FPÖ – Schmiedlechner zu Coronavirus: Eine Reduzierung der Milchmenge würde für die Bauern weniger Milchgeld bedeuten

FPÖ fordert von der schwarz-grünen Regierung einen Rettungsschirm für unsere Landwirte ein

Wien (OTS) - „Derzeit fordern einzelne österreichische Molkereien unsere Landwirte auf, weniger Milch zu liefern. Begründet wird dies mit dem Wegfall der Abnahme durch die Gastronomie. Mir als Milchbauer ist aber eine derartige Vorgangsweise vollkommen unverständlich, denn ich kann die Milchproduktion meiner Kühe nicht von heute auf morgen abstellen. Eine Reduzierung der Milchmenge würde überdies für die Bauern weniger Milchgeld bedeuten“, sagte heute der freiheitliche Agrarsprecher NAbg. Peter Schmiedlechner.

„Laut Statistik Austria haben wir zum Beispiel bei der Butter eine Selbstversorgung von nur 72 Prozent. Warum können die Milchverarbeiter aus der Milch nicht mehr heimische Butter oder auch länger haltbaren Käse herstellen? Auf der einen Seite fordert die Molkereiindustrie die Bauern auf, die Milchmenge zu reduzieren, auf der anderen Seite werden genau von dieser verarbeitenden Industrie Unmengen an Palmöl importiert. Mit diesem billig importierten, umweltbelasteten Palmfett wird das heimische Milchfett ausgetauscht und gestreckt und damit den eigenen Bauern Konkurrenz gemacht. Die Molkereiwirtschaft sollte gerade jetzt auf diese umweltschädlichen Billigimporte verzichten, aber auch der Lebensmittelhandel sollte die Einfuhren von ausländischen Milchprodukten einschränken. Regional statt Global muss jetzt die Devise lauten“, betonte Schmiedlechner.

„Eine funktionierende Selbstversorgung ist enorm wichtig. Diese Krise zeigt und lehrt uns – wir müssen die systemrelevanten Produkte selbst herstellen und die Lebensmittelproduktion ist dabei zentral. Unsere Bäuerinnen und Bauern müssen gut von ihrer Arbeit leben können, nur so können wir die Versorgung des ganzen Landes sicherstellen. Eine Reduzierung der Milchmenge würde für die Bauern weniger Milchgeld bedeuten, wie das unsere heimischen Bauern stemmen sollen, die schon vor der Krise mit dem Rücken zur Wand gestanden sind, ist unverständlich. Reduktion kann daher nur stattfinden, wenn den Bauern diese abgegolten wird“, erklärte Schmiedlechner.

„Wenn wir eine funktionierende Landwirtschaft aufrechterhalten wollen, dann braucht es dringend eine Entlastung und eine Unterstützung der Bauern. Schon am 31. März habe ich von der schwarz-grünen Regierung einen Rettungsschirm für unsere Landwirte mit folgenden Punkten eingefordert:

  • Streichung der Sozialversicherungsbeiträge für 2020 – einmalige Entlastung der Betriebe
  • Neubewertung des Einheitswertes - öffentliche Gelder nicht mehr miteinberechnen
  • Mindestpreis für landwirtschaftliche Produkte - zum Schutz und Erhalt heimischer landwirtschaftlicher Betriebe braucht es einen Preis, der gemeinsam festgelegt wird und zwar an Hand der tatsächlichen Kosten, sodass unsere Betriebe überleben können
  • Mengensteuerung für die Produzenten – A/B Preis (B Preis um die Überproduktion für den Export zu verwenden)
  • Kurzfristige Sonderregelung für Saisonarbeitskräfte, um die Ernte eingebringen zu können
  • Ordentliche Lebensmittelkennzeichnung – Wo Österreich draufsteht, muss Österreich drinnen sein!
  • Regionale Vermarktung stärken und Erleichterungen für Direktvermarktung

Ein solcher Rettungsschirm ist jetzt das Gebot der Stunde. Nicht die Produktion einschränken, sondern unsere Produzenten stärken und auf billige Substitute verzichten“, betonte der FPÖ-Agrarsprecher.

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