Grüne/Disoski zum 1. Mai: „Frauen sind Trägerinnen der Gesellschaft“

„Equalpay und Neubewertung von systemrelevanten Berufen mit hohem Frauenanteil sind Gebot der Stunde.

Wien (OTS) - „Frauen kämpfen am Arbeitsmarkt auch im Jahr 2020 noch mit zahlreichen Benachteiligungen: Sie verdienen rund 15 Prozent weniger als Männer, fast jede zweite berufstätige Frau arbeitet in Teilzeit und von den vollzeitbeschäftigten Frauen ist jede dritte im Niedriglohnsektor beschäftigt“, fasst die Grüne Frauensprecherin Meri Disoski anlässlich des 1. Mai die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt zusammen.

„Wenn Frauen hochgerechnet jedes siebente Jahr nicht bezahlt werden, dann ist das nichts anderes als eine krasse geschlechterbedingte Diskriminierung. Gegen diese müssen Politik und Wirtschaft zusammen vorgehen, damit aus der seit 100 Jahren bekannten Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit endlich gelebte Realität wird“, so die Grüne Nationalratsabgeordnete. Und weiter: „Die im Regierungsübereinkommen vereinbarten Maßnahmen für Einkommensgerechtigkeit müssen nun zügig umgesetzt werden, damit wir endlich das Armutsrisiko für Frauen minimieren.“

Als Gebot der Stunde sieht Disoski zudem eine „Neubewertung von systemrelevanten Berufen mit hohem Frauenanteil, die oft deutlich unterbezahlt“ seien. „Frauen sind Trägerinnen der Gesellschaft. Nicht nur während der Corona-Krise halten Frauen zu einem großen Teil unser System und unsere Versorgung am Laufen. Ob im Lebensmittelhandel oder in der Produktion, ob im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Reinigung, in Krisenzentren oder Frauenhäusern.“ Die Gewerkschaften, Unternehmen, Länder, Bund und Gemeinden sieht sie in der Pflicht, gemeinsam nachhaltig wirkende Lösungen für diese Berufsgruppen zu suchen. Denn: „,Danke‘ zu sagen und Applaus sind schöne Zeichen der Wertschätzung, zahlen aber keine Miete“, so Disoski.

Die corona-bedingte abrupte Schließung von Kinderbetreuungs- und Bildungsinstitutionen bedeute insbesondere für Frauen eine neue Form der Mehrfachbelastung durch Home-Office, Kinderbetreuung und Heimunterricht, „wobei die Verteilung von unbezahlter Arbeit und Frauen und Männern bereits vor der Corona-Krise ungleich verteilt war“, hält Disoski fest. Sie verweist auf erste Studien zu geschlechtsspezifischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die davor warnen, „dass die Corona-Krise bestehende Ungleichheiten kurzfristig verstärken könnte. Langfristig liegt hier jedoch auch das Potenzial, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. Diese Chancen müssen wir nutzen. Denn es ist klar, dass die ‚neue Normalität‘ nach Corona endlich eine der Gleichstellung sein muss.“, so Disoski abschließend.

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