AK: „Unglücklich geschieden“ – Monat für Monat Aus für mehr als tausende befristete Mietverträge

AK hat berechnet: Im April lief für fast 6.200 Haushalte ihr befristeter privater Mietvertrag aus – Weg mit befristeten Mietverträgen außer bei Eigenbedarf

Wien (OTS) - Verlängert oder nicht verlängert? Im April lief für knapp 6. 200 Haushalte ihr privater befristeter Mietvertrag aus. „In ohnehin schon schwierigen Zeiten heißt das für viele noch mehr Sorgen und Ungewissheit. Fest steht: Mieterinnen und Mieter zahlen jedenfalls drauf“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Entweder wird ihr Mietvertrag verlängert und die Miete erhöht – zuvor mussten sie aber eine gewisse Zeit in Unsicherheit leben. Oder er wird nicht verlängert, es heißt eine neue Wohnung suchen.“ Die AK verlangt ein Aus für befristete Mietverträge außer bei Eigenbedarf.

„Für viele Familien, vor allem für junge, sind befristete Mietverträge ein großes Problem“, sagt Anderl. „Befristungen machen Wohnen unsicher – in derzeit ohnehin schon schwierigen Zeiten verschärft sich durch befristete Mietverhältnisse eine langfristige Lebensplanung. Auch eine neue Wohnung zu suchen, ist derzeit ein Spießrutenlauf. So zittern Monat für Monat tausende Menschen, weil ihr befristeter privater Mietvertrag auslauft.“

Mittlerweile werden zwei von drei neuen Mietverträgen im privaten Bereich befristet vermietet. So gab es 2018 in Österreich rund 325.840 befristete Mietverträge im privaten Segment (Mikrozensus Statistik Austria). Eine beim IFES in Auftrag gegebene AK Studie zeigt: Befristete Mietverträge werden im Schnitt auf 4,4 Jahre abgeschlossen.
Die AK hat berechnet: Mit Ende April ist bei rund 6.170 Haushalten – etwa 12.470 Menschen – der befristete Mietvertrag in privaten Mietwohnungen abgelaufen. In Wien gibt es rund 120.020 befristete Mietverträge bei privaten Mietwohnungen. Das bedeutet für die betroffenen Haushalte – in denen rund 238.850 Menschen leben – wohnen auf Zeit.

„Befristete Mietverträge bringen Unsicherheit – wird der Vertrag verlängert oder nicht? Fakt ist: Es wird in jedem Fall teurer“, betont Anderl. „Bei einer Vertragsverlängerung ist man dem Vermieter hinsichtlich möglicher Mieterhöhungen de facto ausgeliefert – Mieterinnen und Mieter sitzen hier am kürzeren Ast. Es wird der am Markt übliche Preis verlangt. Davor lebt man schon eine gewisse Zeit in Unsicherheit, ob der Vertrag überhaupt verlängert wird. Wird der Mietvertrag nicht verlängert, beginnt die Wohnungssuche vor vorne“, sagt Anderl. „Auch wer sich eine Wohnung suchen muss, muss mit Umzugs-, Kautions- und Maklerkosten rechnen.“

„Langfristiges und leistbares Wohnen ist eine wesentliche Voraussetzung für sichere Lebensbedingungen“, sagt Anderl. Die AK will ein Aus für befristete Mietverhältnisse: Privatpersonen, die nicht mehr als drei Wohnungen haben, sollen davon ausgenommen sein; dort können Befristungen wegen des zukünftigen Eigenbedarfes, etwa für Kinder und Enkelkinder, zulässig bleiben.

Die AK setzt sich für #Gerechtigkeit ein. Seit 100 Jahren. #fürimmer.

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