Thaler/Dorfmann: "Tourismusbranche nicht im Stich lassen"

Maßgeschneiderte Unterstützung / Einheitliche Sicherheitsregeln / Thaler begrüßt Grenzöffnung mit Deutschland per 15. Juni / Kommission in der Pflicht

Innsbruck (OTS) - Heute legt die EU-Kommission einen Tourismus-Plan für die schnellstmögliche Erholung der Branche nach der Coronakrise vor. Ein wesentliches Element dafür sind Grenzöffnungen dort, wo es ähnlich niedrige Infektionszahlen wie in den Nachbarländern gibt. „Die Grenzöffnung mit Deutschland per 15. Juni ist ein erster wichtiger Schritt mit Blick auf die Sommersaison“, sagt die ÖVP-Europaabgeordnete Barbara Thaler. Aus dem Europäischen Parlament gab es Druck und einige Initiativen im Vorfeld, unter anderem einen Brief des zuständigen Verkehrsausschusses an die Kommission, an dem Thaler und ihr Kollege Herbert Dorfmann von der Südtiroler Volkspartei federführend mitgewirkt haben.

"Der Tourismus war in den vergangenen Jahren eine der Wachstumsbranchen in Europa, unabhängig von der Konjunktur. Er schafft in der gesamten EU 22,6 Millionen Arbeitsplätze bei 9,5 Prozent Beitrag zur Wirtschaftsleistung. In Österreich sind es sogar 15 Prozent, wobei Tourismus ein Paradebeispiel für Umwegrentabilität ist: Von 100 Euro, die im Tourismus ausgegeben werden gehen die Hälfte in Gastronomie und Hotellerie, der Rest verteilt sich auf alle anderen Branchen, die mit dem Tourismus zusammenhängen", erklären Thaler und Dorfmann die Relevanz der Branche.

"Für den Tourismus hat die Coronakrise ohne Zweifel verheerende Auswirkungen. Hier müssen wir gerade angesichts der bevorstehenden Sommersaison beherzte und entschiedene Rettungsmaßnahmen ergreifen. Dabei muss selbstverständlich der Schutz der Menschen an allererster Stelle stehen. Doch wo es ähnlich niedrige Infektionszahlen in den Nachbarländern gibt, können die Binnengrenzen in Europa für den Reiseverkehr geöffnet werden", sagt die Thaler, stellvertretende Sprecherin der Europäischen Volkspartei im zuständigen Verkehrsausschuss des Europaparlaments.

"Gerade bei den Reisebüros sieht man, dass die Pauschalreiserichtlinie unsere familiengeführten Klein- und Mittelbetriebe in der Coronakrise am härtesten trifft. Hier braucht es Lösungen, die den Schutz der Konsumenten sicherstellen, aber unsere Reisebranche nicht in die Insolvenz schlittern lassen", sagt Thaler.

Dorfmann, Landwirtschaftssprecher der europäischen Volkspartei im Europaparlament, fordert zudem fairen Wettbewerb, sowohl zwischen Unternehmen als auch den Mitgliedsstaaten: "Wir fordern die Kommission auf, eine stärkere Position einzunehmen, um das Prinzip der Freizügigkeit zu schützen und zu verhindern, dass die Mitgliedstaaten protektionistische Maßnahmen ergreifen."

"Außerdem erwarten wir von der Kommission konkrete Richtlinien zum Schutz der Gesundheit in den Beherbergungsbetrieben und allen Verkehrsmitteln - dem Zug, dem Bus und dem Flugzeug. Hier muss Einheitlichkeit herrschen, denn Mobilität steht am Anfang jeder touristischen Handlung", sind sich Thaler und Dorfmann einig. "Zu Beginn der Krise ist die Kommission oft zu Unrecht kritisiert worden, zu wenig auf die Herausforderungen zu reagieren. Doch beim Thema Reisefreiheit und Binnengrenzen ist die Kommission als Hüterin der Verträge zu 100 Prozent fachlich zuständig und deshalb erwarten wir konkrete Aussagen."

"Wenn die Europäische Kommission heute ihr Unterstützungspaket für den Sommertourismus vorlegt, so erwarten wir, dass unser Konzept den Kern der Vorschläge bildet. Gerade der heimische Tourismus ist vielfach von Familienbetrieben geprägt, bei denen es um ihre wirtschaftliche Existenz geht. Jetzt - in Zeiten der Krise - dürfen wir sie nicht im Stich lassen: Maßgeschneiderte Unterstützung, einheitliche und klare Regeln für die Sicherheit und offene Binnengrenzen, wo das ähnlich niedrige Infektionszahlen in den Nachbarländern zulassen. Das muss der Dreiklang für die Wiederöffnung unseres qualitativ hochwertigen Tourismussektors sein", sagen Thaler und Dorfmann zum Abschluss.

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