Corona: Neuer Trend zu Lieferservices und Take-aways bei Hunde- und Katzenfleisch

VIER PFOTEN: Während China Hunde- und Katzenfleisch verbietet, boomt Handel in Südostasien – Märkte perfekte Brutstätten für Viren

Die Haltung und Schlachtung der Hunde und Katzen, meist auf Lebendtiermärkten oder in Hinterhöfen, ist nicht nur äußerst brutal, sondern auch frei von jeglichen hygienischen Mindeststandards. Das schafft die perfekte Brutstätte für neue und tödliche Zoonoseviren, wie das neue Coronavirus. Mit rund zehn Millionen geschlachteten Tieren pro Jahr boomen die Geschäfte, obwohl die Mehrheit der Einheimischen in Südostasien Hunde- und Katzenfleisch ablehnt. Der ausufernde Handel und die Lebendtiermärkte in ganz Südostasien sind tickende Zeitbomben. Wenn die Regierungen jetzt nicht handeln und diese grausamen Märkte schließen, könnte die nächste globale Pandemie ihren Ursprung in Vietnam, Kambodscha oder Indonesien haben
Dr. Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der VIER PFOTEN Streunerhilfe in Südostasien

Wien (OTS) - Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat die chinesische Stadt Shenzhen nun nicht nur den Handel mit Wildtieren, sondern auch den Konsum von Hunden und Katzen verboten. Im benachbarten Vietnam sowie in Kambodscha und Indonesien ist der Handel von Hunde- und Katzenfleisch jedoch weiter auf dem Vormarsch. Nach Angaben von VIER PFOTEN werden in diesen drei Ländern jedes Jahr schätzungsweise zehn Millionen Hunde und Katzen für den Verzehr brutal abgeschlachtet. Angesichts der herrschenden Pandemie ist der Hunde- und Katzenfleischhandel allerdins gerade im Umbruch: Die Gerichte werden mittlerweile als Take-away angeboten und sind nun auch bei Online-Lieferservices zu finden.

Als Grund für den Verzehr geben viele Konsumenten die angeblich heilenden Wirkungen des Fleisches an. VIER PFOTEN warnt jedoch vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für Menschen. Die unkontrollierte Verbreitung von Tollwut ist nur eine davon. Zudem werden die Tiere oft auf Lebendtiermärkten verkauft – der Ursprungsort des neuen Coronavirus.

Die Haltung und Schlachtung der Hunde und Katzen, meist auf Lebendtiermärkten oder in Hinterhöfen, ist nicht nur äußerst brutal, sondern auch frei von jeglichen hygienischen Mindeststandards. Das schafft die perfekte Brutstätte für neue und tödliche Zoonoseviren, wie das neue Coronavirus. Mit rund zehn Millionen geschlachteten Tieren pro Jahr boomen die Geschäfte, obwohl die Mehrheit der Einheimischen in Südostasien Hunde- und Katzenfleisch ablehnt. Der ausufernde Handel und die Lebendtiermärkte in ganz Südostasien sind tickende Zeitbomben. Wenn die Regierungen jetzt nicht handeln und diese grausamen Märkte schließen, könnte die nächste globale Pandemie ihren Ursprung in Vietnam, Kambodscha oder Indonesien haben“, sagt Dr. Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der VIER PFOTEN Streunerhilfe in Südostasien.

Florierendes Geschäft trotz Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass 70 Prozent der in den letzten 50 Jahren weltweit entdeckten krankheitsverursachenden Erreger von Tieren stammen – so wie auch bei COVID-19. Trotz des Risikos für die öffentliche Gesundheit, berichten viele Besitzer von Hunde- und Katzenfleisch-Restaurants, dass die Geschäfte während der Pandemie zugenommen haben. Eine Hundefleischhändlerin in Kambodscha erklärte VIER PFOTEN, dass die Menschen in ihrer Gemeinde glauben, dass Hundefleisch gesund ist und hilft, Erkältungen und Viruserkrankungen wie COVID-19 abzuwehren. Andere bevorzugen Hundefleisch, weil es als natürlich und frei von Chemikalien wahrgenommen wird. Die Realität sieht jedoch anders aus: Hundefleisch steht meist in Verbindung mit Cholera und Tollwut.

Take-away und Lieferservice: Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch passt sich an

Angesichts von Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing haben die mehr als 110 Hundefleisch-Restaurants rund um Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh ihr Geschäftsmodell adaptiert. VIER PFOTEN beobachtet nun Verkäufer mit Masken, die am Straßenrand rohes Hundefleisch und fertige Gerichte zur Mitnahme anbieten. In Vietnam ist ein ähnlicher Trend vor allem im Norden des Landes zu erkennen, wo der Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch eine lange Tradition hat. Hier werden die Gerichte aus Hund und Katze über den Online-Lieferservice now.vn – einer von Vietnams beliebtesten Zustelldiensten, gegründet von der Restaurantbewertungsplattform Foody – vertrieben.

VIER PFOTEN Kampf gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel

Um den brutalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien nachhaltig zu beenden, hat VIER PFOTEN eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene gestartet. Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten. Darüber hinaus unterstützt VIER PFOTEN lokale Tierschutzorganisationen und Gemeinden mit humanen und nachhaltigen Programmen zum Management der Hunde- und Katzenpopulation. VIER PFOTEN ist auch Teil der Tierschutzkoalitionen DMFI (Dog Meat Free Indonesia) und ACPA (Asia Canine Protection Alliance), die gegen den Handel in Südostasien lobbyieren.

VIER PFOTEN hat zudem eine Petition gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel gestartet, die bereits über 640.000 Unterstützer weltweit unterschrieben haben

VIER PFOTEN Petition gegen den Handel von Hunde- und Katzenfleisch
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Mag. Elisabeth Penz
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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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