Schieder/Heide: Tourismusbranche braucht klare europäische Antworten

Nachhaltigen Tourismus und KonsumentInnenrechte stärken

Wien (OTS/SK) - Die EU-Kommission präsentiert heute Leitlinien für die in der Corona-Krise hart getroffene Tourismus- und Reisebranche. "Es braucht klare Ansagen und Planungssicherheit, aber sicher nicht 27 Einzellösungen", fordern die SPÖ-EU-Abgeordneten Andreas Schieder und Hannes Heide ein koordiniertes Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten. "Wir müssen ein Chaos an bilateralen Abmachungen für den Sommertourismus unbedingt verhindern. Offene Grenzen und Reisefreiheit sind eine der größten Errungenschaften der europäischen Einigung, sie müssen nach klaren Kriterien, koordiniert und auf das regionale Risiko bezogen wiederhergestellt werden. Nationale Grenzen verhindern oder fördern die Ausbreitung des Coronavirus nicht, entscheidender Richtwert ist die Zahl der Infektionen. Hygiene- und Abstandsregeln müssen generell eingehalten werden. Neben regionalen und auf die Tourismusdestination angepassten Regeln braucht es übergreifende europäische Standards. Die sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament fordert in diesem Zusammenhang ein EU-Hygienezertifikat für Hotels." ****

Einer von mehreren Mitgliedstaaten geforderten Aussetzung der Rückerstattungspflicht bei Ausfall von Flug- und Pauschalreisen erteilt SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder eine klare Absage:
"Das widerspricht geltendem EU-Recht. Auch wenn manche Unternehmen und Mitgliedstaaten jetzt ablenken und aggressiv Gutscheinlösungen bewerben, können grundlegende KonsumentInnenrechte nicht ausgehebelt werden. Stattdessen braucht es Lösungen, die die Rechte der VerbraucherInnen schützen und die Liquidität von Unternehmen gewährleisten. Ein europäischer Reisegarantiefonds könnte billige Kredite vergeben, die für Rückerstattungen genützt werden und Gutscheine gegen Insolvenz absichern. Denn natürlich wollen wir den Unternehmen und Beschäftigten der Tourismusbranche helfen und Arbeitsplätze retten, aber nicht in dem wir den KonsumentInnenschutz aufweichen."

"Die Sommerurlaubssaison bietet in diesem Jahr jedenfalls genügend Potential für innovative Ideen, die es für einen nachhaltigeren und schonenderen Tourismus braucht", sagt Hannes Heide. "Kulturtourismus bietet in diesem Zusammenhang großes Potenzial, Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum in Europa zu generieren und kann dabei eine verbindende Rolle spielen. So wäre der Kultur und dem Tourismus, zwei der am härtesten getroffenen Branchen geholfen. Authentische Kultur ist Voraussetzung für nachhaltigen, wertschätzenden und wertschöpfenden Tourismus. Unser Kulturerbe darf nicht verscherbelt werden. Statt immer noch größer, weiter, besser und übermäßiger Vermarktung, müssen wir Reisen zu weniger bekannten und ländlichen Gebieten sowie Reisen in der Nebensaison fördern." (Schluss) ls/jf/mp

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