Die Krise als Chance für Tiroler Privatvermieter

Tirol (OTS) - Die Alpinen Gastgeber Tirol stehen in Zeiten von Corona vor großen Herausforderungen. Doch die 2.400 privaten Zimmervermieter lassen sich nicht unterkriegen. Sie sehen die aktuellen Entwicklungen als Chance für einen nachhaltigen, sanften und kleinstrukturierten Tourismus in Tirol.

Es waren intensive Tage für Theresia Rainer, Landesobfrau der Alpinen Gastgeber Tirol. Und schlaflose Nächte: Als sich vor rund vier Wochen die Situation zuspitzte, die Infektionskurve immer stärker stieg und schließlich dann bekannt wurde, dass alle Tiroler Beherbergungsbetriebe schließen müssen, hatten Theresia Rainer und ihr Team kaum eine ruhige Minute. Rund vierzig Mal ab Tag klingelte das Telefon von Rainer. Bei ihren BezirksvertreterInnen war es nicht anders. Am anderen Ende der Leitung: Besorgte Vermieterinnen und Vermieter. „Die Sorgen waren groß und mannigfaltig“, sagt die Landesobfrau: „Viele Vermieter standen von einem Tag auf den anderen vor existentiellen Problemen und sie stellten Fragen, die niemand auf der Stelle beantworten konnte.“ Wie soll ich meine laufenden Kosten decken? Wird es heuer überhaupt eine Sommersaison geben? Und: Bekommen auch Privatvermieter eine Unterstützung vom Staat?

Unterstützung für den kleinstrukturierten Tourismus in Tirol

Besonders die letzte Frage beschäftigte das Team der Alpinen Gastgeber Tirol in den letzten Wochen intensiv. Denn die (rechtliche) Lage der privaten Zimmervermieter ist eine besondere. Ihre Einnahmen gelten als „häuslicher Nebenerwerb“. Trotzdem sollte die Rolle der Alpinen Gastgeber im Tourismusland Tirol nicht unterschätzt werden: Rund 25% der Nächtigungen in Tirol gehen auf das Konto der Privatvermieter. Seit 7. April steht nun fest: Auch Privatvermieter bekommen, falls sie durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, eine Unterstützung seitens des Staates. Eine große Erleichterung für viele Vermieter. Der Weg dorthin war kein leichter, erklärt Theresia Rainer: „Wir haben uns nach allen Kräften für unserer Vermieterinnen eingesetzt, denn schließlich tragen diese einen so wichtigen Teil dazu bei, dass das Urlaubsland Tirol so beliebt ist. Seit Jahrzehnten“. Auch betont Rainer die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Privatvermieter. Wie viele Telefonate, Briefe und E-Mails sie und ihr Team an die zuständigen Stellen in den Bundesministerien geführt hat, kann sie nicht mehr genau sagen. Das Pensum war jedenfalls enorm. Und vor allem: Es führte zu einem Etappensieg, wie ihn Rainer nennt. Denn jetzt ginge es darum, die 2.400 Mitgliedsbetriebe bestmöglich durch die Krise zu begleiten und sie fit für die Veränderungen in der Zukunft zu machen.

Alpine Gastgeber engagieren sich in der Krise

Däumchendrehen ist jedenfalls nichts für die Vermieterinnen und Vermieter. Während die einen für soziale Einrichtungen Schutzmasken nähen, haben sich andere mit lokalen Produzenten zusammengetan und bieten ein Desinfektionsmittel „made in Lechtal“ an. Wiederum andere nutzen die „Zeit der leeren Betten“ dafür, ihren Auftritt im Internet zu aktualisieren, sich in der verbandsinternen Facebookgruppe auszutauschen oder sich auf der Onlineplattform der Tiroler Vermieterakademie einen Wissensvorsprung zu holen. „Wir ´Kleinen´ sind tief in den Regionen verwurzelt und wollen unseren Beitrag leisten. Gleichzeitig wissen wir, dass wir die berühmte Extrameile laufen müssen, um am Markt Bestand zu haben“, meint Landesobfrau Theresia Rainer. An dieser Stelle betont Rainer auch ihre Dankbarkeit für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Institutionen auf Landesebene, vor allen hätten sich Landeshauptmann Günther Platter, die Abteilung Tourismus im Land Tirol mit Gerhard Föger und Anton Habicher, Tourismussprecher Mario Gerber und Florian Phleps von der Tirol Werbung in dieser schwierigen Zeit für die Privatvermieter eingesetzt.

Klein und fein

Auch wenn der Tiroler Privatvermieter Verband, der nach außen hin unter der Marke „Alpine Gastgeber“ auftritt, eine Institution mit jahrzehntelanger Tradition ist, ist sie alles andere als von gestern. Besonders in den letzten Jahren haben die Angebote der Alpinen Gastgeber einen massiven „Qualitätsschub“ bekommen, so Theresia Rainer. Viele Vermieter haben viel in ihre Zimmer und Ferienwohnungen investiert, was jetzt in der Krise naturgemäß für finanzielle Herausforderungen sorgt. Denn derzeit fehlen schlicht die Einnahmen. Dennoch: Nach vorne schauen, heißt das Gebot der Stunde. Jetzt mehr denn je. Und so werden die Kernkompetenzen der Alpinen Gastgeber Tirol in Zeiten nach Corona zu einer großen Chance: Urlaub im eigenen Land, ein sanfter und nachhaltiger Tourismus fernab von Gigantomanie und Menschenmassen und die Tatsache, dass die Gäste in den Ferienwohnungen und Zimmern Freiheit und Privatheit finden, wird vielen Vermietern einen Wettbewerbsvorteil bieten. „Wir sehen in der Krise eine Chance“, so Theresia Rainer. „Unsere Betriebe sind klein, fein und flexibel“. Und vor allem: Die Gastfreundschaft kommt von Herzen. Das war auch vor Corona so.

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Rainer Theresia
Landesobfrau | Bezirksobfrau Osttirol
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