NEOS Wien/Gara: Geriatrie- und Pflegebereich benötigt dringend mehr ärztliches Personal

Personal- und Bettenmangel führt zu gravierenden Missständen

Wien (OTS) - Ein aktueller Stadtrechnungshofbericht macht deutlich, dass für den Ausbau des Pflege- und Geriatriebereichs nicht mehr viel Zeit bleibt. „Schon seit Jahren weise ich darauf hin, dass durch das neue Arbeitszeitengesetz der Ärztemangel immer akuter wird und es dringend Maßnahmen braucht. Auch im Pflegebereich werden seit 2016 Stellen eingespart oder nicht nachbesetzt. Viele der im Bericht erwähnten Mängel lassen sich auf ebendiesen Personalmangel zurückführen.“, so Stefan Gara, Gesundheitssprecher NEOS Wien. Und die Lage könnte sich bald weiter verschärfen, immerhin sind zwei Drittel der Ärzt_innen bereits über 55 Jahre alt.

Dieser Ärztemangel wirkt sich auch auf die Betreuung der Patient_innen aus. Beispielsweise gibt es keine einheitlichen Vorgaben für das Führen von Patientenakten. Diese werden teils mit Hand teils elektronisch erfasst weshalb eine sinnvolle Auswertung oft nicht möglich ist. Auch Fachärzte sind Mangelware, sodass beim Ausfall eines solchen teilweise kein Ersatz vorhanden ist. „All dies wäre wichtig für die adäquate Betreuung der Patientinnen und Patienten“, so der Gesundheitssprecher.

Auch die Bettenauslastung stellt mitunter ein Problem dar. Durch das neue Geriatriekonzept wurden Betten eingespart, weshalb die Auslastung in vielen Bereichen bereits jetzt zwischen 95 und 100 Prozent liegt. So weichen viele Patient_innen auf Spitäler aus, wo sie wochenlang liegen. „Wir müssen für den Geriatrie- und Pflegebereich Maßnahmen setzten, dass die Patientinnen und Patienten in ihrer gewohnten Umgebung optimal betreut werden können. Das ist nicht nur wichtig für ihr Wohlergehen, sondern auch für die Entlastung der Spitäler“, fasst Gara zusammen.

Schließlich wirft die vom Stadtrechnungshof im Zuge der Prüfung aufgedeckte Verlegung von Wachkomapatient_innen aus dem Geriatriezentrum Favoriten in das Pflegewohnhaus Baumgarten, das in der Nähe über keine Akutkrankenanstalt verfügt, Fragen auf. NEOS werden daher eine schriftliche Anfrage an den zuständigen Gesundheitsstadtrat einreichen, um diese fragwürdige Verlegung von Wachkomapatient_innen aufzuklären.

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