SOS-Kinderdorf zu Schulschließungen bis Mitte Mai: Familien brauchen Unterstützung!

Geschäftsführer Christian Moser: existenzsichernde Freistellungen für Eltern notwendig

Warum kommt die Frage, wie es Kindern und Jugendlichen in dieser Situation geht, an letzter Stelle in der politischen Debatte? Hier ist der gesellschaftliche Ausgleich in Gefahr
Christian Moser

Wien (OTS) - „Die aktuelle Corona-Krise ist für alle Menschen in diesem Land herausfordernd. Doch während Milliarden Euro zur Unterstützung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen kurzfristig zur Verfügung stehen, werden viele Familien in ihrer ganz spezifischen Lebensrealität allein gelassen“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf nach den jüngsten Informationen der Regierung zu den geplanten Corona-Maßnahmen.

Wer fragt die Kinder?

Warum kommt die Frage, wie es Kindern und Jugendlichen in dieser Situation geht, an letzter Stelle in der politischen Debatte? Hier ist der gesellschaftliche Ausgleich in Gefahr. Um die 24 Stunden Pflege – bei all ihrer Bedeutung – macht sich die Regierung wesentlich mehr Sorgen als um die Schülerinnen und Schüler, die nun zu Hause sitzen“, so Moser weiter.

Schulschließungen erzeugen Stress

Die aktuelle Prognose des Unterrichtsausfalls bis mindestens Mitte Mai sei quer durch alle Schichten ein massives Stressszenario, so Moser. Besonders treffe es hier einmal mehr sozial Benachteiligte mit wenig Ressourcen, wenig Wohnraum und wenig Möglichkeit, Heimunterricht zu gestalten. „Tausende Kinder, Jugendliche und ihre Familien stehen vor multiplen Herausforderungen.“

Die Krisenbewältigungsstrategie der Regierung laufe entlang der Sozialpartnerlogik ab. „Das mag gut sein für die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und der Unternehmen, doch ob es das Beste für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft ist, wird zu wenig diskutiert“, so Moser.

Betreuungskarenz als Investition in die Zukunft der Kinder

SOS-Kinderdorf schlägt eine Betreuungskarenz für Eltern schulpflichtiger Kinder vor: Eltern betreuen mit der Zustimmung ihrer Arbeitgeber ihre Kinder zu Hause, der Staat finanziert das mit Beihilfen in der Höhe des Arbeitslosengeldes. Der Arbeitgeber wäre so von den Lohnkosten entlastet und das existenzsichernde Einkommen der Eltern garantiert. „Dies würde viel Druck aus den Familien nehmen. Und wäre somit eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder“, so Christian Moser abschließend.

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