Mehr Beziehung, mehr Lernen, weniger Stress, weniger Tests

Grüne Bildungssprecherin Sibylle Hamann freut sich über die Verschiebung der Tests für die Kinder aus Deutschförderklassen

Wien (OTS) - Kinder aus Deutschförderklassen hatten es während der Zeit des Distance-Learnings besonders schwer. „Beim Sprachenlernen sind persönliche Nähe und Praxis besonders wichtig, und genau das hat diesen Kindern viele Wochen lang gefehlt“, sagt die Bildungssprecherin der Grünen Sibylle Hamann. In der erzwungenen familiären Isolation hatten diese Kinder über lange Zeit kaum Kontakt zu deutschsprachigen Freunden und Freundinnen gehabt. Die Eltern hätten bei den schulischen Aufgaben oft nicht helfen können. „Sehr viele Pädagoginnen und Pädagogen haben sich sehr bemüht, die Beziehung digital aufrechtzuerhalten“, gibt Hamann zu bedenken – „dennoch haben viele Kinder aus Deutschförderklassen in diesen Corona-Wochen den Anschluss verloren.“

Umso wichtiger sei in den wenigen verbleibenden Wochen bis zu den Sommerferien nun die Beziehungsarbeit in den Schulen. Sie freut sich über die wiederholten Appelle von Bildungsminister Heinz Faßmann, sich in den kommenden Wochen im Unterricht vor allem auf die Wiederherstellung der sozialen Beziehungen zu konzentrieren, und Stress rauszunehmen. Schularbeiten sollen vor den Sommerferien ja gar keine mehr stattfinden. Deswegen, so Hamann, sei es gut, dass es gelungen sei, nun auch die Deutsch-Testungen für die Kinder aus Deutschförderklassen auf Herbst zu verschieben. „Diese Kinder müssen jetzt vor allem reden, reden, reden“, sagt Hamann. „Bis Schulschluss noch viele Testungen anzusetzen, hätte sowohl für Pädagog*innen als auch für die Kinder unnötigen Terminstress erzeugt, und Zeit und Energie vergeudet, die man besser fürs gemeinsame Lernen verwendet.“

Beim Test, Mika-D genannt, handelt es sich um ein 20- bis 30-minütiges Einzelgespräch mit einer eigens dafür geschulten Pädagog*in, bei dem anhand von Kriterien wie Wortschatz oder Satzstellung eingeschätzt wird, ob Kinder dem Unterricht bereits folgen können. Jene Kinder, die schon eine Regelklasse und zusätzlich Detuschförderkurse besuchen, werden diesen Test noch im Juni machen. Allerdings werden sie - unabhägig von ihren Fortschritten während der Corona-Zeit – in die nächste Klasse aufsteigen können. „Auch hier nehmen wir Druck raus, und das ist gut so“, freut sich Hamann.

Besonders wichtig findet die Bildungssprecherin der Grünen, dass der kommende Sommer genützt wird, um Versäumtes nachzuholen. „Normalerweise vergrößert sich wäherend der langen Sommerferien der Abstand zwischen bildungsnahen und bildungsbenachteiligten Kindern. In diesem Sommer müssen wir das vermeiden, und gezielt gegensteuern.“ Zu diesem Zweck wird im Bildungsministerium gerade das Konzept für Summer Schools entworfen. Diese werden sich speziell an jene Kinder richten, die während der Corona-Zeit viel versäumt haben, oder speziellen Förderbedarf haben. Auch die Vermittlung von „Lern-Buddies“ oder die Teilnahme an günstigen Ferienbetreuungsangeboten könne dabei helfen, im Sommer spielerisch Sprachpraxis zu erwerben. „Da müssen wir – Bund, Länder, Gemeinden, Vereine und NGOs - dringend noch einiges auf die Beine stellen.“

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