Aktion: Öffnet die Hotels für Geflüchtete, dort gibt es Platz!

Aktivist*innen fordern die Evakuierung des griechischen Lagers Moria

Wien (OTS) - Heute Montag haben Aktivist*innen ein Transparent auf dem Wiener Hotel Intercontinental befestigt, um darauf aufmerksam zu machen, dass während hunderte Hotels ungenutzt leer stehen, tausende Geflüchtete in Lagern auf den griechischen Inseln leben müssen. Die auch ansonsten schon äußerst prekäre Situation in diesen Lagern wird durch die drohende Gefahr eines Ausbruchs des Coronavirus noch massiv verschärft. Verantwortlich dafür ist die seit Jahren menschenverachtende Grenzpolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, ganz wesentlich gestützt und vorangetrieben von der österreichischen Regierung um Bundeskanzler Kurz.

„Während in Österreich Corona-Schutzmaßnahmen fortgesetzt werden, leben 40 000 Menschen in maßlos überbelegten Lagern auf den ägäischen Inseln, festgehalten an den EU-Außengrenzen noch bevor sie das europäische Festland erreichen konnten. Ihr Elend ist politisch verursacht und gewollt, es soll zur Abschreckung dienen“, sagt Carla Sedlak, Pressesprecherin der Plattform Radikale Linke. Dieses Missverhältnis zeigt deutlich, wie auch unter der Maßgabe des „Seuchenschutzes“ weiterhin zwischen schützenwertem und nicht-schützenswertem Leben unterschieden wird.

Die mehr als 20 000 Menschen, die in der Hölle von Moria auf Lesbos zusammengedrängt ausharren müssen, sind zum Symbol dieser Katastrophe geworden. Das Lager ist höchstens auf 3 000 Bewohner*innen ausgelegt. Sanitäre Einrichtungen, Desinfektionsmittel und ärztliche Versorgung gibt es kaum, Wasser ist nur begrenzt vorhanden, die Infrastruktur steht kurz vor dem Kollaps. Angesichts der Gefahr eines Corona-Ausbruchs entwickelt sich das Lager nun für die vor Krieg und Gewalt Geflohenen zur Todesfalle. Abstand wahren oder das Einhalten anderer Vorsichtsmaßnahmen ist schlicht unmöglich.

„Die AUA holt mit hohem finanziellen Aufwand Österreicher*innen aus aller Welt zurück, ansonsten werden möglichst billige Arbeitskräfte für das österreichische Pflegesystem und die Landwirtschaft eingeflogen. Die Aufnahme von Geflüchteten aus den höchst prekären Lagern an den europäischen Außengrenzen wird nicht einmal mehr öffentlich diskutiert“, zeigt sich Sedlak empört und fährt fort: „Die viel gepriesene „Solidarität“ endet also an der nationalen Grenze – was dazu führt, dass sie keine Solidarität im eigentlichen Sinne ist.“

Die Aktivist*innen fordern die sofortige Evakuierung des Lagers Moria und die Aufnahme von schutzsuchenden Menschen in den leerstehenden Hotels. Des Weiteren fordern sie die Schließung aller Lager, die Freilassung aller Personen in Schubhaft und die Abschaffung des mörderischen EU-Grenzregimes. „Vor der Zukunft haben alle Angst. Sie wird durch Abschiebungen verstärkt, durch das Elend hinter dem Zaun, nicht durch offene Grenzen. Sie wird gemildert durch die Sicherheit: Was auch kommen mag – niemand wird zurückgelassen, keiner muss im Elend verrecken, wer er auch sei", so die Sprecherin der Plattform Radikale Linke abschließend.

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