„Alles wird gut!“ Straßenzeitung kaz. startet Corona-Solidaritäts-Aktionen

"Zuhause-Bleiben" ist für arme Menschen schwer. Auch den rund 70 selbstständigen StraßenverkäuferInnen der Kärntner Allgemeinen Zeitung bricht ihr Einkommen weg.

Wien/Kärnten (OTS) -

Das großteils ehrenamtlich betriebene gemeinnützige Projekt kämpft in Zeiten der Corona-Pandemie ums Überleben. Der Verkauf von Straßenzeitungen ist derzeit kaum möglich. "Alles wird gut", heißt daher das Motto, unter dem die BlattmacherInnen aus Kärnten konkrete Solidaritäts-Aktionen bewerben: Seit Tagen nähen Unterstützerinnen bunten Gesichtsschutz aus recycelter Baumwolle. VerkäuferInnen stehen in den nächsten Tagen vor ausgewählten Supermärkten, die Masken werden aber auch verschickt. Unter www.kaz.at/digital kann man die Straßenzeitung aufgrund der Corona-Pandemie digital kaufen. Außerdem hilft der Abschluss eines Förderabos.

"Wir wollen ein Zeichen setzen, Solidarität leben und dabei gute Laune verbreiten", sagt Peter Pugganig, kaz.-Autor der ersten Stunde, und jetzt gemeinsam mit seiner Frau Annelie praktisch rund um die Uhr in der Heim-Manufaktur am Masken nähen. "Zeit genug haben wir ja jetzt", scherzt der St.Veiter, "die wollen wir sinnvoll nutzen".

Gesichtsschutz aus recycelten Textilien

Der Atemschutz ist für den alltäglichen Einsatz gedacht. In Hongkong hat der Labortest einer Universität in der aktuellen Corona-Pandemie ergeben, dass hausgemachte Masken hinsichtlich der Filtration von Tröpfchen und sogenannten Aerosolen eine 80 bis 90-prozentige Funktion gegenüber herkömmlichen Modellen erreichen. Der Mundschutz ist kein medizinisches Produkt. Er dient lediglich dem kurzen Gang in den Supermarkt oder die Apotheke. Damit können TrägerInnen vor allem auch Respekt für die dort arbeitenden Menschen demonstrieren. Nach Gebrauch sollte er gewaschen werden.

Kärntnerinnen & syrischer Schneider nähen für die kaz.

Mit im Boot ist neben Kärntner Näherinnen auch der aus Syrien stammende Schneider Ahmad Ibesh. Unter seinem Label "Herzgenäht" fertigt er normalerweise Taschen. Zeitweise vertreibt er zusätzlich die Straßenzeitung und will auch jetzt das Medium unterstützen. Als anerkannter Flüchtling weiß er, wie wichtig Hilfe beim Aufbau des eigenen Business ist: "Mir haben die KärntnerInnen damals gratis Stoff und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, ich bin dafür immer noch dankbar", sagt der Neu-Klagenfurter Ibesh.

Die Hälfte aller Einnahmen fließt an die Straßenzeitungs-VerkäuferInnen

Im Gründungsteam rund um Initiator Matthias Köchl und Chefredakteurin Christine Grabner sind alle überzeugt, dass das Projekt gestärkt in die Zukunft gehen kann. "Wir sind gerührt, wieviele Menschen uns gerade helfen, danke dafür, jeder Beitrag hilft! Das Wichtigste ist, dass wir alle gesund bleiben, das wünsche ich unserem gesamten kaz,-Freundeskreis", sagt Grabner. Bei allen Aktivitäten geht die Hälfte des Erlöses an die oft unter finanzieller Not leidenden kaz.-StraßenverkäuferInnen, "das ist uns besonders wichtig", sagt Köchl.

Das soziale Medium kaz. gibt es seit rund einem Jahr. Es versteht sich als humanistische und kosmopolitische Stimme aus dem Süden. Seit kurzem hat das Blatt seinen Einzugsbereich von Kärnten auf Niederösterreich und das Burgenland ausgeweitet.

Einen Teil der selbst gemachten bunten Masken verschenkt die kaz. auch an andere soziale Initiativen. Etwa an ihren Kooperationspartner "Verein Together", der derzeit Gratis-Lebensmittelboxen an Bedürftige in Kärnten verteilt.

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Chefredaktion
Christine Grabner
redaktion@kaz.at

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