Ärzte im österreichischen Kassensystem zu wenig wertgeschätzt

Erster Arzt in Österreich verstorben, 80 Ärzte in Norditalien bereits zu Tode gekommen

Wien (OTS) - Die Tätigkeit an vorderster medizinischer Front bringt aktuell hohe Risiken für Leib und Leben. In Italien sind bereits 80 Ärzte verstorben, und auch in Österreich ist nun der erste direkte Todesfall zu beklagen. Von uns Ärzten wird stets und auch besonders jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie erwartet, dass wir unter Einsatz unserer eigenen Gesundheit mit vollem Risiko unser Bestes in der Patientenversorgung geben.

Tschernobyl hat uns schon gelehrt, dass wir nicht die an äußerster Front Tätigen einfach opfern und am Ende nur die Organisatoren feiern.

Dementsprechend ist festzustellen, dass wir Ärzte in Österreich vom System derzeit nicht gut behandelt werden.

Die Sozialversicherungen stehen so stark wie möglich auf der Bremse, wenn es um die adäquate Entlohnung geht. Wir erleben gerade, dass uns zwar für den Zeitraum der Krise angeboten wird, einen Teil der Honorare des Vorjahreszeitraums zum Ausgleich der hochgradigen Umsatzrückgänge anzuzahlen. Gleichzeitig wird dies aber mit der Bedingung verknüpft, im nächsten Jahr wieder Teile davon zurückzufordern. Dies steht in krassem Widerspruch zur sonstigen Einstellung der Regierung, die übrige Wirtschaft bezüglich ihrer großen Umsatzausfälle adäquat zu unterstützen.

Dies sind natürlich sehr negative Signale mangelnder Wertschätzung im Hinblick auf den ohnehin schon bestehenden Ärztemangel in unserem Kassensystem. So wird es bestimmt nicht gelingen, junge Menschen zu motivieren, den Arztberuf in Österreich dort zu praktizieren, wo auch der größte Mangel besteht!

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Dr. Angelika Reitböck
Präsidentin des Österreichischen Hausärzteverbands
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