Europaschutzgebiete sind keine provinzpolitische Manövriermasse

Plan zur Schutzgebietserweiterung von S8-Marchfeldschnellstraße überschattet

Wien (OTS) - Gestern endet die Begutachungsfrist für einen Verordnungsentwurf der Niederösterreichischen Landesregierung betreffend eine Vergrößerung des Vogelschutzgebietes "Sandboden-Praterterasse" im Zentralen Marchfeld. Wolfgang Rehm Sprecher der Umweltoragnisation VIRUS und der Bürgerinitiative Marchfeld die eine Stellungnahme abgaben kommentiert ironisch "Erst betonten Lokalpolitiker die mangelnde Bedeutung von vorgeblich nur zwei Triel-Individuen nun vergrößert das Land Niederösterreich das Gebiet das ist sehr logisch, genauso wie es grenzwertig ist, dass das Gebiet nur deshalb vergrößert werden soll, um es durch die S8- Marchfeldschnellstraße zerstören zu können. Es muss klargestellt werden, Europaschutzgebiete sind keine provinzpolitische Manövriermasse!".

Jahrelang und bis zur mündlichen Verhandlung des Beschwerdeverfahrens zur S8 im Februar 2020 und sogar noch danach sei die Relevanz einer Erweiterung von Land Niederösterreich und der Asfinag bestritten worden, nun erhoffe man sich dort von einer 180 Grad Kehrtwendung offenbar eine Ausnahmegenehmigung für das umstrittene Autobahnbauvorhaben. Dieses wird wegen seiner fehlenden Natur- und Umweltverträglichkeit, seiner ungünstigen räumlichen und verkehrlichen Wirkung und seiner Klimaschädlichkeit von zwei Umweltorganisationen und sechs Bürgerinitiativen, darunter VIRUS und BIM im Verfahren bekämpft. "Bei aller Fragwürdigkeit der Vorgangsweise soll niemand daran gehindert werden, das Richtige zu tun. Das wegen der Marchfeldschnellstraße von Anfang an zu klein ausgewiesenen Europaschutzgebiet braucht diese Vergrößerung". so Rehm. Doch mit einer Grenzausweitung sei es nicht getan. Die nun erneuerte Verpflichtung, einen günstigen Erhaltungszustand für Triel und Brachpieper zu gewährleisten bedürfe auch Maßnahmen, deren Gewährleistung und Finanzierung durch die Landesregierung in der Stellungnahme zur Begutachtung eingefordert wurden. "Man hat in den letzten Jahren das Schutzgebiet bewusst verwahrlosen lassen, das Trielschutzkonzept wurde nicht umgesetzt Artenschutzprojekte und Gebietsbetreuung sind schon 2014 ausgelaufen. Ein Bestandsrückgang des Triel ist die wenig überraschende Folge was man damit erreicht hat kommt einem Schuss ins eigene Knie gleich " kritisiert Rehm der nun unter anderem die Bereitstellung und Absicherung von ausreichend Brut- und Nahrungsflächen und die Wiederaufnahme der Monitoring- und Gebietsbetreungsprogrammen sowie Maßnahmen im umliegenden Straßennetz in Form eines von der Asfinag unabhängigen Paktetes fordert. "Die Niederösterreichische Landesregierung muss sich dessen bewusst sein, dass sie mit dem für nach Ostern geplanten Beschluss der Gebietserweiterung bereits implizit ein (erneuertes) Bekenntnis zum Trielschutz ablegt. Es wird angeregt, dies auch explizit ausformuliert in einem Grundsatzbeschluss zu tun, sowie zeitgleich ein Begleitmaßnahmenpaket und zeitnah die erforderlichen budgetären Mittel dazu zu beschließen", so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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