Grüne/Neßler: Tourismus nach der Corona-Krise wird sich grundlegend verändern

Jede Krise birgt auch eine Chance

Wien (OTS) - Die Tourismusbranche steht vor einer besonderen Herausforderung. Laut Umfrage der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) beträgt der Umsatzverlust der Hotellerie im Durchschnitt knapp 700.000 Euro seit Beginn der Corona-Krise.

Es wurden zahlreiche Unterstützungsangebote bei Liquiditätsengpässen geschaffen, doch stellt vor allem der Sommer eine schwierige Zeit für den heimischen Tourismus dar.

Das WIFO geht in einer Szenarienrechnung davon aus, dass die Nächtigungen im Jahr 2020 um bis zu 30 Prozent sinken werden, im ungünstigsten Fall sogar deutlich stärker. Nur wenn es gelingt, den Inlandstourismus stark zu beleben, können diese Verluste verringert werden.

„Was im Regierungsübereinkommen steht: Urlaub im eigenen Land forcieren, muss jetzt verwirklicht werden“, fordert die Tourismussprecherin der Grünen, Barbara Neßler, und weiter: „Urlaub zu Hause ist jetzt wichtiger denn je. Nur so können wir unsere regionale Wirtschaft und unseren Tourismus wieder ankurbeln.

Tourismus ist nicht begrenzt auf die Beherbergung, sondern umfasst Bäckereien vor Ort, Kulturveranstaltungen bis hin zu Bergführer*innen. Sie alle sind Teil der touristischen Wertschöpfungskette. Aus diesem Grund ist der Urlaub im Inland so wichtig“, betont Neßler.

Zu beachten ist allerdings, dass die Tourismusbranche jetzt nicht nur vor einer finanziellen Herausforderung steht, sondern, speziell in Tirol, auch einen Imageschaden erlitten hat: „Der Tourismus nach Corona wird sich grundlegend verändern müssen. Aber jede Krise birgt auch eine Chance und ich sehe diese Chance für den Tourismus. Wir müssen bereit sein darüber zu sprechen, in welche Richtung wir gehen wollen und realpolitische Maßnahmen für nachhaltigen und sozialen Tourismus setzen.“

Neßler führt weiter aus: „Es steht außer Frage, dass im Tourismus große Pionierarbeit geleistet wurde, aber derzeit sind wir auf dem falschen Weg. In der Vergangenheit ging es darum, immer größer und größer zu werden. Erfolg wurde an den Nächtigungszahlen gemessen und wir sahen den Tourismus als Wettrennen gegen die Zeit. Aber der Zeitgeist der Expansion um jeden Preis hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass weder für den Tourismus noch für die Bevölkerung gesund ist“.

Dass sich der Tourismus als Gegenpol zur Bevölkerung entwickelt hat, zeige sich vor allem in der Diskussion bezüglich Ischgl: „Wir müssen unseren Weg zu einer Tourismuskultur finden, von der alle profitieren, nicht nur einige Wenige“, hält Neßler fest.

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