Staatssekretärin Lunacek: Architekten Laurids und Manfred Ortner erhalten den Großen Österreichischen Staatspreis

Staatssekretärin für Kunst und Kultur Ulrike Lunacek gab heute die Preisträger des Großen Österreichischen Staatspreises für das Jahr 2020 bekannt und gratuliert ihnen auf das Herzlichste.

Wien (OTS) - Auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats wird die höchste Auszeichnung der Republik Österreich für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk den Architekten Laurids und Manfred Ortner zuerkannt. Der Preis ist mit EURO 30.000 dotiert.

Der aus 21 Mitgliedern bestehende Kunstsenat nominiert jährlich eine Künstlerpersönlichkeit aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik ohne festgelegtes Rotationsprinzip für den Staatspreis. In der Sparte Architektur war dieser Preis zuletzt 2015 Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan zuerkannt worden.

In seiner Begründung führt der Kunstsenat an: „Ortner & Ortner Baukunst steht für eine Architektur, die – ohne Anbiederung – mit der Stadt, mit der historischen Substanz kommuniziert und auf ideologische Einschreibungen und Umbruchsituationen reagiert. Ortner & Ortner vollziehen das mit zeichenhaften Bauten, großen kompakten Monolithen. Die Fassaden aus z. B. Ziegel, Backstein oder Basalt und deren differenzierte Texturen sind ebenso immer neu gewählte Antworten auf den jeweiligen Ort.“

Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Ulrike Lunacek: „Es gehört zu den besonderen Leistungen von Laurids und Manfred Ortner, dass sie es meisterhaft verstanden haben, architektonische Utopien synkretisch mit dem baulichen Erbe zu verbinden. Und dabei wurde weder die Vergangenheit zu einer bloßen Fassade der Moderne noch die Moderne zur Fortschreibung von Traditionen. Sie erfanden eine architektonische Sprache des radikalen Antiradikalismus. Ich gratuliere ihnen zu dieser hohen Auszeichnung sehr herzlich!“

Voraussichtlich heuer im August wird am Dach des Leopold Museums im MuseumsQuartier Wien – ein Bauprojekt mit dem Laurids und Manfred Ortner international bekannt wurden – die „Libelle“ eröffnet. Über den Dächern Wiens entsteht ein neuer Raum für Kunst- und Kulturprojekte. Dieser Pavillon wurde von Ortner & Ortner in Zusammenarbeit mit den Künstler*innen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel entwickelt.

Laurids Ortner, geboren 1941 in Linz, absolvierte ein Architekturstudium an der Technischen Universität Wien. 1967 Mitbegründer der Architekten- und Künstlergruppe Haus-Rucker-Co in Wien. 1976 bis 1987 Professor an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. 1987 bis 2011 Professor für Baukunst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.

Manfred Ortner, geboren 1943 in Linz, studierte zunächst Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der bildendenden Künste Wien. 1971 bis 1987 Atelier Haus-Rucker-Co in Düsseldorf mit Günter Zamp Kelp und Laurids Ortner. 1994 bis 2012 Professor für Entwerfen, Architekturfakultät FH Potsdam.

1990 gewannen Laurids und Manfred Ortner den Architekturwettbewerb für eines der weltweit größten Kunst- und Kulturzentren, das MuseumsQuartier in Wien, und erhielten in der Folge den Auftrag zum Bau des Quartiers mit den drei Kunstbauten: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leopold Museum und Kunsthalle Wien. Obwohl die ursprünglichen Pläne teilweise geändert bzw. gar nicht realisiert werden konnten (Leseturm), eröffnete 2001 das MuseumsQuartier und brachte den Architekten internationale Anerkennung.

Seither hat sich das Aufgabenfeld von Ortner & Ortner ständig erweitert, das Büro hat Standorte in Wien, Köln und Berlin. Es folgten weitere bedeutende Kulturbauten u.a. Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Schiffbau – Theater und Kulturzentrum Zürich, Galerie unter Strom, Potsdam. 2014 wurde im Duisburger Hafen Deutschlands größtes Archivgebäude, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, eröffnet. Zahlreiche Büro- und Wohnbauten u.a. ARD Hauptstadtstudio, City Tower Wien, Pariser Platz Berlin sowie Einkaufszentren u.a. Alexa Berlin, Lilien-Carré Wiesbaden, Forum Duisburg, Boulevard Berlin.

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Pressesprecherin der Staatssekretärin für Kunst und Kultur
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