Corona: Ludwig zieht Zwischenbilanz über Maßnahmen der Stadt

Wien (OTS/RK) - Bürgermeister Michael Ludwig hat eine vorläufige Bilanz über die Maßnahmen der Stadt Wien gezogen, was die Unterstützung der Stadt für die Wienerinnen und Wiener in der Corona-Krise betrifft. „Unser Ziel ist und war es von Beginn an, dass wir punktgenau jenen Menschen Hilfe bieten, die besonders unter den Auswirkungen des Coronavirus leiden“, sagte Ludwig.

Wien war schon im Jänner auf Corona vorbereitet

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass er bereits Ende Jänner den medizinischen Krisenstab einberufen hat. Dieser Stab setzt sich unter anderem aus Landessanitätsdirektion, Einsatz- und Blaulichtorganisationen sowie Gesundheitsdiensten wie KAV und FSW zusammen. Der Stab koordiniert laufend alle Maßnahmen, die der Versorgung und der Betreuung der Wienerinnen und Wiener dienen.

Unmittelbare Hilfe im Alltag für Wienerinnen und Wiener organisiert

Seit 14. März ist die Hotline 01/4000-4001 rund um die Uhr mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Einsatzteam Wien besetzt. Hier gibt es Hilfe für jene Menschen, die zur Corona-Risikogruppe zählen – also Menschen über 65 Jahre und Personen mit Vorerkrankungen jeden Alters. Das Einsatzteam Wien unterstützt zum Beispiel mit der Lieferung von Essenspaketen vor die Haustür, für jene, die sich nicht selbst versorgen können und auch nicht auf Hilfe von Verwandten oder aus der Nachbarschaft zählen können.

„Bei der Hotline des Einsatzteam Wien haben sich Tausende Wienerinnen und Wiener gemeldet und wir haben - nach genauer Prüfung der Bedürftigkeit - mittlerweile 1.500 Notfallpakete ausgeliefert“, bilanzierte der Bürgermeister.

Taxi-Gutscheine für Botenfahrten oder unbedingt notwendige Erledigungen

Allen Wienerinnen und Wienern über 65 Jahre bietet die Stadt als Angebot einen Taxi-Gutschein im Wert von 50 Euro an, erklärte Ludwig, „damit die ältere Generation zu notwendigen Terminen mit dem Taxi fahren oder Besorgungen erledigen lassen kann“. Aktuell wurden mehr als 75.000 Taxi-Gutscheine bestellt. Diese Unterstützung komme nicht nur den betroffenen Wienerinnen und Wienern zu Gute, sondern sei auch eine Form der Wirtschafts-Unterstützung. Alle Maßnahmen der Stadt seien naturgemäß eng mit den Sozialpartnern abgesprochen worden, so Ludwig. Er hob die gute Zusammenarbeit in Wien mit den Sozialpartnern hervor.

Hilfe für Unternehmen

Mit einem „raschen und unbürokratischen“ Hilfspaket zur Unterstützung der Wiener Betriebe wurde gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien reagiert. Der Fokus liegt dabei auf Ein-Personen-Unternehmen sowie Klein- und Mittelbetrieben – sie sind "das Rückgrat der Wiener Wirtschaft". Über die Wirtschaftsagentur hat die Stadt Wien die Einrichtung von Home-Office mit insgesamt 10 Millionen Euro gefördert. Dieser Topf war unmittelbare Hilfe bei der Anschaffung von Hardware, Software und technischen Schnittstellen für die digitale Arbeit von zuhause. Insgesamt haben Stadt und WKW ein mehr als 85 Millionen Euro schweres Hilfspaket geschnürt. „Neu eingerichtet wird auch der ‚Stolz-auf-Wien-Fonds‘, der gemeinsam mit privaten Investoren für Wien relevante Unternehmen unterstützen soll“, sagte Ludwig. Die Stadt wird sich – zeitlich begrenzt und auf jeweils maximal eine Million Euro begrenzt – an Wiener Unternehmen beteiligen, die ein Wirtschaftsfaktor für Wien sind, auf guten Beinen stehen, aber durch den Corona-Shutdown in finanzielle Engpässe gekommen sind.

Neue Online-Plattform lässt Wien zusammenhalten

„Um zu verhindern, dass das Geld der Bevölkerung in Richtung internationaler Konzerne abfließt, haben wir eine Plattform eingerichtet, die regionale Betriebe und Einrichtungen präsentiert und damit die Wiener Wirtschaft unterstützt“, erläuterte Bürgermeister Ludwig. Auf wien.gv.at/zusammen gibt es neben einem Verzeichnis mit mehr als 1.000 lokalen Einkaufsmöglichkeiten auch eine Übersicht über Online-Kulturangebote und Tipps für die Zeit zuhause.

Maßnahmen-Bündel für Nahversorger; Unterstützung für Eltern, Kulturschaffende und den Wiener Sport

Während die Stadt jetzt auf Gebühren verzichtet, zahlt sie ihre Förderungen weiter aus. Für Schanigärten und Marktstandln sind jetzt die Gebühren ausgesetzt. „Private Kindergärten und Horte werden zu 100 Prozent weitergefördert - das ist ein Betrag von mehr als 30 Millionen Euro pro Monat.“ Die Förderungen für private Kindergarten-Träger werden auch ausgezahlt, wenn Kinder nicht oder nur tagesweise anwesend sind. „Auch in den Schulen der Stadt werden bis Ende April keine Essens- und Betreuungsbeiträge eingehoben“, sagte Ludwig. Die Gratis-Nachhilfe kann derzeit nicht in den VHS stattfinden, läuft aber kostenlos online weiter.

Für die Wiener Kulturschaffenden, die von den Veranstaltungsabsagen besonders betroffen sind, werden Fördervereinbarungen eingehalten, „wenn nachweisbar ist, dass die Veranstaltung aufgrund der Coronavirus-Situation nicht stattfinden konnten“, erklärte Bürgermeister Ludwig.

Ähnlich wie bei den Kulturschaffenden sehen sich auch die Sportlerinnen und Sportler in Wien mit coronabedingten Absagen von Veranstaltungen konfrontiert, die zu Einnahmenausfällen führen. Trotzdem müssen Ausgaben getätigt werden, laufende Kosten fallen weiterhin an. Deshalb unterstützt die Stadt Wien Vereine mit einem Sport-Unterstützungspaket, betonte Bürgermeister Ludwig. Ziel ist es, das Wiener Sportleben zu erhalten. So verzichtet die Stadt auf Einnahmen durch Pacht bei städtischen Sportanlagen und zahlt Förderungen früher aus. Insgesamt nimmt die Stadt rund 3,5 Millionen Euro in die Hand. (Schluss) nic

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