WIEDERHOLUNG DER OTS0168 von gestern: Mit der Caritas durch die Osterfeiertage

Gegen die Einsamkeit an den Feiertagen: Die Caritas stärkt den Zusammenhalt in dieser schwierigen Zeit und bietet fünf Tipps zur Unterstützung

Wien (OTS) - „Wir haben darüber geredet, wie wir normalerweise Ostern verbringen. Und normalerweise feiern wir beide mit der ganzen Familie“, erzählt Maddalena Wengersky. „Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen ist das dieses Jahr aber nicht möglich.“ Die 38-Jährige ist eine der ersten, die sich bei Plaudernetz gemeldet hat. Seit Dienstag sind die Leitungen von Österreichs erster Telefonnummer (05/1776-100) gegen Einsamkeit offen. Dort treffen Menschen, die sich nach jemanden zum Reden sehnen, solche, die gerne plaudern. In ihrem ersten Gespräch wurde Wengersky mit einer älteren Frau verbunden, die alleine lebt und der manchmal wegen der derzeitigen Isolation die Decke auf den Kopf fällt.

Vielen geht es so im Moment. „Einsamkeit ist ein Tabuthema, das das Leid der Betroffenen oftmals noch größer macht. Schon vor der Corona-Krise war es eine Zivilisationskrankheit in westlichen Gesellschaften. Andere Länder sind Österreich auf dem Gebiet aber voraus. Dänemark hat einen Pakt gegen Einsamkeit geschmiedet, in Deutschland ist es Teil des Koalitionsübereinkommens“, sagt Caritas-Präsident Michael Landau. „Durch die Krise wird das Problem der Einsamkeit nun weiter verschärft. Als Caritas wollen wir beispielsweise mit der österreichweiten Telefonnummer dagegenhalten.“ An Feiertagen wird das Gefühl der Einsamkeit häufig zusätzlich verstärkt. „Vor allem ältere Menschen haben Angst einsam zu sein. Es ist aber keine Frage des Alters. Leider sind auch junge Menschen betroffen.“ In Österreich fürchten sich zwei Drittel der Bevölkerung davor, einsam zu sein. „Gerade jetzt zu Ostern ist es daher wichtig zu erproben, wie aus ‚Social Distancing‘ ein ‚Distant Socializing‘ werden kann.“

5 Tipps gegen die Einsamkeit für die Osterfeiertage

Einsamkeit macht krank. Deswegen ist es wichtig, dagegenzuwirken. Die Caritas gibt einen Überblick, wie die Feiertage trotz allem gestaltet werden können.

  • Plaudern

Es ist wichtig, darüber zu reden. Wenn Freunde Betroffene fragen, wie es ihnen geht, ist es gut, sich zu überwinden und zu sagen, dass man unter dem Alleinsein und der Einsamkeit leidet. Nur wenn das Umfeld Bescheid weiß, kann es darauf reagieren und unterstützen. Hilfreich kann es auch sein, selbst alte Kontakte zu reaktivieren und aufzufrischen. Andersrum können Menschen auch überlegen, wer in ihrem Umfeld einsam sein könnte und sich dann regelmäßig bei dieser Person melden. Am besten zeigt man den Betroffenen, dass man für sie da ist und an sie denkt. Dafür hat die Caritas gemeinsam mit der Kronenzeitung und Magenta das Plaudernetz ins Leben gerufen. Es ist die erste Mission von füreinand‘‘, Österreichs größter Community für Mitmenschlichkeit. Unter 05/1776-100 werden Menschen, die sich nach jemanden zum Reden sehnen mit jenen verbunden, die gerne plaudern. Einfach unter www.plaudernetz.at anmelden. So haben auch Maddalena Wengersky und ihre erste Plauderpartnerin zusammengefunden und gemeinsam überlegt, wie sie Ostern trotz Isolation schön gestalten können. „Ich habe erzählt, dass ich versuche, gewisse Osterbräuche trotzdem beizubehalten, auch wenn man alleine ohne Familie feiern muss. So habe ich bemalte Eier und eine Osterpinze gekauft. Ich bin gläubig und werde mir deswegen auch einen Gottesdienst im Fernsehen ansehen.“ Plaudernetz ist keine Krisen- oder Notfall-Nummer. Vielmehr sollen Menschen miteinander verbunden werden, die einfach jemanden zum Reden brauchen. Wenn Einsamkeit/Depressionen/Angstzustände zu groß werden, bitte nicht zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – zum Beispiel die Telefonseelsorge, Krisenhotlines oder Psychotherapie via internet.

