Einwallner: Cybercrime-Hotline nur für WKO-Mitglieder

SPÖ-Kritik, weil es trotz steigender Internetkriminalität Hotline nur für WKO-Mitglieder gibt

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner zeigt sich irritiert über die heutige Pressekonferenz des Innenministers, der auf eine starke Zunahme bei Straftaten im Netz verweist und behauptet, dass der Kampf gegen Delikte im Netz verstärkt wird. „Bedauerlicherweise ist von diesem Kampf gegen Cyberkriminalität nichts zu spüren, PolizistInnen klagen über zu wenig personelle Ressourcen, Opfer von Cyberkriminalität klagen über unzureichende Unterstützung“, so Einwallner, der in diesem Zusammenhang auf die Hotline für Opfer von Cybercrime verweist, die „bedauerlicherweise nur für Mitglieder der Wirtschaftskammer offensteht“. ****

„Soforthilfe gegen Cyberkriminalität unter der Hotline 0800888133 gibt es leider nicht für junge Menschen, die gerade in Zeiten der Corona-Krise ganz besonders stark soziale Netzwerke nutzen und dadurch auch verhältnismäßig oft Opfer von Cyberkriminalität werden“, so Einwallner, der von einem Fall einer jungen Frau berichtet, deren Snapchat-Account gehackt wurde. „Private Fotos wurden mit einem Link zu einer Porno-Seite verschickt, Hilfe gab es seitens des Innenministeriums keine“, so Einwallner. Der Anruf bei der Hotline war ergebnislos, der jungen Frau wurde geraten, bei der Arbeiterkammer anzurufen beziehungsweise die nächste Polizeidienststelle aufzusuchen.

Gerade junge Menschen sind durch diese kriminellen Übergriffe in ihrer Privatsphäre und Integrität besonders gefährdet. Einwallner verweist in dem Zusammenhang auf die langjährige SPÖ-Forderung nach einer raschen Umsetzung der Initiative gegen Gewalt im Netz, die von der ehemaligen Staatssekretärin Muna Duzdar und dem ehemaligen Justizminister Wolfgang Brandstetter im Jahr 2017 beschlossen worden ist. Unter anderem wurde darin eine finanzielle und personelle Aufstockung der Polizei und Justiz gefordert, insbesondere die dringend notwendigen SonderstaatsanwältInnen und vor allem die Schaffung unbürokratischer Melde- und Anzeigemöglichkeiten. Eine parlamentarische Anfrage der SPÖ-Abgeordneten Katharina Kucharowits hat allerdings ergeben, dass „dafür nicht genug Budget zur Verfügung steht“. „Wenn dem Innenminister der Kampf gegen Cyberkriminalität ernst ist, muss er die Polizei mit ausreichend finanziellen und personellen Ressourcen unterstützen“, so der SPÖ-Sicherheitssprecher, der in diesem Zusammenhang eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister ankündigt. (Schluss) rm/lp

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