Corona: Handelsverband fordert vorgezogene Steuerreform, um rot-weiß-roten Konjunkturmotor anzuwerfen

Österreichischer Handel geht ab 2. Mai von verhaltener Umsatzentwicklung aus. Einkommenssteuersenkung jetzt volkswirtschaftlich sinnvoll.

Wien (OTS) - Die erste Bilanz der am 14. April wiedereröffneten Geschäfte fällt mit einem Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent ernüchternd aus – und zeigt klar, dass es sofortige Impulse zur Kaufkraftstärkung in Österreich braucht. Die Konsumstimmung wird durch Social Distancing und Maskenpflicht auf absehbare Zeit verhalten bleiben. Daher braucht es jetzt entsprechende Impulse der Bundesregierung.

Sofortige Lohn- und Einkommenssteuersenkung als Konjunkturstimulus

Ein Vorziehen der von der Regierung für 2021 und 2022 vorgesehenen Senkung des Lohn- und Einkommensteuertarifs der zweiten, dritten und vierten Stufe von 25% auf 20%, von 35% auf 30% sowie von 42% auf 40% würde essentielle Kaufkraft-Impulse liefern und damit den heimischen Wirtschaftsstandort durch stärkere Binnennachfrage absichern, was vom Timing her auch dem Tourismus-Standort Österreich besonders zu Gute kommen würde. Die Einkommenssteuersenkung ist ohnehin überfällig, da in kaum einem westlichen Land die Lohn- und Abgabenquote höher ist als in Österreich.

"Die paktierte Steuerreform käme Corona-bedingt durch das Vorziehen ganz besonders wirksam bei den heimischen Betrieben an, die jetzt jeden Euro brauchen können. So können wir uns selbst aus der Krise helfen. Allein weil der Handel wieder hochfahren darf, heißt das nicht, dass auch die Kaufkraft automatisch wieder hochfährt", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will im Namen des Handelsverband-Präsidiums. Neben dem österreichischen Handel würden auch die Gastronomie und der Tourismus sowie die Produzenten und Dienstleister ein Stück der Shutdown-bedingten Umsatzverluste wettmachen können.

Öffnung aller Geschäfte des österreichischen Handels ab 2. Mai sehr positiv, Umsatzprognose verhalten

Viele Corona-Instrumente kommen noch immer nicht bei den betroffenen Firmen an, daher sollte jetzt die Reißleine gezogen und seitens der Bundesregierung ein direktes Bündel an liquiditätsfördernden und konjukturbelebenden Maßnahmen umgesetzt werden. Die Politik hat entschlossen gehandelt und Kriseninstrumente binnen so kurzer Zeit angeboten, wie kaum ein anderes Land in Europa. Trotz gutem Willen warten jedoch viele betroffene Unternehmen bis zum heutigen Tage auf Antragszusagen und Liquidität. Daher braucht es nun einen nachhaltigen konjunkturellen Schub durch eine vorgezogene Steuerreform ergänzend zu den Kriseninstrumenten.

Mit Blick auf die bevorstehende Öffnung der restlichen Geschäfte und Shoppingcenter ab 2. Mai ist der heimische Handel zuversichtlich, seinen Beitrag in der Wiederanlaufphase leisten zu können. "Die Corona-Krise hat das Konsumverhalten nachhaltig verändert. Umso wichtiger ist es, jetzt den rot-weiß-roten Konjunkturmotor mit einer Steuerreform anzuwerfen“, ist Rainer Will überzeugt.

Was die vollständige Öffnung des österreichischen Handels ab dem kommenden Samstag betrifft, sind die Prognosen der heimischen Retail-Betriebe verhalten bis vorsichtig optimistisch. Zumindest die Verwirrung darüber "Welches Geschäft hat offen, welches nicht?" ist damit beendet, was sich positiv auf die Kundenfrequenzen auswirken wird, die auch besser verteilen werden, um Schlangenbildungen entgegenzuwirken. Dennoch gehen viele stationäre Händler im Mai von Umsatzrückgängen zwischen -30% und -50% im Vergleich zum Vorjahr aus.

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