Gutes Jahresergebnis 2019 für Österreichs Kreditinstitute

Wien (OTS) - Die österreichischen Kreditinstitutsgruppen und Einzelkreditinstitute können mit einem aggregierten Jahresergebnis in Höhe von rund 6,7 Mrd EUR auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. Das Jahresergebnis 2019 lag um 0,2 Mrd EUR unter dem Vorjahresvergleichswert, befindet sich aber immer noch auf hohem Niveau. Österreichs Banken sind widerstandskräftig und dank ihrer stabilen Ertragslage gut für die durch das Coronavirus bedingten stürmischen Zeiten gerüstet. Doch angesichts der enormen Unsicherheiten, der zu erwartenden Herausforderungen und der damit verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen sollten die Banken bei Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni besonnen agieren, die Entscheidungen über mögliche Auszahlungen in den Herbst verschieben und wohlüberlegt in Einklang zu ihrer Risikotragfähigkeit halten.

Die aggregierten Betriebserträge lagen im Jahr 2019 um 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Positiv auf die Betriebserträge wirkte sich einerseits das um 2,5 Prozent gestiegene Nettozinsergebnis aus. Andererseits erwiesen sich der Handelserfolg[1] und die Bewertungsergebnisse (+63,7 Prozent) sowie das Provisionsergebnis (+1,8 Prozent) als unterstützende Elemente.

Das aggregierte Betriebsergebnis ist um 1,2 Prozent zurückgegangen. Dies ist vorrangig durch den Anstieg bei Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (Firmenwert, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Beteiligungen) um 62,2 Prozent zu erklären ist, wobei absolut gesehen die Hälfte auf Beteiligungen entfällt. Zudem drückten die um 1,3 Prozent gestiegenen Verwaltungsaufwendungen das Betriebsergebnis. Insgesamt wurde somit ein leichter Rückgang beim aggregierten Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 2,9 Prozent verzeichnet. Neben dem leicht gesunkenen Betriebsergebnis belastete vor allem der Anstieg des Ergebnisses aus Wertminderungen/ Wertaufholungen (z. B. Wertberichtungen für Kredite und Forderungen sowie Rückstellungen für erteilte Zusagen und Garantien) um 82,2 Prozent und der sonstigen Rückstellungen (350,7 Prozent) das Jahresergebnis.

„Mit rund 6,7 Mrd EUR können die österreichischen Banken im Jahr 2019 auf ein gutes Gesamtergebnis zurückblicken. Angesichts der durch das Coronavirus bedingten Unsicherheiten macht es jedenfalls Sinn, dass die Entscheidungen über mögliche Ausschüttungen nun in den Herbst verschoben wurden. Vorsicht ist in Zeiten schwer kalkulierbarer Entwicklungen grundsätzlich ein gutes Leitmotiv“, so OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber.

Es ist zu beachten, dass die Daten für das Jahresende 2019 auf den Bilanzierungsvorschriften gemäß IFRS 16 beruhen, während die Vergleichswerte für 2018 noch unter IAS 17 erstellt wurden. Diese Regelwerke unterscheiden sich hauptsächlich in den Vorgaben zur Erfassung von Leasingverhältnissen.

Hinweis:
Das angeführte aggregierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2019 in Höhe von 6,7 Mrd EUR basiert auf den zum Zeitpunkt der Analyse vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Aus dem Vergleich zu den von Bankprüfern geprüften IFRS-Jahresabschlüssen, die zum aktuellen Zeitpunkt erst vereinzelt vorliegen, können sich noch Änderungen ergeben. Ein Hinweis auf die geprüften Daten des Jahres 2019 erfolgt im Rahmen der Presseaussendung zum 1. Halbjahr 2020.

[1] Handelserfolg und Bewertungsergebnisse = Gewinne oder (–) Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, netto + Sonstige Bewertungsergebnisse nach IFRS und nGAAP FINREP + Gewinne oder (–) Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, netto.

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