Oö. Volksblatt: "Ein Glücksfall" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 14. Mai 2020

Linz (OTS) - Eines muss man der FPÖ lassen: Sie lässt sich in ihrem geradezu messianischen Kampf gegen den mutmaßlichen „Corona-Wahnsinn“ von der Wirklichkeit nicht ankränkeln. Das Tragen der Mund-Nasen-Schutzmasken etwa stellte die FPÖ-Abgeordnete Dagmar Belakowitsch — eine Ärztin — in der gestrigen Nationalratssitzung mit der Frage „Wo soll man sich denn überhaupt noch anstecken?“ als Unsinn hin. Und Parteichef Norbert Hofer sieht im Coronavirus „ein Grippevirus, das für über 80 Prozent der Bevölkerung nicht gefährlich ist“.
Angesichts solcher Äußerungen warnt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) völlig zu Recht davor, den Diskurs so zu führen, „als ob die Gesundheitskrise vorbei wäre“. Man müsse sich auch in der politischen Debatte der Verantwortung bewusst sein, dass es gelte, eine zweite Corona-Welle zu verhindern.
Bemerkenswert: Nicht nur die FPÖ hat kein Ohr für seriöse Argumente, auch die SPÖ ist zumindest partiell taub. Ausgerechnet die rote Abgeordnete Selma Yildirim aus dem Corona-Hotspot Tirol forderte von der Regierung: „Machen Sie Schluss mit der Panikmache“.
Es ist für Österreich in dieser gesundheitspolitisch so schwierigen Zeit ganz offensichtlich ein Glücksfall, dass Blau und Rot derzeit bloß die Oppositionsbänke drücken.

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