen. Grund dafür sei, dass es nicht ausreichend sichere Prüfungsmöglichkeiten gäbe, bzw. diese lediglich auf das Sommersemster 2020 beschränkt seien. “Weder Online- noch Präsenzprüfungen sind frei von Barrieren. Genau deswegen braucht es sowohl Onlineprüfungen als auch die Möglichkeit von kontaktlosen und sicheren Einzelprüfungen an den Hochschulen. Wir müssen auch in der Krise ein barrierefreies Studieren aller ermöglichen”, fordert Novaković.

Für Studierende mit Beeinträchtigung gäbe es die Möglichkeit von Prüfungsmodalitäten abzuweichen. Auch wenn viele Studierende der Corona-Risikogruppe dies ebenfalls beantragen könnten, seien diese, laut ÖH Bundesvertretung und ÖH Uni Wien, in der aktuellen Situation nicht ausreichend. Dora Jandl vom ÖH Vorsitzteam erklärt: “Nicht nur Studierende, die in die Corona-Risikogruppe fallen, brauchen Wahlfreiheit in den Prüfungsmöglichkeiten, sondern auch Studierende, die im selben Haushalt mit gefährdeten Personen leben, die in der Pflege und persönlichen Assistenz arbeiten oder wegen Betreuungspflichten nicht physisch anwesend sein können.” Für diese Personen gäbe es aktuell noch keine Regelungen. “Zu der Gruppe der gefährdeten Personen müssen auch Studierende, die in regelmäßigem physischen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Schutzbedarf wegen der Corona-Krise stehen, gezählt werden”, fordert Jandl.

Weitere Probleme werden bei dem Betretungsverbot der Hochschulen bei Corona-Symptomen verortet. “Corona-Symptome überlappen sich häufig mit Symptomen anderer Krankheiten, bspw. Autoimmunerkrankungen - für diesen Personenkreis muss es dennoch die Möglichkeit geben die Hochschulen zu betreten, und somit am Lehr- und Prüfungsbetrieb teilnehmen zu können”, fordert Desmond Grossmann vom ÖH Vorsitzteam. Zusätzlich bräuchte es eine unbürokratische Abwicklung bei der Umsetzung barrierefreier Prüfungsmöglichkeiten. “Ziel darf es nicht sein den Betroffenen noch mehr Arbeit aufzubrummen, sondern ihnen das Studienleben so weit es geht zu erleichtern”, erklärt Grossmann weiter.

“Die Corona-Krise verlangt den Hochschulen und Studierenden viel ab. Wir dürfen das aber nicht als Ausrede verwenden um gefährdete Personen, deren Angehörigen, Mitarbeiter_innen oder Kolleg_innen von Österreichs Hochschulen auszuschließen”, betont das ÖH Vorsitzteam abschließend.

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