  • Neue/alte Hobbies (re)aktivieren

Die Corona-Quarantäne und insbesondere die Feiertage können auch genutzt werden, um neue oder alte Hobbies auszuüben. Vielleicht möchte man von zu Hause aus etwas für andere machen. Zum Beispiel werden im Rahmen von Nachbarschafft, ebenfalls eine der ersten Missionen von füreinand‘‘, Nasen-Mund-Masken genäht, damit alle Menschen in Österreich eine Maske erhalten. Mit den verschiedenen Missionen von füreinand‘‘ soll Akuthilfe geleistet und der Zusammenhalt in Zeiten von Corona gestärkt werden. Da kann man schnell und unkompliziert mitmachen, ist rasch Teil der Community und tut gleichzeitig noch Gutes. Mehr Infos unter: www.fuereinand.at

  • Kontakte in den virtuellen Raum verlagern

Zu Ostern ist es eine Möglichkeit, um sich nicht alleine zu fühlen, viel in den virtuellen Raum zu übertragen. Zum Beispiel kann man einen virtuellen Oster-Brunch ausrichten oder das Familienfest kann virtuell gefeiert werden. Wenn es technisch möglich ist, bietet sich besonders die Videotelefonie an, weil es einen Unterschied macht, ob man nur eine Stimme hört oder den Menschen auch sieht. Dass man nie zu alt ist, die Neuen Medien zu nutzen, beweist Annemarie Tering. Die 90-jährige Bewohnerin des Caritas-Seniorenwohnhaus Schloss Hall in Bad Hall in Oberösterreich hat vergangene Woche zum ersten Mal mit dem Laptop ihrer Pflegerin mit ihrer Familie videotelefoniert und war mehr als entzückt.

  • Kleine Geschenke verstecken

Trotzdem leiden gerade viele ältere Menschen derzeit darunter, dass sie zu Enkelkindern und Kindern keinen Kontakt haben können. Manchen fehlt auch, dass sie sich nicht mehr als „hilfreich“ oder „gebraucht“ fühlen – gerade die, die eine wichtige Stütze als Betreuungsperson waren. Die füreinand‘‘-Community arbeitet derzeit daran, möglichst vielen älteren Menschen mit einer Kinderzeichnung das bevorstehende Osterfest zu versüßen. Ganz in dieser Manier haben die Urenkel Elisa (11) und Annika (8) für ihre „Urmi“ Gertrude Stampfer, die seit zwei Jahren im „Franziskusheim“ der Caritas Klagenfurt lebt, Schönes gebastelt, geschrieben und es per Post aufgegeben. Und die „Urmi“ hat sich riesig gefreut. Aber Großeltern können umgekehrt auch proaktiv agieren und ihren Enkeln einen Brief „wie früher“ schreiben. Vielleicht entwickelt sich daraus eine Brieffreundschaft. Schulkindern kann man Rätsel oder Aufgaben schicken. Jetzt zu Ostern kann man – ganz egal, wie alt man ist – Familienangehörige auch mit Osterpackerln überraschen, die man verschickt oder vor die Türe legt. Auch den Nachbarn kann man zum Beispiel einen Blumengruß vor die Tür stellen. Vielleicht entwickelt sich daraus ein nettes Ritual, einander mit Nettigkeiten zu überraschen.

  • Positiv denken

Positives Denken hilft. Wir müssen verinnerlichen, dass ganz viele Menschen gerade in einer ähnlichen Situation sind. Wir sind gemeinsam einsam. Es ist keine selbst verursachte Situation. Immerhin erdulden wir alle diese Situation, um uns und andere zu schützen.

Füreinand‘

füreinand´ bringt hilfsbereite Menschen mit jenen zusammen, die jetzt Hilfe so dringend brauchen. Und zwar in ganz Österreich. Mit verschiedenen Missionen soll ab sofort Akuthilfe geleistet und der Zusammenhalt in Zeiten von Corona gestärkt werden. Mehr Infos unter: www.fuereinand.at

Die Caritas bittet dringend um Spenden für die Corona Nothilfe

Die Ausbreitung von COVID-19 in Österreich stellt uns als Gesellschaft vor eine einzigartige Herausforderung. Lassen Sie uns in dieser für uns alle schweren Krise nicht auf die Schwächsten in diesem Land vergessen! Die meisten von uns können sich aus eigener Kraft oder mit Hilfe ihres Umfelds über diese schwierige Zeit retten. Es gibt aber viele Menschen, für die schon jetzt der Alltag nicht bewältigbar ist. Die sich die Heizung für ihre Wohnung nicht leisten können. Die vielleicht nicht mal eine Wohnung haben. Sie sind es, die die aktuelle Krise besonders trifft. Bitte helfen Sie uns, diesen Menschen zu helfen.Danke!

Jetzt spenden unter: www.caritas.at/corona-nothilfe

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