Coronakrise: Auswirkung des Lockdowns auf die regionale Wirtschaft

Handwerker zählen zu den Gewinnern - Anbieter von Events, Unterhaltung, Gesundheit und Sport zu den Verlierern

Wien (OTS) - Auf die COVID-19-Pandemie hat die österreichische Regierung mit massiven Einschränkungen der Wirtschaftstätigkeit reagiert, die nun wieder etwas gelockert wurden. Der Lockdown hat die Community der professionellen Dienstleister, die auf der Dienstleistungsplattform ProntoPro.at ihre Services anbieten, mit starken Umsatzrückgängen getroffen. ProntoPro.at analysiert laufend die konkreten Auswirkungen auf die einzelnen Dienstleistungssektoren in Österreich in Korrelation zu den jeweiligen Schritten der Einschränkungen des öffentlichen Lebens und aktualisiert die Daten wöchentlich.

Die Analyse soll den österreichischen Politikern und Entscheidungsträgern auch helfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Schutzmaßnahmen genauer zu quantifizieren. Gemessen wird der Rückgang der Nachfrage nach lokalen Dienstleistungen auf ProntoPro.at im Vergleich zur letzten Woche vor der Ausgangssperre (2. bis 8. März 2020). Die Daten können nach Bundesland und Art der Dienstleistung gefiltert werden.

Regionale Auswirkungen

Im Durchschnitt ist die Nachfrage nach Dienstleistungen in den fünf Wochen der strengen Ausgangsbeschränkungen um 50 Prozent zurückgegangen. Aktuell zeigen sich jedoch aufgrund der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen erste positive Signale, da einige Dienstleistungs-Kategorien im Vergleich zur ersten Woche des Lockdowns bereits wieder stärker nachgefragt werden.

Insgesamt waren alle österreichischen Bundesländer von Coronakrise ähnlich betroffen.

Dennoch gab es einige regionale Ausreißer

  • Tirol war als eines der ersten Bundesländer von den Ausgangsbeschränkungen betroffen. Die Nachfrage nach Dienstleistungen ist im „Heiligen Land“ in der zweiten Woche der Schutzmaßnahmen mit minus 72 Prozent am stärksten eingebrochen.
  • Vorarlberg folgte als zweites Bundesland, zeigte aber die geringsten Verluste. Der Nachfrage-Rückgang betrug in der zweiten Woche gerade einmal 35 Prozent. Handwerker wie Elektriker, Installateure oder Maler wurden zwischen dem 16. bis 22. März sogar doppelt so oft gesucht wie vorher.
  • Das Burgenland war mit einem Rückgang der Nachfragen nach Dienstleistungen von 77 Prozent in der zweiten Woche der Spitzenreiter und damit am stärksten betroffen. Nach Woche Fünf lag der Rückgang immer noch bei 54 Prozent.

Die am stärksten betroffenen Sektoren

Naturgemäß waren alle Services rund um die Bereiche Unterhaltung, Gesundheit, Wellness und Sport besonders stark von den Ausgangsbeschränkungen betroffen:

  • Alle Dienstleistungen rund um Events wie Wedding Planner, Catering, Privatköche, DJs und Musiker sind um rund 70 Prozent eingebrochen. In der zweiten Woche der Ausgangsbeschränkungen erreichte die Event-Branche ihren Tiefpunkt mit minus 83 Prozent.
  • Nachhilfe, Musik- oder Sprachunterricht mussten ebenfalls Einbußen von 70 Prozent hinnehmen.
  • Wellness, Kosmetik und Gesundheit sind die am drittstärksten betroffenen Sektoren. Ernährungsberater, Personal Trainer, Friseure und Kosmetiker verzeichnen ein Minus von 65 Prozent.

Handwerk hielt der Krise stand

Das Zuhause wurde in den vergangenen Wochen für nahezu alle Österreicherinnen und Österreicher zusätzlich zum provisorischen Büro und/oder Klassenraum. Rund um die Uhr wurden die eigenen vier Wände heftig einer „Stress-Probe“ unterzogen und dabei ist auch dem einen und anderen so mancher Mangel im eignen Reich aufgefallen. Das hat sich auch in der Nachfrage nach Handwerkern niedergeschlagen. Der Wunsch, das eigene Heim wieder in Schuss zu bringen hat die Nachfrage angekurbelt.

Alle Dienstleistungen rund um das Zuhause waren daher tatsächlich die Gewinner in der Ausnahmesituation. Im Durchschnitt ist hier die Nachfrage um zehn Prozent angestiegen, mit einem Spitzenwert von plus 38 Prozent in der dritten Woche von Homeoffice und Homeschooling. Installateur, Elektriker, Anbieter für Rasenpflege, Dachrinnenreinigung, Pool-Pflege und Bewässerung erfreuten sich gestiegener Nachfrage. Dazu hat wohl nicht zuletzt das schöne Frühlingswetter beigetragen.

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