Die Corona-Krise gefährdet die Schwächsten am Arbeitsmarkt

arbeit plus Wien schlägt Alarm: Bald 200.000 Arbeitsuchende und massiver Anstieg bei den Langzeitbeschäftigungslosen

  • Wir dürfen aber im Schock über die hohen Arbeitslosenzahlen nicht auf die vergessen, die es schon bisher schwer am Arbeitsmarkt hatten
    Christoph Parak, Geschäftsführer arbeit plus Wien
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  • Vor allem ältere Personen, Geringqualifizierte oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen hatten schon in Zeiten der Hochkonjunktur Schwierigkeiten, einen Job zu finden, wenn sie einmal den Arbeitsplatz verloren haben. Nun wird es für diese Gruppe noch schwieriger. Es besteht die Gefahr, dass die Zahl derer, die schon in ‚guten Zeiten‘ kaum vermittelt werden können, noch weiter steigt. Dass also die Sockelarbeitslosigkeit zunimmt, was die Betroffenen und unsere Gesellschaft als Ganzes dramatisch belasten würde.
    Christoph Parak, Geschäftsführer arbeit plus Wien
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  • Diese Gruppe benötigt besondere Unterstützung, die sie in den Sozialen Unternehmen erhält
    Swantje Meyer-Lange, Vorstandsvorsitzende arbeit plus Wien
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  • Um die massiven Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu meistern, muss die öffentliche Hand die Finanzierung des AMS sowie der Strukturen der Sozialen Unternehmen langfristig sicherstellen. Nur so ist gewährleistet, dass die Sozialen Unternehmen ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen können und die Schwächsten am Arbeitsmarkt nicht auf der Strecke bleiben
    Swantje Meyer-Lange, Vorstandsvorsitzende arbeit plus Wien
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Wien (OTS) - Dramatische Aussichten zum Tag der Arbeitslosen: Seit den 1950er-Jahren gab es nicht mehr so viele Arbeitsuchende in Österreich. Wien ist dabei besonders betroffen, lebt hier doch ein Drittel aller Arbeitslosen. Ende März waren in der Bundeshauptstadt 189.535 Menschen arbeitsuchend gemeldet (inkl. Personen in Schulung) – diese Zahl könnte noch auf 200.000 steigen, wie auch das AMS Wien befürchtet!

Große Gefahr für benachteiligte Gruppen

Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009 trifft die steigende Arbeitslosigkeit jetzt fast alle Branchen und auch alle Altersstufen. „Wir dürfen aber im Schock über die hohen Arbeitslosenzahlen nicht auf die vergessen, die es schon bisher schwer am Arbeitsmarkt hatten“, warnt Christoph Parak, Geschäftsführer von arbeit plus Wien. „Vor allem ältere Personen, Geringqualifizierte oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen hatten schon in Zeiten der Hochkonjunktur Schwierigkeiten, einen Job zu finden, wenn sie einmal den Arbeitsplatz verloren haben. Nun wird es für diese Gruppe noch schwieriger. Es besteht die Gefahr, dass die Zahl derer, die schon in ‚guten Zeiten‘ kaum vermittelt werden können, noch weiter steigt. Dass also die Sockelarbeitslosigkeit zunimmt, was die Betroffenen und unsere Gesellschaft als Ganzes dramatisch belasten würde.“ Das massive Wachstum der Langzeitarbeitslosigkeit wird aber erst in den nächsten Monaten und im kommenden Jahr in seinem vollen Ausmaß sichtbar werden. „Das wird noch eine riesige Herausforderung, besonders in Wien“, so Parak.

In Wien waren im März 67.310 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitsuche, das ist fast die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen in Österreich. „Diese Gruppe benötigt besondere Unterstützung, die sie in den Sozialen Unternehmen erhält“, erläutert Swantje Meyer-Lange, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus Wien. Die Wiener Sozialen Unternehmen waren auch in der Hoch-Zeit der Corona-Maßnahmen aktiv und leisteten in systemrelevanten Tätigkeitsbereichen ihren Beitrag zur Bekämpfung der Krise – mit individueller Online-Beratung und -Unterstützung sowie innovativen Ideen (zum Beispiel Herstellung von Mund-Nasen-Schutz als gemeinsame #maskforce).

Niemanden mit den Folgen der Krise alleine lassen

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die Bedeutung der arbeitsmarktpolitischen Dienstleister. Gemeinsam mit dem AMS Wien, das durch seinen raschen und engagierten Einsatz für die Kurzarbeit unzählige Arbeitsplätze rettete, setzen sie alles daran, Arbeitsuchende möglichst rasch zurück in Arbeit zu bringen. Mit individueller Beratung, Training, befristeter Beschäftigung, Qualifizierung und viel Vermittlungsarbeit.

Um die massiven Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu meistern, muss die öffentliche Hand die Finanzierung des AMS sowie der Strukturen der Sozialen Unternehmen langfristig sicherstellen. Nur so ist gewährleistet, dass die Sozialen Unternehmen ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen können und die Schwächsten am Arbeitsmarkt nicht auf der Strecke bleiben“, mahnt Swantje Meyer-Lange.

Zahlen und Daten zur Erwerbsarbeitslosigkeit in Wien*

  • Im März 2020 waren in Wien 165.047 Personen beim AMS arbeitsuchend gemeldet. Das ist ein Anstieg um 38,9 % gegenüber dem Vorjahr, weitere 24.488 Personen befanden sich in Schulungen (- 6,5% gegenüber 03/2019).

  • Die im März in Wien arbeitsuchend gemeldeten Personen teilen sich auf wie folgt:

    • 16.076 sind jünger als 25 Jahre (+51,7 % gegenüber 03/2019) – dieser Umstand ist lauf WIFO der Tatsache geschuldet, dass diese Altersgruppe besonders in den Bereichen Gastronomie, wirtschaftliche Dienstleistungen, Kultur und Erziehung tätig ist.
    • 86.838 sind Erwachsene 25-44 Jahre (+ 41,8 % gegenüber 03/2019)
    • 62.133 sind Ältere ab 45 Jahre (+ 32,3% gegenüber 03/2019)

  • 67.310 Wienerinnen und Wiener der beim AMS vorgemerkten Personen waren langzeitbeschäftigungslos. Als langzeitbeschäftigungslos gilt eine Person, wenn die Dauer des zugehörigen Geschäftsfalls zum Stichtag eine Geschäftsfalldauer von mehr als 365 Tagen aufweist. Das bedeutet, dass fast die Hälfte (48,5 %) aller 138.693 österreichweit gemeldeten Langzeitbeschäftigungslosen in Wien leben.

  • Die größte Gruppe bei den Langzeitbeschäftigungslosen sind Menschen im Alter von 55 bis 59 Jahre mit 4.530 Personen, gefolgt von den 50- bis 54-Jährigen mit 3.255 Personen.

    *Quelle: AMS Österreich

    arbeit plus. Dachverband – Soziale Unternehmen Wien

    Der Dachverband vertritt seit 2001 Wiener Organisationen, die langzeitbeschäftigungslose Menschen beraten, qualifizieren und beschäftigen. Über 30.000 nutzen diese Angebote jährlich. Die Interessenvertretung repräsentiert knapp 60 Betriebe und Beratungseinrichtungen, hinter denen 32 Trägerorganisationen stehen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Eva Schober, Öffentlichkeitsarbeit & PR
Taborstraße 24/18, 1020 Wien; www.arbeitplus-wien.at
Tel. 01-720 38 80-15; 0664 811 92 02
Mail: e.schober@arbeitplus-wien.at

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