Klima-Corona-Deal: GLOBAL 2000 fordert Klimaschutzmilliarde für grünes Konjunkturpaket

Mit Investitionen in Bahnausbau, erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie Heizkesseltausch Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaft ankurbeln

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 unterstützt den heute veröffentlichten Aufruf zu einem „Klima-Corona-Deal“, der von einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft getragen wird. 94 Organisationen und 518 WissenschafterInnen fordern darin die Politik auf, bei der Wiederbelebung der Wirtschaft auf den Klimaschutz zu achten. „Wir haben jetzt die historische Möglichkeit, staatliche Unterstützungsgelder in einer klimagerechten Art und Weise zu investieren. Es braucht eine Initialzündung für echten Klimaschutz und kein Strohfeuer. Dafür braucht es mindestens eine Klimaschutzmilliarde schon im Budget 2020 für Investitionen in den Bahnausbau, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Heizkesseltausch. Das bringt der Bevölkerung viele Vorteile, schafft Arbeitsplätze und kurbelt die Wirtschaft an“, sagt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 hat ein Konzept entwickelt, wie zusätzlich eine Milliarde Euro pro Jahr als Startschuss sinnvoll in Österreich investiert werden kann. Im aktuellen Budget der Bundesregierung für 2020 ist davon aber nur etwa ein Drittel abgebildet. Auch ein langfristiger Anstieg der Mittel in entsprechender Höhe ist für die nächsten Jahre nicht vorgesehen. Für GLOBAL 2000 ist wichtig, dass Gelder aus einem Konjunkturpaket nicht in das fossile Energiesystem von gestern fließen, sondern für zukunftsorientierte Investitionen eingesetzt werden. Bereits jetzt arbeiten 67.000 Menschen in Österreich für die Bereitstellung von erneuerbarer Energie, die Produktion von erneuerbaren Energietechnologien, den Bau von Niedrigstenergiehäusern sowie der energetischen Gebäudesanierung. Unter Einbeziehung der Beschäftigten im öffentlichen Verkehr gab es 2017 in Österreich 214.340 Beschäftigte in umweltorientierten Branchen.* In wenigen Jahren könnten das schon zehntausende mehr sein: „Durch ein klimaorientiertes Konjunkturpaket könnten zehntausende zusätzliche Arbeitsplätze in vielen Zukunftsbranchen entstehen. Dafür ist es aber wichtig, keine Irrwege zu beschreiten. Eine Verschrottungsprämie für Altautos ist der völlig falsche Weg und bindet nur Mittel, die wir für den Ausbau der Bahn, der Radinfrastruktur und die Ausgestaltung von lebenswerten Städten und Gemeinden brauchen“, erklärt Wahlmüller.

Mit dem Konjunkturpaket eng verzahnt werden soll eine sozial gerecht umgesetzte öko-soziale Steuerreform. Dabei gilt es einerseits Entlastungsschritte zu setzen, die mit der Einführung einer CO2-Bepreisung und dem Abbau von umweltschädlichen Subventionen kombiniert werden. Damit können wichtige Signale für klimafreundliche Investitionen ausgesendet werden. Eine Studie unter anderem im Auftrag von GLOBAL 2000 zeigt, dass mit einem Umschichtungsvolumen von 5 Mrd. Euro nicht nur eine relevante CO2-Einsparung erreicht werden kann, sondern auch mehr als 17.000 Arbeitsplätze geschaffen werden können.** „Mit starken Impulsen für Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und einer klaren steuerpolitischen Kurskorrektur in Richtung soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz können wir zwei wirkmächtige Job-Turbos anwerfen. Gerade in Krisenzeiten ist es jetzt wichtig, auf zukunftsorientierte Konzepte zu setzen“, ist Wahlmüller überzeugt.

Hier geht’s zum Klima-Corona-Deal

*vgl. Statistik Austria (2020): Umweltorientierte Produktion und Dienstleistung

**Vgl. Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (2015): Eine ökologische und soziale Steuerreform für Österreich

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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