Quo vadis Kulturnation? „kulturMontag“-Schwerpunktsendung mit Diskussion zur Kulturkrise

Außerdem: Premiere für Konzertaufzeichnung „Wechselspiele: Ernst Molden und Ursula Strauss“ in St. Corona

Wien (OTS) - „Quo vadis Kulturnation Österreich?“, fragt Martin Traxl in der „kulturMontag“-Schwerpunktausgabe am 18. Mai 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 eine prominent besetzte Gesprächsrunde. Welchen Wert hat Kunst und Kultur für Gesellschaft und Politik? Ist unsere Gesellschaft dabei, in Zeiten der Krise ihre Gegenöffentlichkeit, vertreten durch Kunstschaffende, zu verlieren? Welche Chancen hat Österreichs Künstlerschaft und welche Zukunftskonzepte wurden seitens des Kulturbetriebs bereits entwickelt? Über diese und andere Fragen diskutieren live im Studio Schriftsteller Michael Köhlmeier, Filmemacher David Schalko, Belvedere-Chefin Stella Rollig, die Leiterin des Niederösterreichischen Landestheaters Marie Rötzer und Florian Krumpöck, Intendant des „Kultur.Sommer.Semmering“. Ob auch schon die Nachfolgerin der heute Freitag zurückgetretenen Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek bis zum „Kulturmontag“ feststeht und an der Diskussion teilnimmt, ist offen. Anschließend an das Magazin steht die Aufzeichnung eines ganz besonderen Konzerts auf dem Programm: „Wechselspiele: Ernst Molden und Ursula Strauss in St. Corona“ (23.20 Uhr).

Kulturnation Österreich – Das allerletzte Rad am Wagen?

Die Kulturszene in Österreich ist besonders hart von der Corona-Krise getroffen. Dabei sind Kunst und Kultur keine Steckenpferde für elitäre Schöngeister, sondern neben ihrer Funktion als gesellschaftskritische Instanz auch identitätsstiftende Wirtschaftsfaktoren, die momentan auf Eis liegen. Rund 180.000 Künstler/innen, Musiker/innen, Schauspieler/innen und Autorinnen wie Autoren im Land haben derzeit keine Perspektive für die Zukunft und sind in einer existenzbedrohenden Situation angelangt.
Nach anfänglicher Schockstarre und Stillstand verstärkte sich nach wochenlangem Warten der Unmut über die belastende Gesamtlage. Fast täglich wurden neue Petitionen oder offene Briefe an die Bundesregierung veröffentlicht, will man sich doch dagegen wehren, weniger systemrelevant als Wirtschaftsbranchen zu sein. Unter Kulturschaffenden formierte sich auch eine Initiative, die per Petition einen Rettungsschirm für die Branche fordert.
Während Gasthäuser, Hotels, Frisöre, Baumärkte, Shopping-Center und Möbelhäuser ihre Tore wieder öffnen durften, erfahren lediglich die Museen durch eine ab heute eintretende Öffnung erste Lockerungen – für den Großteil der Kulturbranche heißt es jedoch immer noch „bitte warten“. Neue Verordnungen, Regulierungen, Abstandsregeln und Co. werden derzeit akribisch verhandelt und akkordiert.
Mit dem heutigen Rücktritt von Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek folgte ein Paukenschlag. In einer weiteren Pressekonferenz veröffentlichten Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober einen mittelfristigen Stufenplan für die Wiederaufnahme des Kulturbereichs, der nach intensivem Dialog mit Betroffenen und Verantwortlichen Ende Mai präzisiert werden soll.

Konzert „Wechselspiele: Ernst Molden und Ursula Strauss in St. Corona“

Bereits seit sieben Jahren arbeiten die Schauspielerin Ursula Strauss und der Songwriter und Dichter Ernst Molden immer wieder zusammen und bestreiten quer durch Österreich zahlreiche Konzerte. In den vergangenen Jahren hat Ernst Molden für Ursula Strauss und sich ein Dutzend neuer Lieder geschrieben, die nun im Album „wüdnis“ gesammelt sind. Erstmals Anfang März einem größeren Publikum in der Hamburger Elbphilharmonie präsentiert, zeigt der ORF nun eine spezielle Vorführung dieser neuen Lieder im intimen Rahmen in St. Corona am Wechsel: Kulturmoderatorin Teresa Vogl fungiert dabei stellvertretend für das Live-Publikum und kommt mit den beiden Künstlern zwischendurch ins Gespräch – natürlich in angemessenem Sicherheitsabstand. Die Songs, reduziert auf zwei Stimmen und elektrische Gitarre, erzählen von der Wildnis in und zwischen den Menschen, vom verkleideten Krieg draußen auf der Gasse und von den Fluchten in die Nacht, in den Wald, in die Liebe. Regie führte Alex Wieser.

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