SOS-Kinderdorf: Kindern wird in der Corona-Krise viel zu viel zugemutet

Geschäftsführer Christian Moser: SchülerInnen endlich eine Perspektive in Richtung Normalität geben, Unterstützungssysteme für danach notwendig

  • Was Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zugemutet wird, geht weit über das hinaus, was von anderen gesellschaftlichen Gruppen erwartetet wird. Das ist nicht nachvollziehbar und auch kinderrechtswidrig.
    Christian Moser
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  • Wenn Kinder jetzt in ihrer Entwicklung oder beim Lernfortschritt zurückbleiben, dann braucht es nach Ende der heftigsten Phase eine individuell zugeschnittene Unterstützung, damit das Versäumte wieder aufgeholt werden kann
    Christian Moser
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Wien (OTS) - „Das Hauptaugenmerk der Regierung lag zuletzt auf der Frage, wann Geschäfte, Hotels und Friseure wieder aufsperren dürfen. Darüber, wann Kinder und Jugendliche ihr Recht auf Bildung endlich wieder wahrnehmen können, hörte man wenig. Das sagt einiges über den Stellenwert von Kindern und ihren Rechten in unserer Gesellschaft aus“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

Was Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zugemutet wird, geht weit über das hinaus, was von anderen gesellschaftlichen Gruppen erwartetet wird. Das ist nicht nachvollziehbar und auch kinderrechtswidrig.“ Die UN-Kinderrechtskonvention sehe vor, dass das Kindeswohl bei allen staatlichen Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen ist. „Das ist in der derzeitigen Situation ganz und gar nicht der Fall. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen spielten in den letzten Wochen eine sehr kleine Rolle.“

Homeschooling schafft Ungleichheit

Die Ungewissheit, wann und in welcher Form der Unterricht wieder startet, mache vielen Kindern und Jugendlichen zu schaffen. „Schule ist ja weit mehr ist als ein Ort des Lernens, es ist auch ein Ort für Austausch, Nähe und Gemeinsamkeit. Dieser Mangel an sozialen Kontakten ist eine große Belastung“, so Moser.

Zu Bedenken sei auch: „Je länger das Homeschooling dauert, umso größer werden die Unterschiede bei den Lernfortschritten sein. Denn Kinder finden ja völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen beim Homeschooling vor – je nach Möglichkeiten der Schule, der LehrerInnen, der Eltern."

Unterstützungssystem notwendig

Klar sei, dass es nach diesen Wochen der Einschränkungen ein Unterstützungssystem brauche, das all die aufgelaufenen Defizite wieder abbauen hilft. „Wenn Kinder jetzt in ihrer Entwicklung oder beim Lernfortschritt zurückbleiben, dann braucht es nach Ende der heftigsten Phase eine individuell zugeschnittene Unterstützung, damit das Versäumte wieder aufgeholt werden kann“, so Moser.

Es sei höchst an der Zeit, dass Bildungsminister Heinz Fassmann seine konkreten Pläne für die Wiederöffnung der Schulen vorlegt. „Kinder und Jugendliche haben in den letzten Wochen viel auf sich genommen, um die Gesundheit der Älteren in diesem Land zu schützen. Nun ist es an der Zeit, ihnen eine Perspektive Richtung Normalität zu geben“, so Moser.

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