Grüne/Voglauer zum 8. Mai: Widerstand endlich würdigen

Kärntner Partisan*innen waren wichtige Akteure für Staatswerdung.

Klagenfurt (OTS) - „Man sollte 2020 meinen, der Widerstand der Kärntner Slowen*innen hätte seinen festen Platz, eine historische Anerkennung der Leistungen in der Geschichtspolitik. Leider ist das Gegenteil der Fall“, resümiert Olga Voglauer, Landesprecherin der Kärntner Grünen und Nationalratsabgeordnete. Zwar würden slowenische Partisanengruppen immer wieder als wichtige Akteure genannt, vor allem wegen der großen politischen Bedeutung des österreichischen Widerstands bei der Staatswerdung, im offiziellen Erinnern fänden Widerstandskämpfer*innen und NS-Opfer meist keinen Platz.

Mythos der Selbstbefreiung darf nicht die offizielle Geschichtsdarstellung sein.

„Die Legende von sich heldenhaft aufopfernden Nazi-Eliten, die allein für eine friedliche Übergabe Kärntens verantwortlich zeichnen, muss endlich einem Geschichtsbild, das von allen Seiten beleuchtet wird, weichen“, fordert Voglauer.

Sie zitiert aus einem Referat des Klagenfurter Historikers Valentin Sima bei einem Symposium der Alfred Klahr Gesellschaft: „Die Ausgangslage 1945 kann folgendermaßen charakterisiert werden: Als die militärische Niederlage des NS-Regimes immer näher rückte, scheinen die alten (Deutsch-) Kärntner politischen Eliten nichts mehr gefürchtet zu haben als die heranrückenden Partisanen und eine Besetzung Kärntens durch jugoslawische oder sowjetische Einheiten. Diese Angst teilten sie mit den Nationalsozialisten. Diese Gemeinsamkeit zwischen den vor- und postnazistischen Eliten und den NS-Machthabern führte zu einem Vorgang, der sich im offiziösen Kärntner Geschichtsbild mittlerweile zu einem (weiteren) Mythos verdichtet hat – dem Mythos von der ‚Selbstbefreiung‘ Kärntens.“

„Jetzt – 75 Jahre danach – muss es an der Zeit sein, die Dinge beim Namen zu nennen. Von ‚Selbstbefreiung‘ zu sprechen – wie das die Kärntner Landesregierung macht – verhöhnt die Leistungen der Widerstandskämpfer, die einen wesentlichen Beitrag im Hinblick auf den in der Moskauer Deklaration 1943 geforderten Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung geleistet haben. Der 8. Mai ist ein Tag der Freude – es liegt an uns, die Leistungen von allen an der Befreiung Beteiligten zu würdigen. Das muss auch Aufgabe von verantwortungsvollen Medien sein“, sagt Voglauer.

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