„Orientierung“: „Jugend am Werk“ – Hilfe in Zeiten der Kurzarbeit

Am 10. Mai um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 10. Mai 2020, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

„Jugend am Werk“: Hilfe in Zeiten der Kurzarbeit
„Mir fehlen meine ganzen Freunde, meine Freundin vermisse ich. Ich kann nur telefonieren und im Zimmer bleiben“, sagt der 31-jährige Wiener Philipp Meidlinger. Er hat seit seiner Geburt eine kognitive Beeinträchtigung. Weil er die Einschränkungen in seiner Wohngemeinschaft nicht mehr aushalten konnte, lief er in die Stadt und traf Freunde. Die Vorsichtsmaßnahmen angesichts der Pandemie erleben vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen als große Herausforderung. Der gemeinnützige Verein „Jugend am Werk“ hat eine seiner Tagesstrukturen – auch bekannt als Werkstätten – trotz Corona-Krise geöffnet. Bis zu vier Menschen – darunter auch Philipp Meidlinger – wurden aufgenommen und in Isolation betreut. 14 Tage lang müssen sie dort bleiben, bis sie wieder in ihre Wohngemeinschaft zurückkehren können. Da sie in Kurzarbeit geschickt wurden, arbeiten die Betreuerinnen ehrenamtlich. Bericht: Zoran Dobrić.

Angelika Ritter-Grepl: „Corona macht Benachteiligung von Frauen sichtbar“
Die Corona-Pandemie wirke wie ein Brennglas, sagt Angelika Ritter-Grepl, die neue Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung (KFB). Eine Krise, die Benachteiligung sowie mangelnde Gleichberechtigung von Frauen offensichtlich mache: im Gesundheits-und Pflegebereich oder an den Supermarktkassen. „Überall dort wird die Arbeit zu einem großen Teil von Frauen geleistet, zu niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen, und auch die private, unbezahlte Sorgearbeit liegt zum überwiegenden Teil bei ihnen“, analysiert Ritter-Grepl. Die 61-jährige Tirolerin leitete zuletzt das Frauenreferat der Diözese Innsbruck, davor studierte sie Kritische Geschlechter- und Sozialforschung. Als ehrenamtliche Vorsitzende der KFB will sie weiterkämpfen um die „Welt für Frauen gerechter zu machen“. Die KFB ist mit rund 100.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation Österreichs. Marcus Marschalek hat Angelika Ritter-Grepl in Innsbruck besucht und sie bei einem Stadtspaziergang begleitet. Bericht: Marcus Marschalek.

75 Jahre Kriegsende: Wehrmachtssoldat wider Willen
Sein Vater starb im KZ Dachau nach schweren Misshandlungen, als Jugendlicher musste Pius Zeßner-Spitzenberg in die Wehrmacht einrücken. Heute lebt der 94-Jährige in Klosterneuburg bei Wien und erinnert sich im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg“ (Details unter http://presse.ORF.at) an die Hölle des Krieges. Der Einberufungsbefehl kam im Mai 1943, damals war er 17 Jahre alt. Seine Einheit sollte den Vormarsch der Roten Armee stoppen. Ein Unterfangen, das aussichtslos und lebensgefährlich war. Er überlebte – wie durch ein Wunder – zwei Jahre Krieg. Sein Vater Hans Karl war 1938 – als Vertreter des autoritären Ständestaates und aufgrund seiner religiösen Überzeugung – von der Gestapo verhaftet worden. Pius Zeßner-Spitzenberg erlebte die ersten Maitage des Jahres 1945 in einem Gefangenenlager bei Prag. Als Österreicher durfte er vorzeitig nach Hause. Zurück in Wien suchte und fand er seine durch Verfolgung und Krieg kleiner gewordene Familie. Bis heute ist Zeßner-Spitzenberg als ständiger Diakon in der römisch-katholischen Kirche aktiv. Sein Lebensmotto: „Frieden und Liebe in die Welt zu tragen – das ist das Wichtigste im Leben!“ Bericht: Klaus Ther.

Gabun: Maskentanz in Krisenzeiten
Mehr als 40 Jahre standen die Masken der Moukoukoué still. Prinz Makaya Zimamo Jacques hat sie hervorgeholt. Im dicken Gewand aus Pflanzenfasern ist der Lebenssaft vieler Generationen gespeichert, so die Überzeugung. Den Masken wird die Fähigkeit zugeschrieben, die Fehler der Menschen aufzusaugen und sie damit von allem Übel zu befreien. Das zentralafrikanische Land ist mit mehreren Krisen konfrontiert: Klimawandel, Überfischung des Meeres und soziale Herausforderungen. In Gabun reicht der Regenwald bis an die rund 900 Kilometer lange Küste heran. Die letzten Waldelefanten Afrikas finden hier ein scheinbar intaktes Ökosystem, das noch kaum vom Tourismus entdeckt wurde. Die menschenleeren Strände sind jedoch auch eine Folge der Corona-Krise. Gabun hat die Warnungen der WHO sehr früh sehr ernst genommen und Maßnahmen gegen die Virusverbreitung gesetzt. Da kamen die Zeremonien gerade noch rechtzeitig, bevor es den ersten Fall in Gabun gab. Bericht: Angelica V. Marte und Werner Zips.

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