Lisa Gadenstätter präsentiert Corona-„Dok 1“ zu „Gefährliches Zuhause – Angst in den eigenen vier Wänden“ mit anschließendem „Talk 1“

Am 2. April ab 20.15 Uhr in ORF 1; „Talk 1“ mit u. a. Justizministerin Zadić und Frauenministerin Raab

Wien (OTS) - Stay at home! Diese Anweisung kann für Frauen zum Risiko werden. Jede fünfte Frau in Österreich wird in den eigenen vier Wänden psychisch oder physisch bedroht. Expertinnen und Experten befürchten in Zeiten der Isolation den Anstieg von häuslicher Gewalt. Lisa Gadenstätter trifft in „Dok 1: Gefährliches Zuhause – Angst in den eigenen vier Wänden“ am Donnerstag, dem 2. April 2020, um 20.15 Uhr in ORF 1 Opfer, Täter sowie Experten und Expertinnen. Danach, um 21.05 Uhr, geht Lisa Gadenstätter in „Talk 1“ zum Thema „Im Käfig der Corona-Maßnahmen. Wie weit lassen wir uns noch einschränken? Und wo führt das hin?“ mit ihren zugeschalteten Gästen den Fragen nach, die sich rund um die neuerliche Verschärfung der Maßnahmen gegen die Corona-Krise auftun. Zugeschaltet werden u. a. Justizministerin Alma Zadić, Frauenministerin Susanne Raab, Rosa Logar von der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, die Virologen Alexander Kekulé und Heinz Burgmann, Mathematiker Walter Schachermayer sowie Datenschützer Max Schrems.

„Dok 1: Gefährliches Zuhause – Angst in den eigenen vier Wänden“ um 20.15 Uhr

Die aktuelle Heimquarantäne stellt Österreichs Familien vor große Herausforderungen. Und bedeutet Alarmstufe Rot dort, wo ohnehin schon Gewalt vorherrscht. Die sozialen Kontakte sind stark eingeschränkt. Fußballstadien, Gasthäuser und andere Orte, wo Mann gerne hingeht, geschlossen. Zusätzlich sorgen die ungewisse Gefahrenlage sowie drohende Arbeitslosigkeit für Stress. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) befürchtet, dass Österreich dadurch einen massiven Anstieg an häuslicher Gewalt verzeichnen wird. Ähnlich wie in China, wo sich die Zahl der innerfamiliären Delikte während der Quarantäne verdreifacht haben soll. 2018 wurden in Österreich insgesamt 18.526 Opfer familiärer Gewalt betreut. Davon waren 84 Prozent weiblich. Im gleichen Jahr wurden lt. polizeilicher Kriminalstatistik 41 Frauen ermordet – ein Großteil davon in Beziehungen. Gemessen an der Bevölkerungszahl nimmt Österreich damit den europäischen Spitzenplatz ein. Warum ist das so? Mit dieser Frage macht sich Lisa Gadenstätter auf die Suche nach Ursachen und Erklärungen. Im Gespräch mit Gerichtsgutachter Reinhard Haller, der Kriminologin Katharina Beclin und weiteren Fachleuten erfährt sie interessante Details; zum Beispiel, warum der Weg zur Polizei so oft lebensgefährliche Konsequenzen nach sich zieht, oder warum aus Opfern plötzlich Täter werden. Mehrere Frauen erzählen Lisa Gadenstätter, wie die Gewaltspirale voranschreitet: von der romantischen Liebe über den Psychoterror bis hin zur offenen Gewalt. Katrin Biber, die Schwester der 2013 ermordeten Larissa Biberschildert außerdem, wie sie zuerst den Tod ihrer Schwester und dann ihre eigene Gewalt-Beziehung verkraften musste. Der Migrationshintergrund tut bei Frauenmorden nichts zur Sache? Stimmt nicht, behauptet der türkische Soziologe und Experte für Integrationsfragen Kenan Güngör im Skype-Gespräch mit Gadenstätter. Aber auch die (unter Österreichern) immer noch verbreitete „G’sunde Watschn“, die Volksdroge Alkohol und ein veraltetes Männer-Frauen-Verständnis werden in der aktuellen Dokumentation thematisiert.

„Talk 1: Im Käfig der Corona-Maßnahmen. Wie weit lassen wir uns noch einschränken? Und wo führt uns das hin?“ um 21.05 Uhr

Welche Maßnahmen versprechen welche Wirkung, und werden sie ausreichen? Ob Homeoffice-Verpflichtungen, Abstandsregeln oder das Einkaufen nur mehr mit Schutzmasken: Warum gibt es hierzulande Maßnahmen, die in Nachbarländern nicht eingesetzt werden, obwohl man genauso von der Corona-Krise betroffen ist? Welche Maßnahmen könnten noch auf uns zukommen? Und wann und wie werden sie wieder zurückgenommen? Außerdem: Wie sollen wir mit unseren persönlichen Daten umgehen? Ist Big Data die Rettung, um die Krise einzudämmen? Sollen wir uns zum Schutz unserer Gesundheit und der anderer überwachen lassen?
Und: Was tut die Politik, um der häuslichen Gewalt gegen Frauen in den eigenen vier Wänden Einhalt zu gebieten?

Bei Lisa Gadenstätter sind u. a. ins Studio zugeschaltet:

Alma Zadić, Justizministerin
Susanne Raab, Frauenministerin
Rosa Logar, Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie Alexander Kekulé, Virologe, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Walter Schachermayer, Mathematiker, Uni Wien
Heinz Burgmann, Virologe, MedUni Wien
Max Schrems, Datenschützer

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