KV Verhandlungen in der chemischen Industrie: Arbeitsplatz- und Standortsicherheit haben Priorität

Starke Belastungen durch die Corona-Krise erfordern einen maßvollen KV-Abschluss

Wien (OTS) - In der dritten Runde der aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen für die 45.000 Beschäftigten in rund 250 Unternehmen der chemischen Industrie konnte keine Einigung zwischen den Verhandlungspartnern erreicht werden. Grund dafür sind die nach wie vor unrealistisch hohen Forderungen der Arbeitnehmervertreter nach einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,8%. Damit wird keinerlei Rücksicht auf die wirtschaftliche Krise in Folge der Corona-Pandemie genommen.

Die Arbeitgeberseite hat ihrerseits ein Angebot in Höhe von 1,45% gelegt, das in etwa der aktuellen Inflationsrate entspricht.

„Die Gewerkschaft argumentiert ihre hohen Forderungen mit guten Ergebnissen der vergangenen Jahre. Gerade in Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren muss bei den Verhandlungen die Gegenwart und die Zukunft der Betriebe im Fokus stehen“, so der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Rainer Schmidtmayer. „Die Corona-Krise hat bei vielen unserer Unternehmen zu massiven Umsatzeinbußen geführt. Ein großer Teil der Betriebe der chemischen Industrie befindet sich bereits in Kurzarbeit oder überlegt eine Beantragung. Besonders stark sind die wirtschaftlichen Rückgänge im Bereich der Automobilzulieferindustrie und bei den Kunststoffverarbeitern. Was wir jetzt brauchen, ist ein maßvoller Abschluss, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Beschäftigung halten zu können und um den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern. Es geht jetzt darum, gemeinsam Verantwortung für unsere Betriebe, die Beschäftigten und ihre Familien zu übernehmen“, so Schmidtmayer weiter.

Solidarischer Abschluss mit Flexibilität auf Betriebsebene

Die chemische Industrie deckt einen großen Bereich unterschiedlicher Betriebe in Österreich ab, von der Lackindustrie über die Kunststoffproduktion bis hin zur Pharmaindustrie. Die Betriebe sind unterschiedlich von der Krise betroffen, weshalb die Arbeitgeberseite auf einen solidarischen Abschluss drängt, der auch die Unternehmen in großen Schwierigkeiten nicht überfordert. Gleichzeitig können Firmen mit nach wie vor guter Auslastung durch innerbetriebliche Maßnahmen, wie zum Beispiel steuerfreie Coronaprämien oder sonstige Boni, die Mitarbeiter am Erfolg teilhaben lassen.

„Damit können die Arbeitgeber flexibel auf die Krise reagieren, ohne die stark betroffenen Unternehmen übermäßig zu belasten und gleichzeitig den Beschäftigten, wo es ökonomisch möglich ist, eine zusätzliche Anerkennung für ihre Leistung anbieten“, erläutert Rainer Schmidtmayer den Lösungsvorschlag der Arbeitgeber für die stockenden Verhandlungen und bedankt sich gleichzeitig bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Betrieben der chemischen Industrie für ihre großartige Arbeit.

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