Damit die Gesundheitskrise keine soziale Krise wird

Gesundheitsbildung durch Volkshochschulen

Wien (OTS) - Nach dem ersten schrittweisen Öffnen der Erwachsenenbildung für Vorbereitungen auf Grundbildung, Bildungsabschlüsse und Prüfungen steht demnächst eine weitere Öffnung an. Dabei wird der Gesundheitsbildung der Volkshochschule eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen sein. Denn Gesundheitsbildung und Bewegungskurse in Volkshochschulen tragen zum Erhalt der Gesundheit bei und unterstützen die Lernenden, mit Hilfe des Gelernten auch eigenständig viel für die Gesundheit zu tun.

Darüber hinaus belegen die Ergebnisse der internationalen und in zehn europäischen Ländern durchgeführten Studie „Benefits of Lifelong Learning“ (BeLL) und Untersuchungen der OECD zum Thema „Wider benefits of Learning“, dass Angebote der Volkshochschulen die Lernbereitschaft der Teilnehmenden, ihr Gesundheitsbewusstsein und das Miteinander unterstützen, das Wohlempfinden und das Zusammenleben.

Die Kurse zur Gesundheitsbildung und Bewegung genießen ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung, wie auch Imageuntersuchungen und die über die Jahre ständig angestiegenen Teilnahmezahlen zeigen.

Mehr als zweihunderttausend Teilnahmen von rund 780.000 jährlichen VHS-Teilnahmen entfallen auf den Fachbereich Gesundheit und Bewegung. Die überwiegende Mehrzahl dieser Kurse widmet sich der Vorsorge bei den großen Gesundheitsthemen z.B. im Bereich des Bewegungsapparates. Und rund 85 Prozent der Teilnahmen im Fachbereich „Bewegung und Gesundheit“ entfallen auf Frauen, die mehrfache Lasten während der Coronakrise zu tragen haben: Kinderbetreuung, Lernunterstützung der Kinder und Homeoffice, um nur die wichtigsten zu nennen.

Diese hohe Akzeptanz der Volkshochschulen ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die VHS-Angebote haben Bestand, sie werden kontinuierlich angeboten und sind aufbauend. Dabei gelingt es den Volkshochschulen sehr gut, bedarfsgerecht und sehr rasch bewährte Angebote umzusetzen. Die gute lokale Verankerung spielt hier eine wichtige Rolle. Denn die 260 Volkshochschulen sind in ca 800 Gemeinden tätig, in denen zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung wohnen.

Nicht zu unterschätzen ist der soziale Aspekt, der zum Lernerfolg und auch zu den Wirkungen des VHS-Besuches beiträgt. Lernende und KursleiterInnen kennen einander, sie tauschen sich aus, lernen voneinander und tragen so zur weiteren Verbesserung ihrer Gesundheitskompetenz bei.

Die Volkshochschule punktet darüber hinaus bei vielen Menschen mit ihrem offenen Zugang für alle Menschen, denn nicht alle Menschen wollen einem Verein beitreten. Die Wohnortnähe, der niederschwellige Zugang und ein gutes Verhältnis von guter Qualität und leistbaren Gebühren sind weitere Pluspunkte, die die Volkshochschulen zu verlässlichen Partner im lebensbegleitenden Lernen und in der Gesundheitsbildung machen.

Die Volkshochschulen sind die größte Erwachsenenbildungseinrichtung Österreichs, sie werden von allen Altersgruppen und allen sozialen Gruppen gerne in Anspruch genommen.

Damit sie diesem bildungspolitischen und gesellschaftspolitischen Auftrag auch weiterhin nachkommen können, appellieren wir an die österreichische Bundesregierung, die Öffnung der Schulen für die Volkshochschulen zu ermöglichen. Selbstverständlich unter Beachtung aller erforderlichen Hygienemaßnahmen. Diese werden ja bereits jetzt strikt eingehalten.

Besonders wünschen wir uns die Öffnung der Schulen und der Turnsäle für den Sommer dieses Jahres um alles dazu beitragen zu können, dass die gesundheitliche Krise nicht zu einer sozialen Krise wird.

Quellenhinweise

https://adulteducation.at/de/struktur/

http://www.bell-project.eu/cms/

Schuller, Tom, & Desjardins, Richard (2011). Wider benefits of adult learning. In Rubenson, Kjell (ed.), International Encyclopedia of Adult Learning and Education (S. 294-298). Oxford: Elsevier.

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Dr. Gerhard Bisovsky
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